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Kurzweil SP88X Test

Kurzweil1

DETAILS
Als Erstes fällt bei der 24kg-Maschine auf, dass sowohl Pitchbend- als auch Modulationsrad fehlen. Die werden das doch nicht vergessen haben? Nein, nur ersetzt haben sie’s durch zwei stylische Ribboncontroller. Das sieht erstmal gut aus. Ob es praktisch ist, wird sich zeigen. Daneben gibt es äußerlich keine Überraschungen. Einzig eine kleine, auf das Gehäuse gedruckte Liste mit MIDI-Programmnummern oberhalb der Tastatur sieht man selten. Ansonsten ist das Design extrem minimalistisch gehalten: Ein Volumenregler, 16 Taster zur direkten Soundanwahl, ein sehr kleines LED-Display und nur vier Knöpfe für diverse Menueinstellungen. Von direktem Zugriff auf Menü-Unterpunkte kann hier also sicher nicht die Rede sein.

Auf den gewichteten 88 Tasten kann mit maximal 32-facher Polyphonie gespielt werden – mehr gibt die Leistung nicht her. Die Verbindung mit der Aussenwelt erfolgt beim Kurzweil per MIDI-Duo (In und Out) und zwei unsymmetrischen Klinkenbuchsen. Dass der Kopfhörerausgang ebenfalls auf der Rückseite zu finden ist, ist nicht nur für Kurzweil typisch: Fast alle Hersteller ignorieren bei der Wahl des Ortes aus unerfindlichen Gründen die Praktikabilität. Immerhin wird heute jedes Stagepiano aus guten Gründen von den Kritikern in der Luft zerrissen, das sich wie das SP88 noch mit externem Netzteil und Winz-Anschluss auf den Markt traut.

Kurzweil_SP88_x_5

WAS HAT DAS TEIL ALS MIDI-CONTROLLER DRAUF?

Die Tastatur ist einfach splitbar. Beide Hälften lassen sich unterschiedlichen MIDI-Kanälen und Sounds zuordnen. Die gewünschten Zuordnungen können dann auf den 16 Soundbuttons abgelegt werden, wobei jede Taste zweifach belegbar ist. Natürlich lassen sich auch die beiden Ribbon-Controller auf der linken Seite der Tastatur MIDImäßig ins Spiel bringen und zur Ansteuerung diverser Parameter verwenden. Dabei wird allerdings deutlich, dass normale Sticks oder Wheels als Controller praktischer zu handhaben gewesen wären. Wenn es schnell gehen muss, ist so ein „Finger-Pitchbend“ recht ungenau und schwierig zu kontrollieren.  Außerdem erweist sich in der gesamten Belegungsprozedur, in der immer wieder Werte zwischen 0 und 128 angewählt werden müssen, die Bedienung per Plus- und Minus-Tasten als ziemlich mühsam.

Die Masterkeyboard-Features des SP 88 sind folglich gute Hausmannskost. Wer allerdings sein Keyboard live oder im Studio eher als Steuerzentrale sieht, die mehr können soll, als nur auf Knopfdruck den Sound zu wechseln, sollte sich anderweitig umschauen. Außer der beiden gewöhnungsbedürftigen Ribboncontroller sind keine Dreh- oder Schieberegler in Sicht mit denen sich beispielsweise Filterverläufe oder Effekteinschleifungen realisieren ließen. Da ist man heutzutage natürlich Komfortableres gewohnt.  

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