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Korg Kaoss Pad Quad Test

Details

Erster Eindruck
Zum Lieferumfang des Kaoss Pad Quad gehören der Quad, ein Manual, eine Schutzfolie für das Touchpad sowie ein externes Netzteil zur Spannungsversorgung. Die deutschsprachige Bedienungsanleitung liefert trotz knapper Fassung alle zum schnellen Einstieg notwendigen Infos.  

Mit einem Gewicht von nur 754 g ist das Kaoss Pad Quad ein ziemliches Leichtgewicht. Dank der stabilen Unterseite aus Metall und den vier Gummifüßen findet das Gerät auch auf glatten Oberflächen einen stabilen Halt. Hier rutscht und kippelt nichts. Top!

Das Gehäuse besteht aus einem sehr stabilen, kratzresistenten Kunststoff. Die Buttons auf dem oberseitigen Bedienpanel sind aus einem gummiartigen Material gefertigt, das bei großem Druck leicht nachgibt. So sind die Druckkontakte vor mechanischen Überlastungen gut geschützt. Praktisch ist auch die Beleuchtung, die so für visuelle Feedbacks und für eine gute Orientierung in dunklen Arbeitsumgebungen sorgt. Sämtliche Drehregler sind stabil und griffig. Auf der Geräterückseite findet man die Anschlüsse, die allesamt einen qualitativ guten Eindruck machen und stabil ins Chassis eingelassen wurden. Praxisgerecht ist deren Beschriftung auf der Oberseite. So kann man die Verkabelung kinderleicht auch ohne Umdrehen des Gerätes oder umständliches Vorbeugen vornehmen. Insgesamt betrachtet macht das Kaoss Pad Quad einen wirklich guten, ersten Eindruck.

Anschlüsse
Seine Betriebsspannung erhält der Quad über eine 4 mm breite Buchse, an die das externe Netzteil (DC 9V, 1700 mA) angeschlossen wird. Der Stecker sitzt hier zwar fest in der Buchse, aber einen wirklichen Schutz gegen versehentliches Herausziehen des Steckers gibt es nicht. Direkt daneben befindet sich ein Netzschalter. Fein, das wird ja heutzutage gerne vergessen!

Insgesamt verfügt der „Quad-Kaot“ über zwei Audio-Eingänge. Der erste ist eine unsymmetrische 6,3 mm Mono-Klinkenbuchse, in die ein dynamisches Mikrofon geführt werden kann. Die Verstärkung bestimmt man durch das Gain-Poti, welches direkt daneben Platz gefunden hat. Darüber hinaus kann man das FX-Tool natürlich auch über zwei Cinchbuchsen mit einen Stereo-Line-Signal speisen. Das bearbeitete Signal wird ebenso wieder ausgegeben. Symmetrische Schnittstellen findet man beim Kaoss Pad Quad nicht. An eine weitere Klinkenbuchse (6,3 mm/ Stereo) kann ein Kopfhörer angeschlossen werden, mit dem das Ausgangssignal abgehört wird. Zur Regulierung der Kopfhörerlautstärke dient der neben der Buchse liegende Drehregler.

Features
Das „Quad Pad“ kann direkt in den Signalweg geschliffen oder auch im Send/Return-Betrieb genutzt werden. Zur Umschaltung zwischen diesen beiden Modi dient der Send/Direct-Schalter auf der Geräterückseite. Im Direct-Mode bestimmt die Stellung des FX Depth-Reglers das Verhältnis zwischen Effekt- und Direkt-Signal. Ist in jenem Modus eine der vier Effekt-Sektionen deaktiviert, so befindet sich diese im Bypass. Das Direktsignal wird in diesem Fall einfach durchgeschliffen. Im Send-Modus wird am Ausgang grundsätzlich nur das Effektsignal ausgegeben.

Wie bereits erwähnt, kommen als Audioquelle entweder ein Mikrofon- oder ein Stereo-Line-Signal ins Spiel. Da der „Kaot“ über keine Phantomspeisung verfügt, eignet sich der  Mikrofon-In lediglich für dynamische Mikrofone. Neben dem Mic-Gain-Regler ist der Input-Volume-Drehregler angesiedelt, der auf beide Quellen wirkt. Eine mehrfarbige LED visualisiert den Status des Eingangssignals folgendermaßen:
 
Grün   =    Signal OK
Gelb   =    maximale Aussteuerung erreicht
Rot    =     Signal übersteuert

Insgesamt stehen vier separate Effektslots mit jeweils fünf verschiedenen Effekten parat. Die FX-Sektionen sind seriell verschaltet. Zum Teil arbeiten die Effekte (Looper, Loop Slicer, Tape Delay, etc.) taktsynchron. Dabei kann das Songtempo entweder automatisch im Auto BPM-Modus ermittelt, per Drehregler zwischen 20 und 300 BPM voreingestellt oder mit der Tap-Taste manuell „eingehämmert“ werden. Eine dreistellige rote LED-Anzeige zeigt akkurat die aktuelle Geschwindigkeit an. Der BPM-Drehregler steuert alternativ auch die Helligkeit der Touchpad-Beleuchtung. Wegen der seriellen Schaltung der Slots wurden ihnen verschiedene FX-Typen zugeordnet. So gibt es eine Loop-, eine Modulation-, eine Filter- und eine Delay/Reverb-Sektion.

Durch Drücken einer der Effekt-Buttons wählt man diese aus. Berührt man nun das Touchpad an einer beliebigen Stelle, so wird der gewählte Effekt aktiv. Die X- und Y-Achse sind für jeden Effekt mit verschiedenen Parametern belegt. Grundsätzlich ist der gewählte Effekt aber nur so lange aktiv, wie der Finger das Toupad berührt. Es können aber auch die Parameter mehrerer Slots (pro Effekt-Sektion jeweils ein Effekt) gleichzeitig per Touchpad synchron beeinflusst werden. Alternativ dazu lassen sich die Parameter auch einzeln „freezen“. Mit der Freeze-Taste werden die aktuellen Parameterwerte eines Effektes temporär abgespeichert. Die Slots haben je fünf Effekte im Gepäck, deren Parameter ausschließlich über das Touchpad gesteuert werden.

1) Loops

a) Looper
Es handelt sich hier um einen klassischen Loop-Effekt. Es ist nur die Y-Achse des Pads aktiv. Das Audiosignal lässt sich stufenweise in Ganzen, Halben, Vierteln, Achteln und noch kleineren Quantisierungswerten loopen. Ein Bewegen des Fingers nach oben verkürzt den Loop und variiert so den Effekt.

b) Reverse-Looper
Dieser Effekt arbeitet genau wie der reguläre Looper, nur dass diese hier rückwärts abgespielt werden.

c) Loop-Slicer
Beim Loop-Slicer stehen zwei veränderbare Parameter zur Verfügung. Während die Y-Achse die Länge des Loops bestimmt, lässt sich mit der X-Achse die Position des Loops beeinflussen. Das sorgt für sehr interessante und innovative Sounds.

d) Grain-Shifter
Beim Grain-Shifter tweakt man mit der X/Y-Steuerung die Attribute LFO-Sync-Note und Duration.

e) Vinyl-Break
Der Vinyl-Break-Effekt ermöglicht, das aktuelle Audiosignal ähnlich wie bei einer Schallplatte abzustoppen. Die Geschwindigkeit, mit der das Signal stoppt, wird über die X-Achse geregelt. Über die Y-Achse wird das „angehaltene“ Signal gescratcht!

2) Modulation

Der Einfachheit halber gibt´s die Effektslots Modulation und Filter in tabellarischer Form:

X / Y

Distortion

Decimator

Ducking Compr.

Flanger

Phaser

X-Achse

Klangfarbe

Sample-Rate

Ratio

LFO-Speed

LFO-Speed

Y-Achse

Gain

Bit-Tiefe

Threshold

Feedback

Resonanz

3) Filter

X  / Y

Low Pass

High Pass

Bandpass

Jet

Pitch Shifter

X-Achse

Cutoff

Cutoff

Glocke

LFO-Speed

Tonhöhe

Y-Achse

Gain

Bit-Tiefe

Threshold

Feedback

Effektanteil

Der Jet-Effekt kombiniert einen Flanger und ein Filter. Hier kommt es zu einer relativ starken Klangveränderung, wodurch es sich unter Umständen empfiehlt, den FX-Depth Regler etwas zurückzunehmen.

4) Delay/ Reverb

a) One Delay
Das One Delay erzeugt, wie der Name schon erahnen lässt, Tempo-synchron eine Wiederholung. Die X-Achse steuert hierbei die Notenlänge und die Y-Achse das Stereo-Panorama.

 b) Delay
Hierbei handelt es sich um ein reguläres Delay. Die X-Achse steuert hier abgestuft (ganze Notenwerte, ½, ¼, etc.) die Delayzeit und die Y-Achse das Feedback.

c) Tape Echo
Das Tape Echo lässt Effekte zu, wie sie auch beim echten Tape Echo möglich sind. Mit dem Touchpad lässt sich hierbei das Signal realitätsnah, wie bei einem echten Band abbremsen oder beschleunigen. Die X-Achse steuert hier die Delayzeit, sowie das Abbremsen/ Beschleunigen des virtuellen Tonbands,  die Y-Achse hingegen Feedback des Delays.

d) Reverb
Beim Hall werden ebenfalls zwei Effektparameter per Touchpad gesteuert. Die X-Achse manipuliert die Größe des Hallraums und die Y-Achse das Wet/Dry-Verhältnis.

e) Delay Reverb
Wie der Name bereits verrät, handelt es sich hier um die Kombination von Delay und Hall. Die X-Achse zeigt sich hier für die Größe des Hallraums und für die Delay-Zeit verantwortlich. Die Y-Achse bestimmt hingegen das Feedback sowie das Mischungsverhältnis.

Das 9,8 cm x 7,6 cm große Touchpad des Kaoss Pad reagiert zuverlässig und schnell, selbst bei leichtesten Berührungen. Einen Drucksensor zur Steuerung eines weiteren Parameters gibt es nicht. Der Ribbon-Controller verfügt an allen vier Ecken über Hintergrundbeleuchtungen in Form von LEDs, die verschiedenfarbig und taktsynchron aufblinken. Sie reagieren auch auf Berührungen des Touchpads. Das hört sich sehr nach Spielerei an, erhöht aber ungemein den Spaßfaktor.

Da die Parameter der taktsynchronen Effekte (z.B. Loop oder Delay) in Stufen verändert werden, hätte ich mir manchmal Markierungen an der Seite gewünscht, an denen man sich visuell orientieren kann. Ansonsten gibt es aber nichts zu beanstanden.

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