J. Rockett Audio Designs Archer Test

Praxis

Praxis und Sound

Der Archer hat einen in sich perfekt abgestimmten Sound, der sowohl mit Singlecoils als auch mit Humbuckern bestens harmoniert. Er orientiert sich an sehr natürlich klingenden Marshall- und Vox Verzerrungen, wobei eine direkte und dynamische Wiedergabe im Vordergrund steht. Der Ton wirkt im Gegensatz zum Tubescreamer wesentlich natürlicher und weniger nasal. Sein Bassbereich ist absolut ausgeglichen, auch deshalb, weil der Tone-Regler Bässe und untere Mitten kaum beeinflusst, lediglich der Obertonbereich wird modelliert. Somit sehe ich in diesem Regler eher ein Werkzeug, mit dem man den Sound der Gitarre und den des angeschlossenen Verstärkers aufeinander abstimmen kann. Der Archer von J. Rockett Audio Designs kann sowohl als cleaner Booster als auch als Overdrivepedal mit Medium-Gainreserven eingesetzt werden. Man kann das Pedal, ausgehend von einem unverzerrten Ton, sehr fein auf den persönlichen Geschmack einstellen. Trotzdem braucht es hier einen leicht angezerrten Röhrenverstärker a la Marshall, Vox oder Hiwatt etc., damit es richtig “amtlich” klingt. Mit einem ultracleanen Transistoramp wie dem Roland Jazzchorus beispielsweise wird man sicher nicht zu den entsprechenden Soundergebnissen kommen.

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In den beiden ersten Audiobeispielen habe ich den hier verwendeten Marshall JMP clean eingestellt, um den Eigenklang des Pedals bei unterschiedlichen Gainstufen zu demonstrieren. Zuerst hört man das Riff ohne Pedal, dann mit dem Gainregler auf 9, 11, 13, 15 Uhr und Maximum. Im ersten Beispiel demonstriere ich das mit meiner Stratocaster.

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Soundbeispiel 1

Das Gleiche dann noch einmal mit der Les Paul, die Amp-Einstellung bleibt. Man merkt, dass der Amp wegen der höheren Ausgangsleistung der Humbucker etwas stärker in die Sättigung geht, was ich aber immer noch als clean einstufen würde.

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Soundbeispiel 2

In der 12-Uhr-Position hat das Pedal für meinen Geschmack seinen Sweetspot und bringt einen umwerfend dynamischen Mediumgain-Sound, den man in dieser Güte nur mit sehr wenigen Pedalen hinbekommt. Wichtig ist allerdings, dass der Amp schon leicht angezerrt sein sollte. Bei den folgenden Beispielen habe ich immer zuerst ohne, und danach mit aktiviertem Pedal gespielt. Hier nun das Pedal mit der Les Paul.

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Soundbeispiel 3
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Reißt man den Gainregler komplett auf, klingt mir das Pedal einen winzigen Tacken zu künstlich. Deshalb würde ich empfehlen, ihn höchstens auf 90% zu drehen. So kommt der Sound einer natürlichen Röhrenverzerrung am nächsten. Den Output-Regler habe ich so eingestellt, dass er den Amp nur ganz leicht zusätzlich kitzelt. Wenn man hier zu weit geht und die Eingangsstufe zu stark in die Sättigung fährt, wird der Sound platt.

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Soundbeispiel 4

Damit ihr hört, wie das Pedal mit Singlecoils harmoniert, habe ich dasselbe noch einmal mit meiner 77er Stratocaster mit Kloppmannpickups eingespielt. Die Einstellung des Verstärkers und des Pedals wurde nicht verändert. Zuerst hört ihr das Riff ohne Pedal und dann mit dem Gainregler auf 12 Uhr. Der Tone-Regler steht hier übrigens ebenfalls auf 12 Uhr.

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Soundbeispiel 5

Dreht man den Gainregler auf 90%, dickt das Pedal den Sound der Singlecoils angenehm an, ohne ihn künstlich aufzublasen. Klasse! Der Ton ist rund und absolut ausgeglichen, ohne irgendwelche nervenden Frequenzen. Das Pedal reagiert feinfühlig auf die Spielweise und den Anschlag und man hat das Gefühl, über einen gut abgehangenen und weit aufgerissenen und dynamischen Röhrenamp zu spielen.

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Soundbeispiel 6

Bei meinen Versuchen hat mir der Tone-Regler in der 12-Uhr-Stellung am besten gefallen, da das Pedal für meinen Geschmack in dieser Einstellung seinen Sweet Spot hat. Trotzdem möchte ich euch seine Wirkungsweise einmal demonstrieren. Im ersten Drittel steht das Tone-Poti auf 9 Uhr, dann auf 12 und im letzten Drittel auf 16 Uhr, der Gainregler auf 16 Uhr, und die verwendete Gitarre ist meine Stratocaster in der Zwischenposition von Steg und mittlerem Pickup.

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Soundbeispiel 7
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Profilbild von Robby Mildenberger

Robby Mildenberger sagt:

#1 - 08.12.2015 um 12:21 Uhr

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Im Test hatte sich leider ein Fehler eingeschlichen, der mittlerweile korrigiert wurde. Der Archer verträgt keine18 Volt Netzteilspannung. Hier dürfen ausschließlich 9 Volt DC Netzteile angeschlossen werden! Intern werden die 9 Volt dann auf 18 Volt hochtransformiert um einen verbesserten Headroom zu erreichen. Sorry!

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