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Izotope Neoverb Test

Praxis

Alles easy

Mit Ableton Live 10 verlief die Installation unter OS Catalina 10.15.7 reibungslos. Beim ersten Öffnen des Plugins wird die klare Benutzeroberfläche deutlich. Das einfache Layout tut nicht nur dem Auge gut, sondern wirkt auch selbsterklärend und einladend. 

Neo ist die KI

Neben den Presets findet man ganz unscheinbar den „Reverb Assistant“. Beim Anwählen erscheint ein Menü mit Attributen, wie Style, Size und Tone. fordert auf sich in Emotionen auszudrücken als eine Wissenschaft daraus zu machen. Mit Slidern und Bildern kann man den gewünschten Raum in Echtzeit gestalten. Drückt man weiter, fängt Neoverb an – „A Reverb That Listens“ – das Ausgangsmaterial zu analysieren und Pre- sowie Post-EQ entsprechend anzupassen.

Fotostrecke: 4 Bilder Das Menu des Reverb Assistenten
Fotostrecke

Unten im Fenster sieht man schlussendlich das grafische Resultat der Reverb-Assistant-Analyse. Mithilfe des Pre-EQ wurden störende Resonanzen im Eingangssignal entfernt, bei der Unmask-Funktion (Reverb-EQ) wurden sie im Frequenzbereich das Halls hingegen ganz vermieden.

Mich erinnert diese Funktion stark an Plugins wie SmartEQ2 und Smoothe 2: Werkzeuge, bei denen Audiomaterial analysiert und lästige Resonanzen aufgedeckt bzw. entfernt werden. Beim Neoverb wirken diese Änderungen zunächst nicht so brachial und hören sich natürlich an. Erst beim A/B-Vergleich wird deutlich, was der AI-Algorithmus so anstellt. Das Ergebnis ist jedenfalls ein sehr harmonisches und liefert ein ausgeglicheneres Gesamtbild. 
Bei meinen Hörbeispielen habe ich eine Auswahl der vorgegebenen Presets benutzt und nur wenig den Effektanteil verändert sowie den Reverb EQ leicht angepasst. Grundsätzlich bietet der Neoverb eine gute Auswahl an Presets für verschiedene Anwendungen und hilft somit schnell einen Grundvibe zu finden, um von da aus den Raum nach seinem eigenen Geschmack weiter zu formen.

Audio Samples
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Cajon DRY Cajon Preset Airy Snare+Snap+Room Cajon RA Realistic Small Bright Synth DRY Synth RA Realistic Large Airy Synth RA Realistic Small Bright Vocals DRY Vocals M.Chamber only Vocals Plate only Vocals RA Dramatic Long Dark Vocals Room only Bass DRY Bass Guitar slap Git DRY Git medium bright+Guitar+chamber Electronic Drums DRY Electronic Drums Plate short Natur-Drums DRY Natur Drums M clean Nylon DRY Nylon Medium Hall bright Vocals DRY Vocals+ Fat+Plate+ low+end+shelf+cut Western Guits DRY Western steel+string+Strumming Moog DRY Moog+Bass Preset+Lush+Synth

Ob es das Lush Synth Preset für den Moog Bass oder für die Western Gitarre das steel string strumming Preset, es ist für jeden etwas dabei und alles klingt schon „ready to use“. Besonders hervorzuheben sind die kleinen Räume (Early Reflections) die es mir angetan haben und ich sehr bemerkenswert fand. Die Attribute Clean & Dark beim Reverb Assistenten waren fast immer meine Favoriten und konnten fast überall eingesetzt werden ohne langweilig zu werden. 
Das Airy Snare Prest verleiht dem Cajon beispielsweise einen sehr organischen Raum. Mit Hilfe des Assistenten gewinnt der Synth wiederum einen realistischen Hall und mit dem Airy Attribut kann man schönden „Slap“ Effekt hören der durch das Pre-Delay beeinflusst werden konnte. Alternativ wurde mit dem Reverb Assistenten einen kleinen Raum gewählt und diesmal mit dem Attribut Bright verfeinert. 
Bei den beiden Vocals hört man schwer einen Unterschied zwischen dem Plate und dem M-Chambers, wie ich finde.  Dramatic Long & Dark zeigt hingegen schön dichten Nachhall.

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Ingo Knito sagt:

#1 - 27.07.2022 um 11:39 Uhr

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Bzgl, der hier verwendeten Klangbeispiele - "Natur-Drums Dry" nennt sich eins der Beispiele. Aber Moment - was man da hört sind komische Synth Sounds die mit Drums, erst recht mit Natur-Drums nichts zu tun haben. Echte Drums gibts bei Pearl, DW, Tama u.s.w

Kommentare vorhanden
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