IK Multimedia Sample Tank 4 MAX Test

Praxis

Umständliche Content-Installation

Nachdem man in IK Multimedias Authorizer-Software die Lizenz aktiviert hat, erhält man im Account auf der Website Zugriff auf die Downloads: darunter Installationsdateien, Updates, Manual und Soundcontent. Letzterer besteht aus einzelnen Downloads, 98 (!) an der Zahl, die einzeln heruntergeladen und installiert werden wollen. Das ist zu umständlich gelöst und äußerst zeitaufwendig. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, alle Sounds, oder zumindest eine Auswahl davon, automatisiert herunterzuladen und zu installieren, wie man es etwa von Native Instruments’ Lizenzverwaltungssoftware „Native Access“ kennt. Wer also den gesamten Content nutzen möchte, sollte viel Geduld und Zeit zur Installation mitbringen!

Fassettenreiche Library

Der Soundinhalt bietet eine breite Palette an Klängen, die sich für sehr viele Musikgenres und Anwendungen eignen. Ob man Hip-Hop, Rock, Pop, Minimal oder Techno produziert oder gar Scorings für Filme und Games arrangiert: Für viele Belange gibt es entsprechende Klänge. Dabei handelt es sich um Multisamples, von denen einige, beispielsweise die Miroslav Philharmonik Orchester-Sounds, über Keyswitches in verschiedenen Artikulationen oder Klangvariationen spielbar sind. Folgende Librarys gehören zur großen Version, der Sample Tank 4 MAX:

  • Art Deco Piano
  • Future Synths
  • Hugh Pagham Drums
  • London Grooves
  • Miroslav Philharmonik CE
  • NRG Sound-Nanotube
  • Neil Peart Drums
  • Orchestral Percussion Sound
  • Power Up
  • Sample Tank 3 Library
  • Terrie Bozzio Drums
  • The Grid
  • Voices 
  • Max Instruments
  • Acoustic Pianos
  • Acoustic Drum Kits
  • Bass
  • Brass
  • Chromatic
  • Electronic Drum Kits 
  • Electric Pianos
  • Ethnic
  • Guitars Loops
  • Organs
  • Percussions
  • Sound FX
  • Strings 
  • Woodwinds
  • Alan Parsons Imperial Grand
  • American Acoustic Sounds
  • Billy Cobham Drums
  • Brandenburg Pianos
  • Cinematic Percussion
  • Elektronika Chillout
  • Elektronika Deep House
  • Elektronika Drum n Bass
  • Elektronika Hardcore
  • Elektronika Indie
  • Elektronika Minimal 
  • Elektronika Techno
  • Elektronika Trance

Klanglich hinterlässt die Sound-Workstation gemischte Gefühle: Stellenweise trifft man auf zeitgemäße Presets und vor allem frische Loops. Sehr viele Presets kommen allerdings etwas altbacken daher. Die Effekte sind meist moderat eingestellt und lassen sich nach Bedarf natürlich auch deaktivieren, um den Mix komplett in der DAW durchzuführen. Gut ist, dass die Sounds nicht überproduziert klingen und man dadurch noch genug Luft hat, um selbst zu schrauben. In den folgenden Klangbeispielen erhaltet ihr einen kleinen Einblick in die Library. Einige werden auch gleich mit den MIDI-Spielhilfen Phraser, Strummer und Arpeggiator gespielt und sind dementsprechend benannt.

Audio Samples
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Acoustic Piano Alan Parsons Imperial Grand Acoustic Drum Kits (Phraser) Electronic Drums (Loops) Elektronika Techno (Loops) Elektronika Drum u0026 Bass (Loops) Elektronika Deep House (Loops) E-Bässe (Phraser) Synth-Bässe Brasses (Phraser) Classical Guitar (Strummer) Synths (Arpeggiator)

Intuitive Bedienung

Sobald man auf der Bedienoberfläche einen Soundslot ausgewählt hat, öffnet sich der Browser. In diesem lassen sich die Sounds nach Kategorie und Attributen sortiert darstellen und laden. Eine Suchfunktion mit Eingabefeld ist ebenfalls dabei. Wählt man den nächsten Soundslot an, gelangt man wieder zum Browser und man kann sich ruck-zuck seine ein Multi-Layer-Sounds (oder Splittings) zusammenbasteln und als Multi-Instrument abspeichern. Die Bedienung ist im Vergleich zu den Vorgängern übersichtlicher geworden. Zwar gibt es keine Beschriftungen oder Mouseovers für die Sektion, die Symbole sind jedoch eindeutig und nach kurzer Einarbeitungszeit findet man sich zurecht. Etwas unübersichtlich ist, dass sich die Spalten im Browser nicht in ihrer Breite ändern lassen, dadurch werden nicht immer die kompletten Namen der Presets angezeigt, wenn diese zu lang sind.
Sound-Browser

Die Darstellung der Insert-Effekte im Mixer ist gewöhnungsbedürftig, denn sie ist in Form von „Ausklapp-Fenstern“ gestaltet. Aber IK Multimedia hat dem Sampler zum Glück eine übersichtlichere Effekt-Page spendiert, in der sich die Effekte eines selektierten Kanals übersichtlich in einer 500er-Modul-Optik anzeigen und bedienen lassen. Wem auch das noch zu klein ist, der zieht das gesamte Interface einfach größer; dieses lässt sich nämlich mittlerweile frei skalieren, um vielen Monitorauflösungen gerecht zu werden.

Die übersichtlichere Effekt-Darstellung im „500er-Look“!

Einfache Splittings

Die Klänge können auf Bereiche der Tastatur verteilt werden, indem sie ganz einfach gesplittet werden, was auf einer gesonderten Page sehr übersichtlich gelöst ist. Der Tastaturbereich, wird über zwei Schieberegler oder alternativ per Noteneingabe definiert. Die Sounds werden nach dem Laden automatisch einem MIDI-Channel zugewiesen. Das ist zum Beispiel in der DAW dann praktisch, wenn man Sample Tank als Multitimbral-MIDI-Channel eingefügt hat. So wird nur eine Instanz benötigt, um 16 Sounds auf unterschiedlichen MIDI-Kanälen zu spielen. Die Channels lassen sich natürlich auch manuell ändern, genauso wie die Transponierung des jeweiligen Sounds. So ist man nicht auf den tatsächlichen Notenbereich des Splittings festgenagelt.
Splittings lassen sich leicht vornehmen.

Sample-Import

Seit Version 3 gehört eine Sample-Import-Funktion zum Repertoire, mit der sich die Library mit eigenen Samples erweitern lässt. Importiert werden können Mono- und Stereodateien in 16- bzw. 24-Bit, während entweder Einzelsamples, aber auch Multisamples angelegt werden können. Die Samples lassen sich daraufhin einer Kategorie bzw. BPM zuweisen, um sie im Browser schnell aufzufinden.

Ressourcenverbrauch

Selbst bei nur einer Instanz mit nur einer Hand voll Sounds (teilweise sogar nur einer) bringt Sample Tank den Testrechner, ein Macbook Pro 2,3 GHz i7 Prozessor mit 16 GB RAM und der zuvor erwähnten SSD zum jaulen. Die Angaben der Systemvoraussetzungen „Dual Core CPU, 300 GB HD, 4 GB RAM“ sind daher meiner Ansicht nach leicht untertrieben.

Live Mode

Trotz des SSD-Massenspeichers, der normalerweise für schnelle Lese- und Schreibvorgänge, sprich Ladezeiten, bekannt ist, brauchen manche Sample-Tank-Instruments, insbesondere Loops, bis zu 20 Sekunden, um geladen zu werden. Im Studio ist das für gewöhnlich besser zu verkraften, als live auf der Bühne. IK Multimedia hat dafür eine Lösung: Live Mode. In diesem lassen sich MIDI-Program-Change-Nummern Multisounds oder einzelnen Instrumenten zuweisen.Multis und Instrumente lassen sich im Live Mode in Songs gruppieren, in dem alle Samples bereits vorgeladen sind – das erspart die Ladezeiten auf der Bühne! Und tatsächlich verschwinden die zuvor genannten Ladezeiten auch, sobald man die Sounds im Live Mode organisiert. Die Songs können ebenfalls den Program-Change-Nummern zugewiesen und überdies auch als Set-Liste abgespeichert werden. So lassen sich Sounds ganz simpel nach Song organisieren, um live schnell darauf zugreifen zu können. Daher macht Sample Tank auch als Live-Sample-Schleuder eine gute Figur!Der Panzer verfügt über acht Makroregler, denen sich jeweils mehrere Parameter der Bedienoberfläche zuweisen lassen. Die Makros sind sowohl im Live- als auch im Normalbetrieb verfügbar und können über MIDI-CC mit einem MIDI-Controller gesteuert werden. Entsprechende Mappings lassen sich leicht selbst vornehmen; für Controller aus dem Hause IK Multimedia, etwa iRig Keys, sind die Makros bereits „ab Werk“ zugewiesen. 

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Profilbild von punkrock192

punkrock192 sagt:

#1 - 28.03.2019 um 02:14 Uhr

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