Anzeige
ANZEIGE

Yamaha MODX6+ Test

Yamaha hat die Workstation-Mittelklasse aufgewertet und mit den Modellen MODX6+, MODX7+ und MODX8+ die Nachfolger der beliebten MODX-Serie herausgebracht. Das „Plus“ steht dabei für ein Mehr an Leistung, was der MODX+-Serie im Zuge der Modellpflege mehr Polyphonie und einen größeren Sample-Flash-Speicher gönnt. Obendrein sind Modulations- und Pitchbend-Rad für eine bessere Haptik gummiert. Das Gehäuse, die Anschlüsse und die Funktionsweise wurden jedoch komplett vom Vorgänger übernommen. Welchen Mehrwert die Neuerungen in der Nutzung bieten, beschreibt dieser Test.

Yamaha MODX6+ Testbericht
Yamaha MODX6+: Mittelklasse-Workstation mit 61 Tasten im Test. (Quelle: Bonedo)

Synthesizer- oder Keyboard-Workstations sind die universellsten Tasteninstrumente im Reigen der elektronischen Musikinstrumente. Zwar ist ihre Präsenz im Bereich reiner Synthesizer fühlbar zurückgegangen, dennoch scheint dieser Markt immer noch gut zu funktionieren. Vielleicht auch gerade deswegen, weil diverse Hersteller dann und wann modellgepflegte Versionen ihrer Workstations veröffentlichen, die mit neuen Funktionen und akzeptablen Preises das Interesse aufrechterhalten. So ist die aktuelle Yamaha MODX+ Reihe ein gutes Exempel, um zu zeigen, dass man einen guten Synthesizer noch ein bisschen besser machen kann. Am Beispiel des MODX6+ untersuchen wir, ob man auf die zweite Generation der Yamaha MODX-Serie ein Auge haben sollte.

Details

Yamaha MODX6+ – das Wichtigste in Kürze

  • Mittelklasse- Synthesizer-Workstation mit 256 polyphonen Stimmen und über 2.200 Perfomance-Presets
  • AWM2-Synthese mit 5,67 GB Wellenformen und 1,75 GB Sample-Flash-ROM
  • FM-X-Synthese mit 8 Operatoren und 88 Algorithmen
  • Interner Sequenzer und Arpeggiator
  • Echtzeit-Controller und Superknob für vielseitige Klangbeeinflussung
  • Kompatibel zum Yamaha MONTAGE, MODX, MOX und Motif XF
  • USB-Audio- und MIDI-Interface
  • Bietet ideale Voraussetzungen für den Live- und Studio-Einsatz

Yamaha MODX vs. MODX+

In 2018 stellte Yamaha die MODX-Serie vor, eine abgespeckte Version des Workstation-Spitzenmodells MONTAGE. Das Konzept dieses Mittelklasse-Synthesizers: volle Kompatibilität zum Flaggschiff bei halbem Preis. Und der MODX bietet denselben Klangvorrat wie der MONTAGE. Das ist nicht selbstverständlich. Oft ist es so, dass abgespeckte Varianten auch über schwächere Sound-Engines verfügen als ihre teureren Ausführungen und man deshalb Abstriche verzeichnet. Im Vergleich zum MONTAGE hatte der ursprüngliche MODX weniger Bedienelemente, keine separaten Outputs, kein Aftertouch sowie weniger Polyphonie und Sample-Speicher. Die beiden zuletzt genannten Nachteile hat Yamaha jetzt beim MODX+ eliminiert. Die neuen Modelle verfügen jetzt – genau wie der MONTAGE – über 1,75 GB Flash Memory und eine Polyphonie von insgesamt 256 Stimmen. Weiterhin sind die MODX+ Keyboards mit 61 (MODX6+), 76 (MODX7+) und 88 Tasten (MODX8+) erhältlich. Der große MODX8+ ist mit einer gewichteten GHS-Tastatur ausgestattet.  In diesem Test stellen wir den extrem kompakten MODX6+ vor.

Da die MODX+-Serie der MODX-Serie recht ähnlich ist, verweise ich auf meinen ausführlichen Test des Yamaha MODX8, der detailliert auf sämtliche Funktionen eingeht. Dieser Test beschränkt sich auf die wichtigsten Bereiche und Vorzüge des kompakten MODX6+ sowie seine neuen Leistungsmerkmale.

Yamaha MODX6+: Schrägansicht links
Fotostrecke: 3 Bilder Der MODX6+ ist äußerst kompakt und leicht zu transportieren
Fotostrecke

MODX6+: Haptik und äußeres Erscheinungsbild

Beim Auspacken des MODX6+ merkt man, dass es sich hier um ein echtes Leichtgewicht handelt. Mit seinen 6,6 kg ist das Instrument sehr rückenfreundlich. Das Kunststoffgehäuse liegt gut in der Hand und kann sehr einfach transportiert werden. Im Vergleich zum Vorgänger zeigen sich jedoch ein paar farbliche Änderungen im Design. So sind beispielsweise die Seitenteile jetzt mattschwarz (MODX6: anthrazit), die Farbe des rückwärtigen Logos ist blau (MODX6: weiß) und natürlich wurde dieses Logo jetzt durch ein deutlich zu erkennendes Plus-Zeichen ergänzt.

Yamaha MODX6+: Logo
Das Logo wurde um ein Plus-Zeichen ergänzt. (Quelle: Bonedo)

Tonerzeugung: AWM2 und FM-X-Synthese im MODX6+

Alle MODX+ Workstations verfügen über die Klangerzeugung des Yamaha MONTAGE. Zwei Soundengines werkeln im Inneren: Einerseits die Sample-basierte AWM2-Tonerzeugung sowie die aus dem DX7-Klassiker resultierende und erweiterte FM-X-Synthese. Beide Bereiche liefern eine Polyphonie von jeweils 128 Stimmen. Hier zieht der MODX+ mit dem MONTAGE gleich, der Vorgänger MODX hatte eine FM-X-Engine mit nur 64 Stimmen. Damit ist der Bereich der Frequenz-Modulation noch leistungsfähiger geworden. Performances bestehen aus bis zu acht Parts. Acht weitere Parts kann man über MIDI (z. B. mithilfe eines Songs) ansprechen. Jeder Part kann dabei auf eine der beiden Klangerzeugungen zugreifen.

Yamaha MODX6+: Performance View 1
Fotostrecke: 2 Bilder Die Performance Darstellung kann je nach Bedarf …
Fotostrecke

Yamaha MODX6+: Großer Sample-Speicher

AWM2-Parts bestehen aus bis zu acht Elements (Multisamples oder Drum-Kits), die aus einem zum MONTAGE identischen Preset-Waveform-ROM von 5,67 GB und dem durch den Anwender bestückbaren Flash-ROM schöpfen. Letzteres ist im MODX+ von 1,0 auf 1,75 GB auf die Größe des Flash-ROMs des MONTAGE angewachsen. Damit können jetzt noch mehr User-Samples verwendet werden. Der MODX+ bietet eine volle Kompatibilität zur MODX- und MONTAGE-Serie sowie zu den Voices und Performances von MOTIF XS/XF. Die von Yamaha ins Leben gerufene Internet-Präsenz “Soundmondo” ermöglicht es dem Anwender, Sounds kostenlos von anderen Usern auf den MODX+ zu übertragen. Auch kann man eigenen Kreationen veröffentlichen. Selbst klassische DX7-Sounds kann man über ein Konvertierungs-Programm in den MODX+ laden.

Yamaha MODX6+: Motion Control
Fotostrecke: 2 Bilder Hier wird der Algorithmus des FM-X-Parts eingestellt, die Parameter der 8 Operatoren …
Fotostrecke

Die umfangreiche Effektsektion, der Motion Sequencer, der Arpeggiator und der Drumtrack lassen komplexe Klangstrukturen entstehen, die man über die Echtzeit-Controller tiefgreifend beeinflusst.

Yamaha MODX6+: Motion Control
Fotostrecke: 2 Bilder Das Motion Control System des MODX6+ lässt rhythmische, mehrdimensionale Klangänderungen zu
Fotostrecke

USB-Audio-MIDI-Interface im MODX6+

Der MODX+ bietet ein vollwertiges USB-Audio-MIDI-Interface. Den Rückweg der DAW kann man jetzt über ein Poti „USB VOLUME“ in der Lautstärke regeln, was beim MONTAGE nur über das Menu funktioniert. Mit dem integrierten MIDI- und Audio-Recorder kann man eigene Ideen in Notizblockmanier festhalten. Im Vorfeld der Vorstellung des MODX+ kamen Gerüchte auf, dass Yamaha dem neuen Modell eine dritte virtuell-analoge Soundengine „AN-X“ ähnlich dem legendären AN-1X-Synthesizer spendieren würde, denn es gab eine entsprechende Trademark-Eintragung. Dem ist bei der aktuellen MODX+-Serie leider nicht so. Vielleicht kommt da noch was, vielleicht sogar mit einem Update.

Bedienfeld und Funktionen

Das Frontpanel hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht verändert. Die Modulations- und Pitchbend-Räder liegen allerdings im Vergleich zum Vorgänger MODX jetzt Dank der gummierten Wheels besser in der Hand.

Yamaha MODX6+: Frontpanel
Das Frontpanel des Yamaha MODX6+ ist nahezu unverändert geblieben. (Quelle: Bonedo)

Diese beiden Spielhilfen sind wegen der kompakten Abmessungen des MODX6+ links oberhalb der Tastatur positioniert. Hier findet man auch die Steuerelemente des Motion Sequencers und des Arpeggiators, die beiden zuweisbaren Schalter und die OCTAVE-Taster.

Yamaha MODX6+: Bedienfeld links
Links oberhalb der Tastatur befinden sich die Spielhilfen und die Steuerelemente des Motion Sequenzers und des Arpeggiators. (Quelle: Bonedo)

MODX6+: Echtzeit-Controller

Der Yamaha MODX6+ verfügt über verschiedene Echtzeit-Controller: vier Endlos-Drehregler, vier Fader, zwei assignable Switches, vier Scene-Taster und den Superknob. Damit kann man den Klang während der eigenen Performance auf unterschiedlichste Art beeinflussen. Der große Bruder MONTAGE bietet hier acht Controller, weshalb man beim MODX6+ über Auswahltasten schon mal von Part 1–4 auf Part 5–8 umschaltet.

Yamaha MODX6+: Echtzeit-Controller
Die Echtzeit-Regler des MODX6+ erfüllen unterschiedlichste Aufgaben. (Quelle: Bonedo)

Den 7“-LCD-Touchscreen in der Mitte des Frontpanels hat Yamaha nicht verändert. Hier werden alle Parameter und Funktionen dargestellt. Seit Software Version 2.5 kann man auf dem Bildschirm auch die Smart Morph Funktion steuern, womit das Display als Echtzeit-Controller arbeitet.

Yamaha MODX6+: Display
Das Touch-Display des MODX6+. (Quelle: Bonedo)

Rechts des Displays liegen das Datenrad, die Cursortasten und alle Taster, die man zur Navigation in den verschiedenen Menüs benötigt.

Yamaha MODX6+: Bedienfeld rechts
Die Taster besitzen drei verschiedene Zustände: nicht anwählbar (aus), anwählbar (dunkel) und aktiv (hell). (Quelle: Bonedo)

Anschlüsse auf der Rückseite

Die Rückseite des MODX6+ bietet folgende Anschlussmöglichkeiten: USB-to-Host und -to-Device, MIDI-In und -Out, Output (R/L), Phones, A/D Input (R/L) sowie Buchsen für zwei Fußtaster und zwei Pedale. Neben dem rückwärtigen Ein/Aus-Schalter befindet sich die Buchse für das externe 12V-Netzteil. Leider hat Yamaha versäumt, die Anschlussbezeichnungen oben auf das Frontpanel zu drucken. Das macht das Anschließen von Kabeln und Pedalen zu einem Blindflug, womit man für solche Aktionen immer hinter das Gerät gehen muss.

Yamaha MODX6+: Anschlüsse
Fotostrecke: 6 Bilder Yamaha MODX6+ in Rückansicht mit allen Anschlüssen.
Fotostrecke

MODX6+ Tastatur

Die Tastatur des MODX6+ ist eine leicht gewichtete Synthesizer-Tastatur, die aus der ursprünglichen MODX-Serie stammt und ohne Aftertouch auskommt. Die schwarzen Tasten sind zudem zwecks besserer Griffigkeit mit einer leicht angerauten Oberfläche versehen. Hier zeigt sich die Tastatur des MONTAGE hochwertiger, zumal sie obendrein Aftertouch liefert.

Yamaha MODX6+: Tastatur
Die Tastatur des MODX6+ ist eine leicht gewichtete Synthesizer-Tasten ohne Aftertouch mit 61 Tasten. (Quelle: Bonedo)
Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.