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Touch Wah/Auto Wah – Gitarren-Effekte richtig einsetzen – Workshop

Beim Touch Wah, auch Auto Wah oder Dynamic Wah genannt, wird der Wah-Effekt über die Anschlagsdynamik gesteuert. Anstelle eines Potis, das mit einem Pedal geregelt wird, gibt es einen elektronischen Regler, der die Filterfrequenz mit Hilfe einer Steuerspannung verändert. Diese Spannung wird vom Eingangssignal abgeleitet. Im Klartext heißt das: Schlägt man hart an, erklingt ein heller Ton (simuliertes Pedal durchgetreten), schlägt man leicht an, wird ein dumpfer Ton erzeugt (simuliertes Pedal oben). Je nach Einstellung wird das simulierte Pedal schnell oder langsam bewegt.

Bonedo_GuitarFX1_Auto_Wah


Bevor wir in die Details gehen,, könnt ihr das gerade Erfahrene jetzt zunächst einmal in bewegten Bildern nachvollziehen. Popcorn und Softdrinks sind allerdings nicht von Nöten. Ansonsten ist aber alles erlaubt!

Der Sound des Envelope Filters klingt eine Spur extremer als das Touch Wah. Durch den Anschlag wird ein Filter ausgelöst, das eine Reihe von Frequenzbändern öffnet und wieder schließt.
Eigentlich sind Touch Wah und Envelope Filter in den 70ern (Fender Rhodes, Hohner Clavinet) primär für die Tasteninstrumente entwickelt worden. Die Firma Musitronics hatte die Nase vorn und brachte 1972 den Mu-Tron II, ein Envelope Filter, heraus. Stevie Wonder hat den Effekt mit einem Hohner Clavinet bei der Aufnahme zu „Higher Ground“ gespielt. Ein ähnliches Gerät wurde unter dem Namen „Funkbox“ von der Firma Seamonn herausgebracht und unter anderem von Steve Cropper, dem Gitarristen der Blues Brothers Band und Studiogitarrist bei vielen Soul-Aufnahmen für das Stax-Label in Memphis, eingesetzt.
Neben den Mu-Tron Pedalen ist der bekannteste Hersteller auf diesem Gebiet Electro Harmonix. Mit den Q-Tron Geräten aus den Siebzigern wurde so manche Funk-Platte aufgepeppt. Von Boss gibt es den TW-1, AW-2 und AW-3. Extrem Funky klingt auch das Envelope Filter von DOD (FX-25), das heutzutage von Digitech unter der gleichen Bezeichnung FX-25 verkauft wird. Ebenfalls empfehlenswert ist der FM4 (Filter-Modeler) von Line 6, mit dem man die Sounds von unterschiedlichen, legendären Pedalen in simulierter Form erreichen kann.

WAS KANN EINGESTELLT WERDEN?
In der Regel lassen sich folgende Parameter justieren

Fotostrecke: 2 Bilder Panel des Boss AW-3
Fotostrecke

MODE
Es kann zwischen zwei Funktionen ausgewählt werden: LPF (Low Pass Filter): Wah-Effekt mit tiefem FrequenzbereichBPF (Band Pass Filter): Wah-Effekt mit mittlerem Frequenzbereich
SENS
Sensitivity (=Eingangsempfindlichkeit): Bestimmt die Stärke des Eingangssignals, die den Wah-Effekt startet.
FREQUENCY
Einstellen der mittleren Frequenz des Wah-Effekts.
PEAK
Hier wird eingestellt, wie weit der Bereich um die mittlere Frequenz beeinflusst wird. Bei niedrigen Werten wird ein großer Frequenzbereich, bei hohen Werten nur ein sehr schmalbandiger Bereich verändert.

WIE KLINGT DER EFFEKT?
Hier ein paar Hörbeispiele mit unterschiedlichen Touch Wahs und Envelope Filtern.

Audio Samples
0:00
Q-Filter Growler Single Note Fonky Single-Dist Riff

WO KANN MAN DEN EFFEKT HÖREN?
Es gibt nicht so viele Aufnahmen mit dem Touch Wah oder Envelope Filter und der E-Gitarre. Beim Bass wird dieser Effekt tatsächlich öfter eingesetzt. Hier sind drei Beispiele, die mir gut gefallen haben:

Fotostrecke: 3 Bilder Eddie Brickell, Song:What I am (Album: Shooting rubber bands at the Stars)
Fotostrecke

Hier geht es zur Serien-Startseite.

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Bonedo_GuitarFX1_Auto_Wah Bild

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von Thomas Dill

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