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Focal Solo6 Test

Praxis

Nahfeldtest

Zunächst bau ich die Speaker recht eng hinter meiner Meterbridge auf, sodass ich bei einer Basisbreite von ca. 1 m im direkten Nahfeld sitze. Dabei fällt mir die schöne Größe der Stereobühne sofort auf, die sich im Sweetspot beeindruckend breit aufspannt. Einzelne Instrumente sind eindeutig zu orten, die Tiefe sehr gut fühlbar. Die Balance von Höhen und Mitten gefällt, besonders bei moderaten Pegel.

Viva la france!
Ein überzeugender Nahfeld-Speaker und Satellit in Verbindung mit dem Sub12!

Bässe werden ebenfalls überzeugend wiedergegeben: schön knackig-schnell und mit ordentlich Druck. Kickdrums kommen punchy und mit Wucht, wenn sie denn so gemischt wurden. Das Focal hier auf 6,5 Zoll setzt, zahlt sich aus, die Verbesserungsmaßnahmen “leichter und steifer” ebenfalls!

Mir gefallen Zwei-Wege-Speaker mit großen Woofern eher selten, da sie einfach zu träge sind, um gleichermaßen präzise Obere-Mitten wiedergeben zu können. Somit macht es für mich auch absolut Sinn, dass Focal in der nächstgrößeren Box, der Twin-6, direkt zwei 6,5-Zöller verbaut, anstatt größere und behäbigere Woofer zu nutzten – allerdings kann ich das nur vermuten, denn gehört habe ich sie nicht. 

Die Mitten und Höhen sind hier ebenfalls sehr detailliert, schön schnell und präzise aufgelöst. Nur im Übergangsbereich empfinde ich so nah vor den Boxen eine leichte Schärfe, die bei heftiger Gitarrenmucke und hohem Pegel etwas anstrengend gerät. Allerdings kann man mit den EQs durchaus gegenwirken.

Rückseite Focal Solo6
Endlich! Richtige Filter gehören an jede aktive Box!

Generell hat mir hier elektronische bzw. moderne Musik mehr Spaß gemacht. Meine typischen 50-Cent-Bass-Check-Tracks (Just a Lil Bit, In da Club, Position of Power) meistert der Speaker mit Bravour und ging dabei gut laut – fängt aber auch schon im Limit-Bereich an, leicht rot zu blinken, wobei ich hier klanglich keine Einschränkungen wahrnehmen konnte. Insgesamt geht die Box schon laut, superlaut nur eher nicht – ich empfinde den neuen Kompromiss „Präzision über Pegel“ allerdings gelungen. Port-Turbulenzen oder Rasseln waren zu keinem Zeitpunkt zu hören.

Fokus, bitte

Fokus verschiebt den Übertragungsbereich auf 110 Hz bis 10 kHz – und auf einen Weg, sprich den Basstreiber. Dadurch werden kritische Bereiche, die vorher im kompromissbehafteten Übergangsbereich lagen, nun nur noch über einen Treiber wiedergegeben, was bereits die Wiedergabequalität steigert. Um den Übertragungsverlauf nach oben sinnig öffnen zu können, muss man die Basswiedergabe entsprechend reduzieren, was Focal mit einer eigenständige Frequenz-Weiche für den Fokus realisiert. Damit legt man auch eine Art Lupe auf den wichtigen Mittenbereich, was Probleme in diesen wichtigen Bereich offensichtlicher hervorheben kann: James Hetfield lispelt mir beispielsweise in Metallica „Whiskey in the Jar“ zu scharf, was geübten Ohren auch auf vielen anderen guten Speaker unangenehm auffallen dürfte. Tatsächlich waren Probleme des starken HISS um Minute 2:05 mit dem Fokus noch eindeutiger, ja fast isolierter, zu hören. Hätten die damals doch nur mal besser über Focal abgehört …

Midfield-Test

Natürlich hat mir Focal auch gleich den neuen und ziemlich fetten Sub mitgeschickt – und den hab ich mit Freude ausprobiert! Der 13-Zoller ist nach vorn komplett offen und liefert ordentlich Cojones. Dank seiner 58 kg und der frei einstellbaren Trennfrequenz bekommt man ihn sehr angenehm tief gestimmt. Ein ordentlich professioneller Donnerkasten, der null scheppert und richtig fies Druck aufbaut. 

Insofern kann er die „kleinen“ Satelliten auch ziemlich entlasten, wenn diese dann den Low-Cut nutzen – entweder am Speaker selbst oder über die am Sub. Die 60 Hz Trennung empfand ich hier als ideal, den Sub selbst hab ich allerdings noch ein Stück tiefer gedreht – so gefällt es mir am besten. Richtig Sub-Sub und kein 100-Hz-Pockern!

Platz, Platz, wir brauchen Platz

Somit konnte ich die Basisbreite meines Stereodreiecks auf amtlich 2,5 Meter erweitern, was den Eindruck des zischeligen Übergangsbereichs schwinden ließ. Je nach Klangqualität des Raumes bekommt man nun einen viel größeren und lebendigeren Sound, der allerdings auf die Distanz auch etwas an Präzision verlieren kann – mehr Spaß macht die Lösung hier bei mir auf 45 Quadratmeter aber auf jeden Fall! 

Ob man Bässe nun so präziser als ohne Sub abhören kann, mag ich zu bezweifeln. Was im Umkehrschluss allerdings auch bedeutet, dass ich der Solo6 auch “solo” als Bass-Referenz durchaus vertrauen würde. Mit einem Subwoofer kommt auch der Aufwand des sauberen Einmessens hinzu, da ein paar Zentimeter mehr oder weniger schon ordentlich etwas ausmachen können. Was ich sagen will: Es kann sein, dass der fette Sub dann nicht richtig unter den Schreibtisch passt, wenn man das Ideal des Halbkreises verfolgen will – und dann ist man u.U. direkt mit der Twin-6 als mit dem 2.1 Setup besser beraten. 

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