Anzeige

ESP LTD KH-202 Kirk Hammett Modell Test

DETAILS

Korpus
Der schwarz lackierte Korpus der LTD besteht aus Lindenholz und hat die klassische Form einer Strat. Linde hat eine mittlere Dichte, ist relativ weich und liefert einen mittenbetonten, eher weichen Ton. Gerade im Rock-Genre ist das gut zu verarbeitende Holz ein gerne gesehener Gast. Die Motorisierung der Gitarre übernehmen zwei Humbucker-Pickups. Dabei handelt es sich um passive ESP LH-301 im schwarzen EMG-Design (schwarze Kappe und Rahmen), wie sie in ESP-Instrumenten der höheren Preiskategorie verwendet werden. Auch in der Größe (70 x 38 mm) entsprechen sie den Signature-Vorbildern. Die Tonabnehmer werden über einen Dreifach-Schalter mit den Kombinationen Halspickup, Hals- und Stegpickup, Stegpickup angewählt. Dafür, dass es sich hier um passive Tonabnehmer handelt, haben die ESPs ordentlich Dampf und können einem Amp schon ganz gehörig einheizen. Lautstärke und Klang werden über zwei Volumen- und einen Tonregler eingestellt. Leider lassen sich bei den Controllern leichte Fertigungsmängel feststellen, denn die Potiknöpfe wurden schlecht aufgesetzt und drehen sich nicht gleichförmig.

Das eingebaute Tremolosystem hört auf die Bezeichnung „Floyd Rose Special Bridge“; es handelt sich also um ein „klassisches“ Tremolo-System mit Feinstimmern am Steg und Klemmsattel. Die komplette Hardware, also Tremolo, Sattel, Stimmmechaniken und auch die Potiknöpfe sind in Black Nickel – mattschwarz gefinished. Der Hebel wird am Steg in das Tremolosystem eingesteckt und mit einer Überwurfmutter befestigt. Leider lockert sich die Mutter nach ein paar Einsätzen, der Hebel löst sich und kann nicht mehr fest positioniert werden. Auch die Finetuner generieren das eine oder andere Problemchen: Die Gewinde sind unpräzise geschnitten, die Schrauben kratzen ein wenig und sind zum Teil recht schwergängig. Das könnte mit der Zeit problematisch werden, vor allem, wenn das Instrument „on the road“ Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt ist.

Hals
Der geschraubte Hals ist aus Ahorn gefertigt und mit einem Griffbrett aus Palisander belegt. Hier sind auch die Totenkopf-Inlays zu finden, Markenzeichen aller Kirk Hammett Gitarren in Strat-Form. Zum Glück wurde auch beim günstigen Modell nicht gespart, sodass die Verarbeitung hier in Ordnung geht. Zur weiteren Orientierung präsentieren sich auf der Seitenleiste des Griffbretts weiße Dot-Marker. Die Gitarre ist mit 24 Extra Jumbo Frets (1,3 mm hoch, 2,7 mm breit) beschlagen, die ab Werk etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten. Bei Bendings kratzt es schon recht stark, da sie nicht gut poliert wurden.

Ein weiteres Manko ist die recht hohe Saitenlage. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der Sattel, den man ruhig etwas tiefer hätte einbauen können. Der Abstand zwischen dem ersten Bundstäbchen und der tiefen E-Saite beträgt  1 mm. Bei einer gut eingestellten Strat messen wir an dieser Stelle 0,45 mm. Am 12. Bund können wir dann schon einen Abstand von 2,8 mm vermelden. Da kommen die Speed-Licks auch nicht mehr wie aus der Pistole geschossen. Um eine optimale Bespielbarkeit zu erlangen, müsste hier ordentlich nachgearbeitet werden. Möglich ist das, denn der Hals fühlt sich grundsätzlich gut an und liegt mit seiner schlanken D-Form angenehm in der Hand. Auch die hohen Lagen sind durch die gut ausgeschnittenen Cutaways sehr gut erreichbar. Die Saiten werden am Metallsattel mit drei Klemmplättchen per Inbusschraube gesichert und laufen dann leicht angewinkelt zu den Stimmmechaniken, die sich alle auf einer Seite des Reversed Headstocks ansiedeln. Neben dem „LTD“ Aufdruck finden wir dort noch die Abdeckung für den Halsstellstab.

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.