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03.04.2020

ZOOM LiveTrak L-8 Test

Kompakter Podcast-Mixer, Audio-Interface und Rekorder

Die Livetrack-Serie von ZOOM wurde 2017 mit dem Zoom L-12 eingeführt. Entgegen dem Trend der vergangenen Jahre, hatte das Gerät keine WLAN-Anbindung oder gar ein Touchdisplay. Dafür bekam der Nutzer echte Fader und ein selbsterklärendes Bedienfeld ohne komplizierte Untermenüs. Das neue Konzept aus Livemixer, Mehrspur-Recorder und Mischer für In-Ear-Monitoring mitsamt Szenenspeicher legte einen erfolgreichen Start hin. 2019 rückten die größeren Geschwister L-20 und L-20R nach.

Während Musiker mit dem Gebotenen im Allgemein zufrieden waren, blieben in der kreativen Welt der mobilen Podcaster jedoch Wünsche offen. Hier betritt das neue ZOOM L-8 die Bühne. Trotz kleinerer Proportionen und Abstriche bietet es einen enormen Funktionsumfang und liefert wertvolle Features für Podcast und Co.

Zwölf Eingänge, vier Ausgänge (darunter drei Monitorwege), eine Effektsektion, Soundpads, mobiler Betrieb via USB (in Verbindung mit einer Powerbank) oder vier AA-Batterien und die Möglichkeit, alle Eingangssignale zugleich auf SD-Karte und über das eingebaute USB-Interface am Computer aufzuzeichnen, sind eine richtige Ansage. Ob es den Spagat zwischen Podcast-Zentrale und Kleinmixer für Liveanwendungen schafft, werden wir im folgenden Test sehen.

Details

Zum Lieferumfang des LiveTrak L-8 gehören eine Kurzanleitung, ein USB-Kabel mit passendem Netzteil sowie ein TRRS-Kabel. Eine SD-Karte muss zusätzlich erworben werden. Auf der Produkt-Webseite des Herstellers findet ihr weiterhin eine detaillierte Bedienungsanleitung auf Deutsch, die aktuelle Firmware des Pultes und die passenden Treiber für die Anbindung an euren Computer. Diese benötigt ihr auch, da das Gerät nicht Class Compliant ist.

Das Mischpult hat eine Größe von 268 × 282 × 74 mm und wiegt nur 1,56 kg. Damit passt es perfekt ins Gigbag oder in den Rucksack. Das Kunststoffgehäuse ist vorbildlich verarbeitet, kein Grund zu Beanstandungen.

Kanal 1 – 6 haben jeweils eine Mic-/Line-Kombibuchse, Kanal 7 und 8 fungieren entweder als Stereo-Line-Eingänge, USB-Eingänge oder als Geräuschemacher mit je drei frei belegbaren Soundpads. Diese Funktionen werden mittels eines kleinen „Input Select“-Tasters umgeschaltet.

Während die ersten beiden Kanäle auch den Anschluss von E-Gitarren und E-Bässen (Hi-Z) erlauben, warten Channel 3 – 6 einen -26-dB-Pad-Schalter auf, um allzu heiße Signale im Zaum zu halten. Phantomspeisung kann ebenfalls generiert werden, allerdings ist diese nur für alle sechs Eingänge zusammen aktivierbar. Hier solltet ihr also im Vorfeld sicher sein, dass alle angeschlossenen Mics und Geräte +48 Volt vertragen.

EQ- und Effektsektion

Wie auch schon bei den großen Geschwistern L-12 und L-20 lässt sich jeder Kanal über den Select-Taster anwählen, um ihn anschließend im „Channel Strip“-Bereich mittels dreibandigem EQ (10 kHz, 2,5 kHz, 100 Hz), Low Cut (75 Hz - 12 dB / Oct), Pan und FX-Send-Encoder zu bearbeiten. An Effekten stehen zur Verfügung: Hall 1, Hall 2, Room, Plate, Delay, Chorus, Vocal 1 und Vocal 2.

Die vier Ausgänge haben jeder einen eigenen Kopfhöreranschluss, der Master Out dazu zwei XLR-Buchsen. Sie alle können entweder das Summensignal oder bis zu vier unabhängige Monitormixe ausspielen.

Zu guter Letzt gibt es noch eine sehr praktische Steuerungsmatrix, die tief verzweigte Untermenüs obsolet macht. Acht Taster, aufgeteilt in zwei Ebenen mit je vier hintergrundbeleuchteten Funktionen, werden automatisch umgestellt, wenn eine der vier Schaltflächen MIXER, EFFECT, SCENE, RECORDER angewählt wird. Das funktioniert wirklich erstaunlich intuitiv, sodass das kleine Display nur selten benötigt wird.

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