Hersteller_Yamaha EK_Einsteiger_Keyboard
Test
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15.06.2015

Praxis

Tastatur

Die Tastatur des PSR-E253 wurde leicht überarbeitet. Die schwarzen Tasten bestehen nun aus mattem Kunststoff und fühlen sich etwas griffiger an – gefällt mir gut. Die Verarbeitung der Tastatur macht für ein Einsteiger-Keyboard einen sehr guten Eindruck, hier klappert oder wackelt nichts. Nach wie vor besitzt das Basismodell der PSR-E-Serie aber keine Anschlagdynamik. Damit fehlt die Möglichkeit, die Lautstärke mit dem Anschlag zu kontrollieren. Ich würde auch Anfängern dazu raten, lieber gleich in ein Keyboard mit einer anschlagdynamischen Tastatur zu investieren, damit man ein Gefühl für dieses wichtige Ausdrucksmittel entwickeln kann. Auf Dauer hat man daran meiner Ansicht nach einfach mehr Freude.

Sounds (Voices)

Mit 372 Klangfarben (Voices) und 13 Drumkits liegt das PSR-E253 gleichauf mit dem Vorgänger. Das Angebot ist wie üblich breit gefächert – von Pianos, E-Pianos und Orgeln bis hin zu Orchesterinstrumenten und Synthesizer-Sounds ist alles dabei. Das Stereo Grand Piano ist der einzige Stereo-Klang des Keyboards und auch mit Abstand der beste Sound. Aber auch ihm hört man natürlich an, dass das PSR-E253 kein Profi-Keyboard ist – der Ausklang ist unnatürlich kurz und mangels Anschlagdynamik lässt sich der Klaviersound nicht ausdrucksstark spielen. Die übrigen Sounds entsprechen dem in dieser Klasse üblichen Standard und gefallen mir für ein Einsteiger-Keyboard recht gut. Unrühmliche Ausnahmen sind nach wie vor die verzerrten Gitarren, die sehr unnatürlich klingen und sich mit ihrem statischen Sägen leider auch in vielen Rhythmen bemerkbar machen. Auch das Angebot an modernen Synthesizer-Sounds kann nicht wirklich überzeugen.

Das PSR-E253 bietet weder eine Split- noch eine Layer-Funktion. Man kann also nur einen Sound zur Zeit auf der Tastatur spielen (und natürlich die Begleitautomatik). Allerdings gibt es einige vorgefertigte Kombinationen von Sounds, zum Beispiel Piano mit Streichern oder Piano mit Flöte.

Was es jedoch gibt, ist ein sogenannter Duo-Modus, wie man ihn auch bei vielen Digitalpianos findet. Er teilt die Tastatur in zwei Hälften mit dem gleichen Tonumfang des gleichen Sounds, sodass man zu zweit spielen kann. Das ist praktisch für den Unterricht.

Das PSR-E253 bietet die gleichen Effekte wie alle Einsteiger-Keyboards von Yamaha. Mit einem Halleffekt (9 verschiedene Effekttypen) und einem Chorus (4 Typen) kann man die Sounds noch verfeinern. Die Effekte klingen für mein Empfinden besser als bei den meisten Konkurrenzprodukten in dieser Klasse. Abspeichern kann man die Einstellungen jedoch nicht.

Im Funktionsmenü findet man zusätzlich einen Master-Equalizer mit sechs verschiedenen Presets, mit dem man den Klang des Keyboards an die räumlichen Gegebenheiten und den persönlichen Geschmack anpassen kann. Neben einer Einstellung für die internen Lautsprecher bietet der EQ ein Preset für Kopfhörer und vier weitere Settings.

Styles

100 Rhythmen (Styles) liegen im Speicher und decken ein breites stilistisches Spektrum ab. Neben Pop, Rock, Disco, Dance und Hip-Hop findet man hier auch Rhythmen aus den Bereichen Jazz, Latin und Standardtänze sowie einige „Pianist Styles“ (Klavierbegleitungen). Die Styles sind aus anderen Instrumenten des Herstellers bekannt, teilweise gehören sie schon sehr lange zum Repertoire und tauchen in jedem Yamaha Keyboard von der Einsteigerklasse bis hinauf zum Tyros auf. Beim PSR-E253 wurden sie an das kleinere Klangangebot des Keyboards angepasst, weshalb sie hier natürlich nicht so ausgefeilt und natürlich klingen wie in höherklassigen Instrumenten. Aber die meisten Rhythmen sind stilsicher programmiert und machen Spaß. Nicht überzeugend ist das Angebot an modernen Dance- und Hip-Hop-Stilen – fast alle Rhythmen aus diesen Bereichen klingen recht altbacken und uninspiriert.

Alle Styles bestehen aus zwei Variationen, einem Intro und einem Ending. Außerdem gibt es zu jedem Rhythmus ein sogenanntes „One Touch Setting“ (OTS), das eine zum Style passende Klangfarbe und ein typisches Tempo einstellt.  

Songs und Übungsfunktion

Das PSR-E253 enthält 102 Songs, die größtenteils einfache Klavierstücke und Traditionals umfassen. Beim Abspielen der Songs kann man dazu auf dem Keyboard spielen, das Tempo regeln und die rechte und linke Hand getrennt an- und abschalten, um sie zu üben. Außerdem gibt es eine Repeat-Funktion, die einen wählbaren Abschnitt eines Songs zum Üben in einer Dauerschleife wiederholt.

Beim Erlernen der Songs hilft die integrierte, mehrstufige Übungsfunktion, die es in dieser Form schon lange in den Einsteiger-Keyboards von Yamaha gibt. Die drei Lektionen „Listen & Learn“, „Timing“ und „Waiting“ führen an die Songs heran, wobei zunächst nur der richtige Rhythmus wichtig ist, während das Keyboard in der letzten Lektion mit der Begleitung wartet, bis man den richtigen Ton getroffen hat. Das macht Spaß, kann aber natürlich keinen Lehrer ersetzen.

Recorder

Der integrierte Recorder ist eine Neuerung des PSR-E253 – ihn gab es beim Vorgänger nicht. Er wird mit dem Button PHRASE REC aufgerufen und ermöglicht es, das eigene Spiel aufzunehmen. Leider sind die Fähigkeiten des Recorders aber spartanisch: Es passt nur ein Song in den Speicher und die Aufnahmekapazität ist mit gerade einmal 300 Noten sehr dürftig. Der Recorder lässt sich nicht in Verbindung mit der Begleitautomatik nutzen und es gibt keine Möglichkeit, eigene Aufnahmen extern zu sichern. Damit beschränkt sich der Nutzen dieser Funktion auf das kurzzeitige Festhalten von Ideen – ein wirkliches Werkzeug ist der Recorder mit dieser Ausstattung nicht.

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