Eurorack-Module
Test
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21.09.2017

Twisted Electrons Crazy8 Test

8-Spur Stepsequenzer

Ganz schön crazy, der Kleine!

Die kleine robuste 8-Bit Bass-Groovebox Acid8 von Twisted Electrons taucht nur ein Jahr nach ihrem Erscheinen in immer mehr Studios und Live-Rigs auf, auch aufgrund ihres sehr intuitiven und kreativen Schrittmachers. Was lag da näher, als den Sequenzer freizustellen und noch ein wenig aufzubohren. Das Ergebnis ist jetzt da und heisst Crazy8.

Details

Crazy8 ist, wie der Name schon erahnen lässt, ein achtspuriger Stepsequenzer, der ein paar „verrückte“ Ideen mitbringt. Er kommt im gleichen Formfaktor und robusten mattschwarzen Metallgehäuse wie der Acid8 Synth-Sequenzer aus gleichem Hause, ist also 20,8 cm breit, 9,7 cm tief und 2,5 cm hoch. Man sieht beiden Geräten ihre Verwandtschaft sofort an und sie passen gut nebeneinander.

Der Stepsequenzer verfügt über acht Tracks mit jeweils 16 Pattern und ist im Großen und Ganzen vom Acid8 übernommen worden. Wer sich mit dem Acid8 auskennt, kommt auch schnell mit dem Crazy8 zurecht.

Auf der Bedienoberfläche befindet sich ebenfalls eine kleine „Mäusetastatur“ á la TB-303 mit zwei Oktavtasten sowie weiteren Buttons für Run, Chain, Rest, Skip, Tempo und Shift sowie ein gummibezogener Incrementalregler mit Push-Funktion, mit dem analog zum Acid8 zwischen Pattern- und Step-Mode umgeschaltet wird.

Anstatt vieler Drehregler finden sich auf der oberen Hälfte des Crazy8 4 x 16 LEDs, die die das aktuelle Pattern sowie die aktuelle Position in einem Pattern anzeigen. Welche vier der insgesamt acht Tracks angezeigt werden, richtet sich nach dem angewählten Track.

Patterns beim Crazy8 können in verschiedenen Patternlängen, Taktungen und Richtungen laufen. Das alles geht live bei laufendem Sequenzer, ebenso wie Transponieren, Startpunkt jeder Sequenz verschieben, Swingfaktor einstellen und Tonlängen ändern, ja selbst „crazy“ kann man werden und ein vorhandenes Pattern durch zufällige Veränderungen  mehr oder weniger stark umkrempeln. Die LEDs bieten eine Übersicht, was auf welchem Kanal gerade passiert. Da huschen dann die LEDs von links nach rechts und rechts nach links und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Für den verschleppten Groove bietet Crazy8 zwei Swing-Modes mit jeweils acht verschiedenen Swing-Stärken.

Die ersten vier Tracks sind dem MIDI-Ausgang eins zugeordnet. Hier sind fünfstimmige polyfone Sequenzen machbar. Die Tracks fünf bis acht steuern über die vier rückwärtigen CV/Gate-Ausgänge Synthesizer mit ebensolchen Eingängen an: Modularsysteme, junge Wilde, wie den Arturia Microbrute, unverwüstliche Klassiker, wie Roland’s SH-101, oder auch den Therapsid aus eigener Herstellung. Alternativ dazu können über MIDI-Ausgang zwei weitere MIDI-Empfänger über frei wählbare Kanäle versorgt werden.

Rückseitig zeigt sich der Crazy8 anschlussfreudig aber einseitig: Miniklinkenbuchsen soweit das Auge reicht. Ohne spezielle Kabel geht da nichts. Von der Seite betrachtet fällt auf, was für eine flache Flunder der Crazy8 ist. Der Crazy8 passt überall hinein, nur der gummiüberzogene Endlosregler mit Click-Funktion steht hervor.

Es gibt nur einen MIDI-Eingang, der sich vor allem für die MIDI-Clock anbietet. Wird MIDI-Clock empfangen, setzt sich Crazy8 klaglos in Bewegung. Allerdings skaliert der kleine Franzose die empfangene MIDI-Clock nicht in Sechzehnteln, sondern ganz extravagant in Vierteln. Die interne Geschwindigkeit muss also bei Bedarf per „Rate“ angepasst werden. Mehr dazu im Praxisteil. Jedes Pattern ist nur einen Takt lang. Über die Chain-Slots können pro Track bis zu acht Takte lange Patternketten erzeugt werden. Eine Slide-und Accent-Funktion wie bei der Acid8 gibt es leider nicht.

Bis auf die Netzteilbuchse sind alle Anschlüsse als Miniklinkenbuchsen ausgeführt. Zwei entsprechende MIDI-Adapterkabel liegen bei. Das Netzteil ist mit dem des Acid8 kompatibel. Allerdings kann man jedes Netzteil nutzen, dass zwischen 9 und 15 Volt Gleich-oder Wechselspannung erzeugt. Eine Quickstartanleitung rundet den Lieferumfang ab. Das nicht besonders ausführliche Manual gibt’s im Netz.

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