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20.04.2021

The Offspring melden sich mit neuem Album "Let The Bad Times Roll" zurück

Viel vertrauter Offspring-Sound gepaart mit politischen Statements zeichnen das Album aus

Vor neun Jahren wurde das letzt Album von The Offspring 'Days Go By' veröffentlicht. Die ewigen Punk-Rocker sind jetzt wieder zurück mit ihrem neuesten Werk 'Let The Bad Times Roll'. 

In den 90er war die Punk-Subkultur in den USA sehr präsent. Auf den Skateplätzen in Venice Beach, den Basketballcourts in Brooklyn oder am Lake Michigan bei Chicago. Die Jugend saß zusammen, rebellierte mit ihren Outfits, markigen Sprüchen und Musik gegen alles und jeden. Als Protest gegen die Gesellschaft oder um Teil einer neuen Identität zu sein, die Anhänger von Punkrockbands waren unaufhaltsam. Green Day, Sum 41, Blink 182, etc. - man kennt sie. Auch The Offspring hatte zu dieser Zeit mit "Smash" ein mehr als erfolgreiches Album am Start. Die große Zeit des Punkrocks in der Jugendkultur scheint mittlerweile vorbei. Hip Hop und Trap, Lo-Fi-House und EDM sind die neuen hippen Genres, die Zeit hat sich gewandelt. The Offspring hat sämtliche Dekaden überstanden und machen einfach ihr Ding weiter - also den typischen Offspring-Sound spielen. 

Lass die schlechten Zeiten vorbeiziehen 

Das Album beinhaltet zwölf neue Lieder, das erste 'Let The Bad Times Roll' wurde schon vor Wochen veröffentlicht, um das neue Werk einzuleiten. Inspirieren ließen sich die Rocker von Geschehnissen in der Welt und in Amerika. Die politische Spaltung des Landes und die Corona-Pandemie werden direkt oder indirekt angesprochen. Die Texte sind nicht besonders kreativ, kommen mit vielen Rock-Klischees um die Ecke. Sie vermitteln aber meist eindeutige Statements. Die Songs erinnern an frühere Zeiten, das Rad wurde nicht neu erfunden. In 'The Opioid Diaries' liefert The Offspring typische Punk-Ästhetik aus den 90ern. In 'Hassan Chop' ist der klassische Offspring-Sound präsent - Dexter Holland irgendwo zwischen gesprochener und geschrieener Gesangsperformance. Einer der Highlights des Albums ist sicher 'This Is Not Utopia', bei dem eine klare soziopolitische Kritik, etwa über die polarisierte Medienlandschaft, rauszuhören ist. Ebenso melodisch und für Offspring-Fans sicher ansprechend ist mit 'Behind Your Walls' ein Track, der Sehnsucht nach besseren Zeiten versprüht. 

Pete Parada, Todd Morse, Bryan Dexter Holland und Kevin Noodles Wasserman haben sich für das Album viel Zeit gelassen, so große Abstände zwischen Releases gab es bisher noch nicht. Manche Tracks haben durchaus Potenzial in die Best-Of-Liste der Band aufgenommen zu werden, viel revolutionäres ist aber nicht dabei. Vor allem die kurze Dauer des Albums (33 Minuten) dürfte für Fans, die fast eine Dekade warten mussten, enttäuschend sein.

Tracklist:

  1. This Is Not Utopia
  2. Let The Bad Times Roll
  3. Behind Your Walls
  4. Army of One
  5. Breaking These Bones
  6. Coming For You
  7. We Never Have Sex Anymore
  8. In The Hall of the Mountain King
  9. The Opioid Diaries
  10. Hassan Chop
  11. Gone Away
  12. Lullaby

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