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Workshop
5
09.01.2017

Tags und Playlisten in Rekordbox

Crashkurs Pioneer Rekordbox DJ #3

Neue Promos hier, neue Releases dort, meine Lieblingskünstler bringen ein neues Album raus und diverse Newcomer möchte ich auch noch unterstützen. So läuft das bei regelmäßig spielenden DJs fast wöchentlich ab. Im tiefen Dschungel umfangreicher Musiksammlungen findet sich sogar mancher Hobby-, Gelegenheits- und Heim-DJ nicht mehr zurecht und genau deswegen gibt es Programme, die einem dabei helfen wollen.

Apples iTunes legt Wiedergabelisten an, mehr aber auch nicht. Pioneers Rekordbox DJ geht einen Schritt weiter und bietet zahlreiche Funktionen, beispielsweise Sortierfilter und ein einfaches Tagging-System, die einem das DJ-Leben vereinfachen sollen.

Details

Bekanntermaßen sortiert Pioneers Rekordbox Songs von euren Datenträgern in Wiedergabelisten oder importiert Playlists aus iTunes oder mittels Rekord Buddy von anderen DJ-Programmen. So weit, so gut, doch wie organisiert man seine unendlich große Musikbibliothek so, dass man auch in Stresssituationen im Club und auf der Bühne immer die richtigen Songs parat hat? Ganz gleich, ob ihr eure Playlisten auf USB-Sticks, SD-Karten und externe Festplatten für die Player im Club vorbereitet oder einen Rechner in das Netzwerk integriert, Rekordbox hält diverse Sortierfilter für die richtige Songauswahl bereit.

Browser

Links unten in der Software findet ihr:

  • Sammlung, den Ordner mit allen in die Software importierten Musiktiteln.
  • Wiedergabelisten, den Ordner mit euren angelegten oder importierten Listen.
  • iTunes, die Brücke zu Apples Musikbibliothek. Explorer, hier könnt ihr eure Datenträger nach Audiodateien durchforsten.
  • Geräte, das sind eure Datenträger für exportierte Rekordbox-Playlisten. Tracks, Verläufe und Playlists, die ihr mit Rekordbox oder kompatiblen Playern gespielt habt, inklusive.

Darunter gibt es in der unteren Ecke einen Button, um den Sync-Manager zu starten. Damit legt ihr fest, welche iTunes-Wiedergabeliste und Rekordbox-Playlist automatisch synchronisiert werden soll. Das Feature nimmt euch eine wichtige Aufgabe ab und überwacht eure Musik. Interessant ist das zum Beispiel, falls ihr mit iTunes arbeitet und euch eine feste Wiedergabeliste anlegt, in die ihr eure neu erworbenen Titel ablegt.

Sobald sich in dem überwachten iTunes-Ordner neue Tracks befinden, werden diese sofort und automatisch in die Rekordbox-Sammlung importiert. Danach könnt ihr in iTunes euren Ordner wieder leeren, um später erneut neue Songs reinzulegen. Ihr nutzt diese iTunes-Playlist sozusagen als Transferbrücke zwischen den beiden Programmen.

Ebenfalls bestimmt ihr hier, ob zum Beispiel neue Cue-Punkte, die ihr live im Club gespeichert habt, zu den Tracks eurer Sammlung übertragen werden. In der oberen linken Ecke seht ihr einen Doppelpfeil. Dahinter verbirgt sich eine Liste für acht Browser-Shortcuts, die ihr per Drag’n’Drop zum schnelleren Auffinden wichtiger Playlisten und Ordner erstellt.

Tags

Der mittlere, große Bereich beherbergt unsere Musiktitel mit den zahlreichen, (optional) anzeigbaren Tags. Sie sind unglaublich wichtig für die Sortierung und das Auffinden von Songs und Songkriterien. Achtet hier besonders auf die genaue Angabe von Titel, Namen, Genres und was sonst noch für euch und eure Arbeitsweise wichtig sein könnte. Ich habe mir angewöhnt, die Tracks direkt nach dem Importvorgang mit dem richtigen Genre zu taggen und in meine selbst festgelegten Kategorien wie Hands Up, eigene Produktion, Pusher, DrumTool oder Melodic einzuordnen.

Nicht zu unterschätzen ist das Thema Harmonic Mixing: Viele Songs sind heutzutage so DJ-unfreundlich produziert, dass man von einer Harmonie in die nächste mixen muss, ohne den obligatorischen einminütigen Beat-Teil für den Übergang zur Verfügung zu haben. Rekordbox DJ schafft Abhilfe und bestimmt während des Scanvorgangs auf Wunsch auch die Tonart eines Musikstücks. Wer bereits mit Mixed-In-Key und dem Camelot-Wheel vertraut sein sollte, dem rate ich, diese Software ebenso einzusetzen, denn der Import/Export der Tonart-Tags ist eigentlich sehr simpel: Zuerst lasst ihr eure Tracks von Rekordbox analysieren und startet danach die Tonart-Erkennung von Mixed-In-Key. Das Ergebnis wird in den Kommentar-Tag des Songs geschrieben. Nach einem Reload der Tags in Rekordbox DJ steht euch der neue Wert, nach dem natürlich ebenfalls sortiert oder gesucht werden kann, dann zur Verfügung.

Zieht euch im Browserfenster die erforderlichen Tag-Überschriften nebeneinander und (de) aktiviert für euch notwendige Tags mittels Rechtsklick auf die Überschriften. Wem das noch nicht genug ist, der schaltet zwischen der Ansicht des halben oder ganzen Coverbildes um und erhält in den Spalten zusätzliche Informationen, die vorher ausgeblendet waren. Die kleine, wahlweise in voller oder halber Höhe darstellbare farbige Wellenformanzeige neben den Songnamen zeigt euch außerdem Cue- und Loop-Punkte an.

Weitere Hilfestellungen geben euch die Fenster, die ihr an der rechten Seite des Browsers aufklappen könnt. Das oberste öffnet klickbare Tags wie Genres, Components (Piano, Synth, Bass, Percussion, Vocals), Situation (Main Floor, Lounge, Build Up, Peak Time) und Untitled Column (eigene Kategorie) zur schnellen Zuordnung zu einem oder mehreren ausgewählten Titeln. Ein Tipp: Legt euch von Anfang an über das kleine Pluszeichen am unteren Rand eigene Tags an, nach denen ihr suchen würdet.

Das nächste Fenster zeigt euch, basierend auf den zugewiesenen Tags, nach Kriterien verbundene Songs. Die Verbindung könnt ihr selbst über das Zahnrad-Symbol im Fenster vorgeben. Das ist ein wirklich sehr interessantes Feature. Als Beispiel lasse ich mir zu meinem ausgewählten Track passende Titel aus der kompletten Sammlung mit den Kriterien „BPM Bereich von +-5%“ und „Tracks des gleichen Genres“ vorschlagen. Et voilà! Ein, zwei Millisekunden später erscheint eine lange Liste geeigneter Titel. Dieses Fenster ist für Laptop-DJs ein Muss, ein echter „Timesaver“. Zudem bringt es oftmals wirklich spannende Überraschungen für das eigene Mix-Set.

Jetzt könnt ihr eure Playlists natürlich mit eigenen Song-Ideen und Titelwünschen zu den Vorschlägen von Rekordbox DJ ergänzen und passend zur jeweiligen Gelegenheit aufbauen. Auch hier gibt es mehrere Ansätze: Ich selbst lege mir für jeden Auftritt eine Liste mit Tracks an, die ich spielen oder auch antesten will. Darüber hinaus sortiere ich neue Titel in spezielle Kriterienlisten, basierend auf den Eigenschaften und Besonderheiten meiner Songs. Ich verwende beispielsweise die Playlists Intro, Letzte Tracks, Rave, Hits, Beat-less, Tools und Warm-up.

Falls ihr der DJ-Software das Einsortieren übergeben wollt, könnt ihr intelligente Wiedergabelisten erstellen und diese, ähnlich wie in iTunes, mit mehreren Parametern programmieren. Auch hier ist es sehr wichtig, die Titel der Sammlung pingelig getaggt zu haben. Der Vorteil einer solchen Liste ist, dass sie jeden neu importierten Song automatisch hinzufügt.

Vorarbeiten und vorbereiten macht sich mehr als bezahlt. Baut euch sorgfältig eine sortierte Bibliothek auf, die ihr dann über Jahre genau so nutzt. In diesem Sinne: Happy Mixing!

Euer Marcus aka Broombeck

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