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06.10.2017

Stanton T.92 M2 USB Test

DJ-Turntable mit USB-Interface

Der T.92 M2 USB von Stanton ist ein richtiges Multitalent. Er ist umfangreich ausgestattet, sowohl in Bezug auf das mitgelieferte Zubehör, als auch die technischen Features. Und die interessieren uns hier natürlich ganz besonders. Auffälligstes Merkmal ist der integrierte USB-Ausgang, mit dem das Digitalisieren von Schallplatten ohne zusätzliches Audiointerface möglich ist. Auch ein Line-Ausgang ist integriert und damit kann dieser Plattenspieler auch an jene Geräte angeschlossen werden, die keinen internen Phono-Preamp haben. Das alleine macht den Stanton schon zu einem praktischen Gerät, aber auch an Discjockeys wurde bei der Entwicklung gedacht.

Details

Gut verpackt kommt der Stanton T.92 M2 USB in meinem Testlabor an. Jedes Zubehörteil ist ordentlich geschützt, in Folie gepackt und fest in das Verpackungsmaterial geklebt. So sollte das sein. Vor dem Betrieb muss der Stanton noch zusammengesetzt werden, drei Schritte sind dafür notwendig. Zuerst muss der Plattenteller eingesetzt werden, was nur ein paar Sekunden dauert. Dann wird das Gegenwicht auf den hinteren Teil des Tonarms gesteckt und das beiliegende Headshell mit vormontiertem Stanton 300 System an der Vorderseite befestigt. Auch diese Schritte waren in weniger als zwei Minuten erledigt. Ein bisschen länger dauert dagegen die Einstellung und Justierung des Gewichts am Tonarm, denn hier muss man sich mit sehr feinem Drehen an den richtigen Wert herantasten. Für Laien könnte das unter Umständen etwas frustrierend werden, besonders weil die beiliegende Anleitung sehr knapp gehalten ist.

Blick auf die Rückseite

Hier finden wir sämtliche Anschlüsse, den Stromanschluss und den Power-Schalter. Der Stereo-Cinch-Ausgang ist für Mischpulte oder Verstärker gedacht, mit dem danebenliegenden Schalter wird das Ausgangssignal zwischen Phono- und Line-Pegel umgeschaltet. Der im Produktnamen versprochene USB-Anschluss ist hier auch zu finden, ebenso der digitale S/PDIF-Ausgang. Mit etwas Abstand rechts finden wir den Stromanschluss und den Power-Schalter.

Ganz viele Knöpfe und ein Fader

Der Stanton T.92 M2 USB protzt im Vergleich zu einem klassischen Turntable wie dem Technics 1200 regelrecht mit Knöpfen. Der größte Button ist naturgemäß dem Starten und Stoppen der Platte gewidmet. Gleich zweimal finden wir ihn auf dem Plattenspieler, was beim Aufstellen Flexibilität sowohl für Mix- als auch Scratch-DJs bedeutet. Über dem ersten Start/Stopp-Button befindet sich ein Drehregler, der an den Power-Schalter des Technics 1200 erinnert, hier aber lediglich den direkt angetriebenen Motor steuert. Damit kann man den nach wie vor beliebten Effekt der immer langsamer werden Platte initiieren. Zusätzlich ist hier das blaue Licht untergebracht, das den Plattenteller beleuchtet. Knöpfe für die Laufgeschwindigkeit dürfen natürlich auch nicht fehlen. Dass zwischen 33 und 45 RPM gewählt wird, ist Standard. Wenn beide Knöpfe gemeinsam gedrückt sind, bewegt sich der Plattenteller auch mit 78 Umdrehungen. Finde ich sehr cool, auch wenn ich keine einzige „78er“ in meiner Sammlung habe. In der Nähe des zweiten Start/Stopp-Tasters ist der Reverse-Button zu finden und er macht genau das, was der Name verspricht, nämlich das Vinyl rückwärts abspielen.

 

Der 100 Millimeter lange Pitchfader ist auf der rechten Seite untergebracht und insgesamt von drei weiteren Tasten umgeben. Der obere nennt sich „Pitch Select“ und schaltet zwischen acht und zwölf Prozent Pitch-Skalierung um. Links neben der Mittenstellung des Faders befindet sich die Taste „Pitch Lock“, oftmals auch „Quarz Lock“ genannt. Sie leuchtet auf, sobald man sich mit dem Regler bei +/- 0 befindet. Verschiebt man den Fader (Licht geht aus) und betätigt die Taste im Anschluss (Licht geht an), dreht sich der Plattenteller sekundenschnell wieder mit der normalen Geschwindigkeit. Zu guter Letzt ist unterhalb des Faders die sogenannte Key-Lock-Taste untergebracht. Dies ist für mich der spannendste Knopf und zugleich auch der diskussionswürdigste. Hiermit wird eingestellt, ob mit der Veränderung des Tempos auch die Tonhöhe der Musik beeinflusst werden soll oder gleichbleibt. 

Tonarm

Ein S-förmiger Tonarm aus Kunststoff sorgt dafür, dass die Nadel auf der Rille liegt, ein Hebel zum Anheben und Absenken des Arms ist nicht vorhanden. Der obligatorische Anti-Skating Regler befindet sich rechts daneben.

Verarbeitung

Der T.92 M2 USB überzeugt mich mit einer soliden Verarbeitung. Nichts macht hier einen wackeligen Eindruck, auch der Tonarm und dessen Lager sind gut verbaut. Mit seinen fast 9 kg steht der Plattenspieler stabil auf seinen Füßen, was gerade für Scratching eine wichtige Voraussetzung ist. Hier ist nicht alles aus einem Guss wie bei dem schweren Technics 1200 Panzer, aber zu meckern gibt es hier eigentlich nichts. Kunststoff ist das dominierende Material. Gut finde ich, dass die analogen Cinch-Ausgänge einen Stecker haben, denn das habe ich persönlich immer an meinem Technics vermisst und jeder, der schon einmal einen Kabelbruch am Cinch-Ausgang hatte, kann davon bestimmt ein Lied singen.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des Stanton ist sehr zufriedenstellend, ein rundum Wohlfühlpaket sozusagen. Neben den Komponenten des Plattenspielers selbst, ist ein auf der Headshell vorinstalliertes Stanton 300 System inkl. Nadel dabei. Ebenso eine Slipmat, ein Single-Puck, je ein Cinch- und USB-Kabel und da hier kein Kunststoffdeckel den Preis in die Höhe drückt, wurde als kostengünstige Alternative zumindest an eine Schutzhaube aus Stoff gedacht. Eine gedruckte Anleitung in verschiedenen Sprachen und ein Aufkleber sind ebenfalls dabei. Zusätzlich bekommt jeder Käufer die Vollversion der DJ-Software Deckadance 2 obendrauf, damit die frisch digitalisierten Songs gleich vermixt werden können. Einen ausführlichen Test dazu findet ihr hier.

Käufer des Stanton T.92 M2 USB brauchen also nur noch einen Computer und ein paar Schallplatten, um direkt loslegen zu können. Zum Aufnehmen fehlt unter Umständen ein passendes Programm und auch hier gibt die Anleitung einen Ratschlag und empfiehlt das kostenlose Audacity, was wir in diesem Test ebenfalls verwenden. Legen wir los!

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