Gitarre Bass Hersteller_SourceAudio
Test
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11.08.2021

Source Audio ULTRAWAVE MULTIBAND PROCESSOR

Für die Soundfiles setze ich das Pedal zunächst im Monobetrieb direkt vor ein 73er Fender Bassman Top und gehe von dort in die Faltung eines 4x12" Celestion PreRola Greenbacks.
Ich taste mich vorsichtig heran und ihr hört zunächst einige Presets, die ich am Gerät umschalten kann. Selbstverständlich haben die Zerrsounds hier etwas Digitales im Grundsound, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich das bei einem Gerät, das ohnehin sehr abgefahrene und spezielle Effekte generieren soll, nicht im Mindesten stört, denn die Gesamtergebnisse sind mehr als überzeugend. Die Bedienung ist am Gerät kinderleicht, erlaubt jedoch im Default-Setting nur rudimentäres Tweaken des Grundsounds.

Drive Level Sustain Treble Mode
13:00 13:00 15:00 12:00 L Green

Drive Level Sustain Treble Mode
15:00 12:00 15:00 13:00 M Green

Drive Level Sustain Treble Mode
14:00 12:00 14:00 14:00 R Green

Drive Level Sustain Treble Mode
16:00 14:00 13:00 13:00 L Red

Die Fülle an Presets, die ich über den Editor beziehen kann, ist zahlreich und hier zeigt sich ein wesentlich repräsentativeres Abbild dessen, was das Ultrawave alles vermag. Die Soundvielfalt ist wirklich gigantisch und von "Brot-und-Butter"-Kompressor-, Tremolo- oder Drivesounds bis hin zu vollkommen abgefahrenen Effektklängen wird hier alles geboten.

Natürlich besitzt das Pedal mit seinen vier Potis und der Alternate-Funktion eine gewisse Flexibilität was die Programmierung angeht, allerdings muss man sagen, dass man ohne Zuhilfenahme des Editors nicht einmal einen Bruchteil des Potenzials abschöpft. Insofern ist das reine Hardwarepedal in der Livesituation für Gitarristen und Bassisten eher als "Preset-Lieferant" zu verstehen, und um den Zugriff auf die sechs Voreinstellungen zu ermöglichen, die man idealerweise zu Hause vorgenommen hat. Allerdings benötigt die Programmierung eine gewisse Einarbeitungszeit, denn die Vielfalt an Optionen ist nicht allzu leicht zu durchschauen. Gitarristen und Bassisten, die eher den Drei-Poti-Betrieb ihrer Pedale gewohnt sind, müssen hier möglicherweise etwas Geduld mitbringen.

Zunächst taste ich mich durch einzelne Effekte wie den Kompressor, vereinzelte Distortion-Typen und das Tremolo. Hierzu bleibe ich vorerst noch im Monobetrieb vor meinem Amp. Der Kompressor arbeitet sehr effektiv und kann auch im Standalone-Betrieb eingesetzt werden. Dank der Parametervielfalt ist hier einiges an Kompressorsounds geboten und es lässt sich sehr detailreich am Ton schrauben. Der Distortionblock liefert von clean, einfachen Overdrive- und Distortionsounds bis hin zu Oktav-Fuzz und Synthi-Zerrungen wie den Fold-Modellen eine wahre Zerrspielwiese. Auch der Equalizer erweist sich als sinnvolles Tool und setzt an gut gewählten Frequenzen an, die den Sound ordentlich verbiegen können. Von abgefahrenen Settings bis zu gewöhnlichen Mid-Boosts ist hier alles möglich. Das Tremolo bietet durch die flexible Wellenformgestaltung eigentlich alle erdenklichen Sounds, die man allerdings ebenfalls im Gesamtbild der Pedalkonzeption begreifen muss. Warme Tremolosounds, wie man sie von alten Fender-Amps kennt, haben hier keine Top-Priorität, sondern vielmehr geht es um den Einsatz des Effekts in Kombination mit spezielleren Sound-Zutaten.

Nun möchte ich das Ultrawave im Stereo-Setup testen. Hierzu verbinde ich die beide Outputs mit meinem Audio-Interface und belege den DAW-Stereokanal mit einem Audified AmpLion Plugin, auf das ich einen cleanen Amp lege. Übrigens lässt sich das Pedal auch ohne Amp und Cabsimulation einsetzen, allerdings erhält man hier den typischen DI-Sound und im Zerrbereich mitunter zu kratzige Höhen, weshalb ich die Kombination mit einer Speakersimulation vorziehe.
Für Stereosounds löse ich die Link-Verbindung und wähle für die Kanäle verschiedene Verzerrungen, nämlich das Fold-Modell für Kanal 1 und eine oktavierte Zerre für Kanal 2. Die rhythmische Synchronisierung stelle ich dabei auf den Wert 1:2. Ganz klar, im Stereo-Setup kann der Ultrawave seine Trümpfe nun vollends ausspielen.

Jetzt betrachten wir den Morph-Effekt, der zwei verschiedenen Zerrsounds überblendet. Hierdurch wird eine weitere Möglichkeit eröffnet, eigene Zerrsounds zu entwickeln. Die Überblendung kann über Envelope Follower, einen konfigurierten Controller, wie z. B. ein neu belegtes Poti oder eben per LFO geschehen. Ich entscheide mich hier für Letzteres und lasse über die Oszillation zwischen einem einfachen Distortion und einem Octave Fold Distortion hin und her pendeln.

Erneut wähle ich ein Fold-Distortionmodell, schalte den Kompressor jedoch diesmal hinter die Verzerrung, wodurch sich der Charakter des Sounds wesentlich gravierender ändert und deutlich empfindlicher auf den Anschlag oder die Pickups auswirkt. Zusätzlich wähle ich einen Dreier Offset-Rhythmus, lasse das Tremolo in einem kantigen Rechteckformat wabern und erhalte dadurch einen sequenzerartigen Effekt.

Im letzten Beispiel erhöhe ich den "Env->Rate" Regler im LFO-Block, was dazu führt, dass das Tremolo zuerst beschleunigt und nach Abfallen unter einen Schwellenwert langsamer wird. Durch das Setzen des "Envelope to Volume" auf Pre-Distortion im Single Tremoloblock erhält man fast eine Art Volume-Swell im Anschlag.

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