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03.11.2019

Sounddesign mit Serum – Wavetable in der Praxis

Sounds für Synthwave, Trap, Future House und Techno mit dem beliebten Synth

Serum von Xfer Records ist auch im sechsten Jahr noch das Maß aller Dinge bei Softwaresynthesizern. Zwar ist er im EDM und Dubstep beheimatet, der Synth ist aber so vielseitig und flexibel, dass ihr genauso auch 808-Bässe, schwebende LoFi-Pads und analoge Leadsounds programmieren könnt. In diesem Workshop zeigen wir euch zehn Sounds, die ihr in dem Synth-Wunderkind bauen könnt. 

Programmierer Steve Duda, der Serum anfangs quasi im Auftrag seines engen Freundes deadmau5 entwickelte, hat über die Jahre kontinuierlich kleinere und größere Updates für Serum hervorgebracht. Mal kamen neue Filtertypen dazu, mal wurde Serum MPE-fähig und wieder ein anderes Mal wurde ein kleines Feature von der Community gewünscht, das teilweise nur Tage später prompt in einem Update veröffentlicht wurde. Das letzte Update der Version 1.272 ist vom Sommer dieses Jahres (2019) – vorbildlich. 

Dazu gibt es kaum ein Softwareinstrument mit derart vielen und unterschiedlichen Presetpacks. Serum kommt zwar aus dem EDM, beherrscht aber, gemessen an der Zahl der Presets und der Breite des Soundspektrums, quasi so gut wie jeden Sound. Bevor wir aber ins Sounddesign einsteigen, muss noch eine erste Voreinstellung vorgenommen werden: Damit wir quasi immer vom weißen Blatt aus anfangen´und euch keine Einstellung und keine Modulation den Sound verhagelt, setzt Serum bitte auf den Anfangszustand zurück. Das tut ihr über den Befehl „Init Preset“ im Menü oben rechts. Ganz wichtig: Falls euch ein Sound gefällt, speichert das Preset oben im Menü unbedingt ab. Denn wenn ihr das Preset versehentlich während der Arbeit an einem Sound wechselt, ist alles weg.

808 Bass mit Serum

Die dröhnenden 808-Bässe sind mittlerweile weit über den Trap hinaus auch im Pop angekommen. Grundsätzlich ist eine 808-Kick, egal in welchem Synthesizer ihr sie kreiert, nicht viel mehr als eine Sinuswelle mit Pitch-Hüllkurve. Damit es aber ordentlich rumst und der Bass seinen typischen Druck entwickelt, können noch einige zusätzliche Modulationen und Einstellungen in Serum vorgenommen werden.

  1. Stellt bei OSC A eine Sinuswelle ein. Dort, wo „Default“ steht, öffnet sich das Menü mit den Wavetables. Serum bringt fabrikseitig bereits 144 an der Zahl mit, wir ignorieren davon genau 143 wunderschöne, hochkomplexe Wellentabellen und nehmen eine schnöde Sinuswelle. Die gibt es in der Wavetable „Basic Shapes“ unter „analog“. Setzt dann noch den Wert bei „OCT“ auf -1. Sonst müsst ihr, falls ihr den Bass auf einem MIDI-Keyboard einspielt, immer sehr weit unten auf der Tastatur spielen. 
  2. Hüllkurve – ENV1 ist die Standardhüllkurve für die Lautstärke. Wichtig ist hier, dass vor allem der Sustain komplett heruntergedreht wird. Stellt euch den Klang einer echten Bassdrum vor. Die wird lediglich angeschlagen, einen Ton zu halten (=Sustain) ist physikalisch nicht möglich. Außerdem dreht ihr den Attack knapp über Null Millisekunden, sonst klickt der Sound zu stark. Der wichtigste Parameter ist der Decay. Der bestimmt, wie kurz oder lang eure Kickdrum klingen wird. Der Release sollte tendenziell kurz, das heißt unter 20 Millisekunden, eingestellt sein. 
  3. Hüllkurve 2 – die wichtigste Modulation bei einer 808. Wählt ENV 2 aus. Stellt die Hüllkurve so ein: Attack = 10 ms, Hold = 0 ms, Decay = 135 ms, Sustain = 0 % und Release bei 15 ms. Das kleine Kreuz im Titel von ENV2 zieht ihr jetzt mit der Maus auf das Feld neben dem „CRS“ in OSC A mit den zwei Strichen „- -„, um so die Modulation zu verbinden. Jetzt geht’s ab in die „Matrix“. In der Modulationsmatrix (dritter Reiter oben, zwischen „FX“ und „Global“) stellt ihr ein, wie stark die Modulation ist und ob sie in eine oder beide Richtungen laufen soll. In der Liste seht ihr jetzt die Verbindung, die wir eben per Drag-and-drop erstellt haben. ENV2 moduliert „A CoarsePit“. Über den „Amount“-Regler in der Mitte stellt ihr die Stärke ein. 20 % ist ein guter Anfangswert. Außerdem klickt ihr einmal auf den doppelten Pfeil unter „Type“, um die Richtung zu ändern.
  4. Damit sich die Bassnoten nicht überlappen, sollte Serum auf „monophon“ eingestellt werden. Andernfalls kann euer Bass matschig und die einzelnen Noten bei schnellen Abfolgen undefiniert klingen. Das macht ihr unten rechts im Bereich „Voicing“, in dem ihr das Feld „Mono“ aktiviert. 
  5. Filter – damit der Basssound auch wirklich dort bleibt, wo er hingehört, nämlich in den tiefen Frequenzen. Damit durch die Pitch-Hüllkurve keine höheren Frequenzen dazu kommen können, setzen wir dem Ganzen kurz einen Deckel drauf. Aktiviert das Filter oben rechts, lasst es bei dem standardmäßig  eingestellten „MG Low 12“ und dreht den „Cutoff“-Regler auf ungefähr 300 Hz. Zum ersten Andicken des Basssounds dann noch „Drive“ auf 40 % und „Fat“ auf 25 %.
  6. Falls ihr das Tutorial bis jetzt auf Laptopboxen verfolgt habt, habt ihr euch vielleicht gewundert, warum ihr nichts hört. 808-Bässe dröhnen derart und klingen auch in kleinen Boxen gut, weil bis zum Abwinken verzerrt und gesättigt wird – ab zu den Effekten also. Im FX-Bereich von Serum, oben zwischen „OSC“ und „Matrix“ anwählbar, könnt ihr aus  zehn Effekten auswählen. Wir nehmen „Distortion“. Aktiviert den Effekt mit einem Klick auf das Feld neben dem Effektnamen und dreht dann langsam den „Drive“-Regler hoch, bis euch der Sound gefällt. 

Growls mit Serum

Anders als im Trap hat der Bass im Dubstep oft die dominanteste Rolle, da wird gegrowlt und gebrüllt, was das Zeug hält. In den letzten zehn Jahren haben Acts wie Skrillex oder VirtualRiot die schreienden, berstenden Basssounds populär gemacht. Serum ist wie dafür gemacht.

  1. Der typische Growl-Sound entsteht durch die Modulation der Wavetable-Position. Als Basis dafür braucht ihr eine Welle in OSC A, die das entsprechende harmonische Material mitbringt. Auf diese Weise „spricht“ der Basssound. Nehmt „Monster 2“ aus der Kategorie „Spectral“. Spielt eine Bassnote und bewegt dabei den Regler „WT-Position“. Schon ist das typische Growlen zu hören.
  2. Diese Bewegung soll natürlich automatisch passieren. Klickt LFO1 an und zieht das Kreuz auf den WT-Position-Regler von OSC A. Ein blau leuchtender Halbkreis um den Regler zeigt euch die erfolgreiche Verbindung an. Wenn ihr jetzt „WT-Position“ anklickt und haltet und die Maus nach oben oder unten zieht, könnt ihr die Stärke der Modulation bestimmen. Damit der Growl so prägnant hörbar bleibt, lassen wir die starke Modulation so. Für den Einstieg stellen wir den LFO auf Achtelnoten und passen die Kurve etwas an.
  3. Für das breiter Klingen nehmen wir Serums Unison-Engine. Die sorgt dafür, dass Serum intern quasi virtuelle Kopien des Sounds erzeugt und sie leicht gegeneinander verstimmt – klingt wie ein Chor. Wir stellen eine maximale Stimmzahl von 16 ein. Vorsicht bei älteren Rechnern: Das wird ganz schnell sehr CPU-intensiv.
  4. Im zweiten Oszillator, OSC B, stellen wir alles gleich ein – eigentlich wie bei OSC A, bis auf die Oktave. Setzt hier „Oct“ auf +1 und Unison auf nur vier Stimmen. Dadurch wird der Growl in den Mitten noch verstärkt.
  5. Filter -- Finger weg vom Low-Pass-Filter! Der würde den Growl nämlich verschlucken. Besonders prägnant klingen dagegen die drei Formantfilter, die dem Growl fast schon einen stimmlichen Charakter verleihen. „Formant-I“ aus der Filterkategorie „Misc“ hilft uns weiter – Cutoff auf 430 Hz, Formantregler auf 50 %, beide noch mit LFO1 verbinden und leicht modulieren. Jetzt wird doch ein Schuh draus!
  6. Zu guter Letzt auch hier ein paar Effekte, um alles noch ordentlich aufzublasen. Aktiviert „Distortion“, wechselt aber jetzt von der Tube-(Röhren)-Verzerrung zur „Asym“-Verzerrung und dreht den „Drive“ nur leicht hoch (10 – 15 %). 

Analoger Lead mit Serum

Serum ist nicht unbedingt bekannt dafür, analoge Sounds besonders originalgetreu nachahmen zu können. Aber mit einigen Modulationen und Veränderungen ist auch in diesem Softsynth ein sehr analog klingender Leadsound möglich, der in jeden LoFi-Hip-Hop-Track passt.

  1. Im Ordner „Analog“ in den Wavetables ist die die Welle „BS2 – Subby Saw“ eine hervorragend klingende Kombination aus Saw-Wave und einem tiefen sinusähnlichen Ton. Wieder nehmen wir die Welle für beide Oszillatoren und wieder stellen wir OSC B eine Oktave höher, etwa wie in Schritt 4 vom Growl-Bass beschrieben. Mit den Unison-Möglichkeiten gehen wir jetzt etwas sparsamer um, sonst wird der Klang für einen Leadsound zu verwaschen. OSC A bekommt sechs Unison-Stimmen, OSC bleibt bei 1. 
  2. Die Hauptcharakteristiken von analogem Synth-Sound sind leichte, zufällige Schwankungen in der Tonhöhe und am Filter. Das simulieren wir mit dem Chaos-LFO von Serum. Einzustellen ist der etwas versteckt im „Global“-Bereich. Lasst ihn ruhig erst mal bei den Voreinstellungen, evtl. müsst ihr je nach Bedarf noch über „Rate“ die Geschwindigkeit anpassen. Eine einfache Drag-and-drop-Verknüpfung geht hier leider nicht, ihr müsst dafür zur Modulationsmatrix. Wählt bei „Source“ aus der Liste „Chaos1“ aus, bei „Destination“ unter „OSC A“ den Parameter „A Fine“. Für leichte Tonhöhenschwankungen reicht der „Fine“-Parameter vollkommen. Macht das Gleiche im nächsten Modulationsslot – mit dem Unterschied, dass jetzt „Chaos 1“ „B Fine“ modulieren soll. Stellt über die beiden „Amount“-Regler ein, wie stark die Tonhöhe moduliert wird, 25 ist ein guter Anfangswert.
  3. Stellt die globale Lautstärkenhüllkurve ENV1 so ein, dass der Sustain etwas unter dem Anfangslevel des Attacks liegt. Damit setzt sich der Leadsound besser durch. 
  4. Alte Synthesizer rauschen. Das brauchen wir für den Analogsound also auch. Im „OSC“-Tab links in der Mitte den Noise-Oszillator aktivieren und damit es ein echtes analoges Rauschen wird, aus dem Auswahlmenü der verschiedenen Rauschkategorien das „J 60“-Rauschen auswählen. Dann müsst ihr nur noch über „Level“ das Rauschen leise dazu drehen. 
  5. Filter – hier ganz klassisch ein „MG Low 24“, der dem Ladder-4-Filter der alten Moog-Synthesizer am nächsten kommt. Dann den Cutoff mit ENV 2 modulieren. Filterhüllkurven sind klassisch für Leadsounds aus den 70ern und 80ern. 
  6. Bei den Effekten begnügen wir uns mit einer ordentlichen Portion Chorus-Effekt und etwas Reverb. Schon sind wir im Analogwunderland. 

Marimba-Plucks für Trap mit Serum

Die Marimba-ähnlichen Sounds in aktuellen Trap-Produktionen in Deutschland, wie etwa bei Capital Bra oder Raf Camora, sind fast so omnipräsent wie 808 oder Autotune. Klar, eine echte Marimba wäre noch besser, Serum kommt diesem Sound aber mit den richtigen Einstellungen ganz schön nahe. Ihre Wurzeln hat diese Soundkategorie in den FM-Synthesizern der 80er, allen voran dem DX7 von Yamaha. Auch Serum beherrscht FM-Synthese.

  1. Ladet einfache Sinuswellen in beide Oszillatoren. Komplexer geht immer, aber gerade am Anfang wird es bei FM-Synthese schnell nur noch zum bloßen Geräusch. Dreht dafür die Lautstärke von OSC B, der uns nur bei der FM-Synthese hilft, komplett herunter und stellt bei „Oct“ +2 ein. Geht jetzt bei OSC A zu dem Regler, unter dem „off“ steht und wählt aus dem Menü, das erscheint, wenn ihr „off“ klickt, „FM (from B)“ aus. Das müsste, wenn ihr den Regler jetzt hoch dreht, ziemlich schnell relativ kratzig klingen. 
  2. Ganz wichtig bei Percussion-Sounds sind sehr kurze Hüllkurven ohne Sustain. Und das kommt jetzt. Packt ENV 2 auf den FM-Regler von OSC A, der gerade so viel Kratzen verursacht hat. Sustain runter, ganz kurzen Attack und dann den Decay so kurz einstellen (ca. 80 ms waren es bei meinem Sound), dass der Sound anfängt, hölzern zu klingen. Die Lautstärkenhüllkurve von ENV1 stellt ihr ähnlich kurz ein, vielleicht ein wenig mehr Release. 
  3. Was noch fehlt, ist ein wenig Knacken im Sound. Also quasi das erste Auftreffen der Schlägel auf den Marimbahölzern. Wählt im Noise-Oszillator dazu einen der Geräuschquellen aus der „Attacks_Kick“-Kategorie. Nur einfach laut aufgedreht klingt das ganz seltsam. Nehmen wir, um die Lautstärke und den Verlauf besser zu kontrollieren und in den Gesamtsound integrieren zu können, doch einfach ENV 2! – Drauf packen, Modulationstärke halb aufdrehen, ab in die Karibik!
  4. Als Effekte aus Serum kommen drauf: 

    1. Ein EQ, bei dem ein Hi-Shelf bei ca. 3.500 Hz das Klacken noch etwas hervorhebt.
    2. Filter, in das wir einen „Comb“-Filter laden. Ungefähr auf 3.000 Hz am Cutoff eingestellt, sorgt dieses auf seine spezielle Comb-Filter-Art dafür, dass der Sound weder zu spitz, noch zu dumpf ist.
    3. Reverb – sonst sitzt mir die Marimba auf dem Schoß! Ein bisschen Größe muss schon sein. Passt vor allem „Size“ und „Decay“ so an, dass sich der Nachhall und die nächsten Schläge nicht überlappen.
    4. Delay. Echo für Tiefe und rhythmische Komplexität.

Analoge Pads für Synthwave mit Serum

Schwebende Pads, die ins Morgengrauen reiten, den Himmel aufreißen und dem Orchester die Schamesröte ins Gesicht treiben, sind wie Butter und Brot  für Synthwave-Tracks. Alles ist auf 80er, großen Hall, neonpinke Schulterpads, Chorus-Effekte bis zum Abwinken und eine Prise Blade Runner getrimmt. Ein Modulationswunderkind wie Serum ist hier bestens dafür geeignet, um extrem komplexe Sounds zu erzeugen...

  1. Zur Abwechslung mischen wir jetzt mal die Wellenformen. Bei OSC A lassen wir die Standardsägezahnwelle, drehen Unison auf vier und passen über Detune auf, dass das Ganze nicht zu seekrank klingt. OSC B bekommt eine Square-Wave, im „Analog“-Ordner der Wavetables suchen wir uns, ganz der Nostalgie verpflichtet, die „PWM C64“ raus und stellen diesen Oszillator eine Oktave höher. 
  2. Anschließend, für den Analogsound und die Wärme, fahrt ihr wie beim Lead-Sound leise den Noise-Oszillator dazu. Die Standardwelle „AC Hum 1“ reicht für unsere Zwecke vollkommen aus. 
  3. Filter: Auch hier ist ein bei 4.500 Hz eingestellter Cutoff eines „MG Low 24“-Filters ein passendes Hilfsmittel, um den Sound weicher zu machen. Dazu noch von ENV2 aus eine Hüllkurve auf den Cutoff, damit sich der Filter im Verlauf langsam schließt. 
  4. Stichwort Hüllkurve: Für Pads und Flächensounds gilt grundsätzlich die Faustregel, mit langen Attack- und Releasezeiten zu arbeiten. Das Schwebende entsteht auch, weil die einzelnen Noten ewig langsam ein- und ausfaden, die Töne sich miteinander verwaschen. Also auch bei ENV1 die beiden Parameter so einstellen, dass der Sound deutlich hörbar anläuft und wieder ausklingt. 
  5. Zum Retrofaktor braucht es natürlich wieder das Vibrato. Also LFO1 sehr langsam eingestellt auf die FINE-Regler beider Oszillatoren packen und die Modulationsmenge so begrenzen, dass das Ganze noch nach Musik klingt. 
  6. Effekte – hier dürft ihr prinzipiell völlig ausflippen und alles draufpacken und modulieren, was euch in Serum begegnet. Wir halten es mal knapp und drehen nur etwas Chorus und Reverb rein.

Kickdrum mit Serum

Über Drumsynthese könnte man Bücher schreiben, eigene Tutorial-Reihen machen und überhaupt ganz viel erzählen. Am Erstellen einer ordentlich knallenden Kickdrum werdet ihr beispielhaft sehen, dass Serum auch für elektronisches Schlagzeug richtig gute Ergebnisse liefert. Der Vorteil an Drum-Synthese, im Gegensatz zum Einsatz von Samples, ist, dass der Sound noch viel individueller anpassbar ist. Ihr könnt den Grundton einer Synthesizer-Kick beispielsweise verlustfrei auf die Songtonart anpassen. – der Nachteil: mehr Arbeit im Detail. Aber dafür habt ihr ja uns.

  1. Prinzipiell geht es hier in eine ähnliche Richtung wie beim 808, nur brummen soll es nicht so. OSC A bekommt eine Sinuswelle, OSC B die Welle „Basic Mg“ (das Mg steht gerüchteweise nicht für Milligramm) zum Andicken, bei beiden modulieren wir den Coarse-Pitch mit ENV 2. Hier gilt auch wieder die Percussion-Faustregel: kein Sustain! Über den Decay-Regler stellt ihr ein, in welchem Genre eure Kick zu Hause ist. 
  2. Die Haupthüllkurve ENC stellt ihr fast gleich ein, hier könnt ihr mit dem Decay genauer steuern, ob die Kick eher dünn oder eher basslastig klingt.
  3. Das Ganze klickt noch nicht genug. Wir holen uns also im Noise-Oszillator den „XF_KikAtk_12“, stellen den One-Shot-Modus an und packen ENV2, der das schon so schön mit dem Pitch macht, hier noch auf den „Level“-Parameter, damit sich das Klicken gut zum Rest fügt. 
  4. Beim Filter nehmen wir wie gehabt einen „MG Low 24“, drehen den Cutoff auf ca. 2.000 Hz, stellen ein, dass auch OSC B und Noise in den Filter laufen und kratzen das Ganze ein bisschen mit „Drive“ an. 
  5. Effekte:

    1. „Distortion“ – mit dem „Diode 1“-Modus und leicht aufgedrehtem „Drive“ klingt die Kickdrum auf einmal richtig böse.
    2. Compressor – auf Multiband stellen, Bässe hochziehen und die Mitten etwas stärker dämpfen.
    3. EQ – per Low-Shelf den Bauch der Kick noch etwas andicken.

Jetzt seid ihr dran

Ein Synthesizer wie Serum kann am Anfang etwas einschüchternd wirken. So viele Knöpfe! Ich dreh dran und auf einmal klingt der geile Bass nur noch nach Rülpsen! Und wo habe ich noch mal gedreht? Nach einer Weile der Einarbeitung und einige Tutorials später habt ihr die Grundlagen dann aber ganz sicher verstanden. Viele bleiben hier stehen. Es gibt ja auch und gerade für Serum genug fertige Sounds. Aber die echte Herausforderung, das echte Abenteuer wartet auf euch, wenn ihr jetzt weitermacht mit dem Sounddesign. Dann werden euch auf einmal eigene Ideen kommen: Ihr werdet stundenlang in Serum herumknobeln und vollkommen neue Sounds erzeugen.

Auspackbilder findest du hier ->

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