Test
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07.09.2020

Sabian The Mini Monster Stax, The Sizzler Stack und XSR Monarch O-Zone Crash Test

Effektbecken

Es zischt und knistert

Immer für Innovationen aus Bronzeblech zu haben, hat die kanadische Beckenfirma Sabian kürzlich wieder ein paar Effektbecken auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um das brandneue XSR Monarch O-Zone Crash 16“, das überarbeitete The Sizzler Stack sowie das The Mini Monster Stack. Letzteres gibt es zwar schon länger, es war aber erst jetzt zum Test verfügbar. 

Beim XSR Monarch O-Zone Crash handelt es sich um ein Originaldesign der Firma Sabian, die den Trend gelochter Becken populär gemacht hat. Als man Anfang der Nullerjahre mit Dave Weckl das HHX Evolution O-Zone Crash erfunden hat, konnte noch niemand ahnen, dass der rauchig-trashige Sound derart erfolgreich werden würde. Seitdem haben nicht nur alle anderen Hersteller das Konzept kopiert, auch Sabian selbst hat den Bohrer an immer weitere Serien und Beckentypen angesetzt. Die neueste Variante ist also das XSR Monarch O-Zone Crash, welches ab sofort auch das Sick Hats Top Becken des zweiten Testobjekts – des The Sizzler Stacks – ersetzt. Für Freunde silbrigerer, hellerer Sounds schickt man das The Mini Monster Stack ins Rennen, eine Kombination aus gebohrtem Splash und gebohrtem Mini China. Ob die Teile was taugen, lest ihr auf den folgenden Zeilen.  

Details & Praxis

Maschinell gehämmerte Komponenten aus den AAX, AA und XSR Serien

Wenn Beckenhersteller Stacks entwickeln, bedienen sie sich meistens aus bereits verhandenen Einzelbecken aus ihrem Programm und probieren aus, welche gut miteinander harmonieren. Das ist auch bei unseren Testkandidaten der Fall, wofür das einzige Einzelbecken der Runde – das XSR Monarch O-Zone Crash – quasi der Beweis ist. Es fungiert nämlich gleichzeitig als oberes Becken des The Sizzler Stacks. Fangen wir also mit diesem Multitalent an. Wie alle XSR-Modelle besteht es aus B20-Bronze und besitzt die gleich Anatomie wie das reguläre XSR Fast Crash und das XSR O-Zone Crash. Dazu zählt eine relativ kleine Kuppe sowie das verhältnismäßig flache Profil. Die Hämmerung fällt eher spärlich und nicht sehr tief aus, sowohl die Ober- als auch die Unterseite werden konventionell abgedreht. Der Clou der Monarch Ausführung ist allerdings das gänzlich rohe, dreckig wirkende Finish. Trotz der zwölf großen Bohrungen bringt das Becken gute 950 Gramm auf die Waage. Nicht wirklich schwer, aber auch kein Federgewicht. 

Weiter geht es mit dem ersten Stack, dem The Sizzler. Wie bereits erwähnt, besteht dieses aus dem beschriebenen XSR Monarch O-Zone Crash und einem China namens XSR Fast Stax China 16“. In puncto Anatomie ist ein typisches Sabian China mit breiter Krempe und kleiner, runder Kuppe. Es ist beidseitig komplett abgedreht und erstrahlt im Hochglanzfinish, eine kleinteilige, intensive Hämmerung ziert sein Profil. Sehen tut man davon im Betrieb allerdings wenig, es sei denn, man guckt durch die Löcher des O-Zone Crashes, welches von Sabian als Top-Cymbal vorgesehen ist. 

Der kleinste Kandidat im Bunde ist das Mini Monster Stack. Im Gegensatz zum größeren Sizzler handelt es sich weder um eine „reinrassige“ Kombination noch um gleich große Becken. Das Top besteht aus einem AAX Aero Splash in zwölf Zoll, seines Zeichens ein papierdünnes Becken in typischer AAX-Bauweise. Dazu gehört die beidseitig rohe Kuppe und die nicht sehr tiefe Bearbeitung mit großen Hammern. Ober- und Unterseite sind im Hochglanzfinish gehalten und mit einem feinen, gleichmäßigen Abdrehmuster versehen. Sternförmig um die Kuppe herum angeordnete Löcher sollen dem Splash einen „luftigen“ Sound bescheren. Der Stack-Partner ist ein zehn Zoll großes AA Mini Holy China aus dem Chad Smith Signature Fundus, auch dieses besitzt eine beidseitig roh belassene Kuppe und ein Muster aus kleinen Bohrungen. Im Betrieb wird es – wie auch beim Sizzler – „richtig herum“, also mit der Kuppe nach oben, unter das Splash montiert. Alle Becken sind einwandfrei verarbeitet. 

Die beiden Stacks ergänzen sich gut

Am Drumset erweisen sich die Stacks als gut klingende und vielseitig einsetzbare „Sound-Gewürze“. Das größere der beiden, der Sizzler, erzeugt einen tiefen, reibenden Klang, die perfekt miteinander abschließenden Ränder der beiden Becken sorgen gleichzeitig für einen messerscharfen Gate-Effekt. Mit der Flügelschraube des Beckenstativs lässt sich die Tonlänge sehr gut kontrollieren, auch das Spielgefühl gefällt mir gut. Als Kontrast dazu kommt das Mini Monster Stack tonal deutlich höher daher und wirkt wesentlich feiner und silbriger. Auch hier sorgt die Kombination der Beckenformen für eine gute Kontrollierbarkeit, Heavy Hitter sollten jedoch Vorsicht walten lassen, denn das Gebilde macht einen wesentlich zerbrechlicheren Eindruck als der robuste Sizzler. 

Einzeln verwendet ergeben sich weitere Möglichkeiten

Kommen wir nun zum XSR Monarch O-Zone Crash, welches tatsächlich exakt so klingt, wie Bauart und Aussehen vermuten lassen. Staubtrocken ist sein Sustain, darüber hinaus entwickelt es wenig Volumen. Alleine gespielt, würde ich es als stark entschärfte Version der anderen O-Zone Varianten beschreiben, welche dort zum Einsatz kommen könnte, wo zwar der charakteristische Sound gefragt ist, aber eben in abgeschwächter Dosierung, was Höhen und Lautstärke angeht. Als Stack-Partner oder auch als großes Hi-Hat-Top finde ich es aber sehr gelungen, im Video spiele ich es als Hi-Hat mit einem alten Armoni Crash als Bottom. 

Auch die beiden Stacks lassen sich natürlich als Einzelbecken spielen und bieten als solche tolle Sounds. Das 12er Aero Splash spricht extrem schnell an und erzeugt einen hochaufgelösten, musikalischen Akzent, während das AA Mini Holy China ein kurzes, metallisches Fauchen von sich gibt. Auch unter anderen Becken montiert oder auf Trommeln gelegt, erweitert es die Palette an Sounds noch einmal stark. Als vollwertiges, schnell ansprechendes China für aggressive Akzente empfiehlt sich das XSR Fast Stax China, welches für seine Größe schon durchaus erwachsen klingt und auch ein angenehmes Spielgefühl vermittelt. 

Fazit

Mit den beiden Stacks namens The Sizzler und Mini Monster sowie dem auch einzeln erhältlichen XSR Monarch O-Zone Crash 16“ bietet Sabian drei interessante Soundvariationen für experimentierfreudige Drummer. Mit dem Sizzler lassen sich scharf abgegrenzte, sehr direkte Akzente erzeugen, die trotzdem einen plastischen, musikalischen Grundklang liefern, das Mini Monster Stack geht hingegen feingliedriger und höher gepitcht zu Werke. Beide Kreationen lassen sich mithilfe der Flügelschraube des Beckenstativs im Sustain regulieren. Einzeln verwendet, liefern die Instrumente ebenfalls gute, dem jeweiligen Typ entsprechende Sounds. Das XSR Monarch Crash klingt alleine gespielt etwas stumpf und leise, erweist sich aber als idealer Stackpartner für andere Becken. Die Verarbeitung aller Teile ist makellos, Drummer auf der Suche nach vielseitigen Klangerweiterungen sollten die Cymbals also durchaus einem persönlichen Check unterziehen.  

  • Pro
  • variantenreiche Sounds der beiden Stacks
  • gutes Spielgefühl (Stacks)
  • XSR Monarch O-Zone Crash gut als Hi-Hat-Top oder Stackpartner einsetzbar
  • makellose Verarbeitung
  • Contra
  • alleine gespielt etwas stumpf und leise klingendes XSR Monarch O-Zone Crash
  • Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Sabian
  • Serien: XSR, AAX, AA
  • Material: B20 Bronze
  • Klangcharakteristik: trashig, kurz, dunkel
  • Gewicht: Paperthin bis Medium
  • Herstellungsland: Kanada
  • PREISE (Verkaufspreise September 2020):
  • Sabian XSR Monarch O-Zone Crash 16“: 189,00 EUR
  • Sabian The Sizzler Stack: 344,00 EUR
  • Sabian The Mini Monster Stack: 262,00 EUR

Seite des Herstellers: https://sabian.com

Auspackbilder findest du hier ->

Sabian 16″ XSR Monarch O-Zone Crash

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