Roland Jupiter-8 – Die besten Soft-Synths im Vergleich

Vor rund vierzig Jahren setzte der Roland Jupiter-8 einen Maßstab, an dem sich analoge Synthesizer bis heute messen lassen. Sein druckvoller, zugleich eleganter Sound prägte zahllose Produktionen der frühen Achtziger – und machte ihn zur Ikone einer Ära!

Roland Jupiter-8 – Soft-Synths im Vergleich

Heute sind diese Instrumente rar, teuer und begehrt wie nie – wer einem technisch einwandfreien Jupiter-8 oder seinem Expander-Pendant MKS-80 möchte, muss entsprechend tief in die Tasche greifen!

Ganz anders die Software-Seite: Virtuelle Emulationen sind stabil, klanglich überzeugend, nahtlos in jede DAW integrierbar – und bezahlbar. Dazu kommen integrierte Effekte, höhere Polyphonie und Funktionen, die über das Original hinausgehen!

Die Kandidaten im Vergleich

Lässt man samplebasierte Lösungen wie IK Multimedia Syntronik und diverse Libraries außen vor, konzentriert sich unser Rennen um die beste Jupiter-8-Emulation auf Cherry Audio, TAL, ArturiaRoland und Acustica Audio.

Wir haben die Plugins außerdem mit dem Orignal Roland Jupiter-8 verglichen – kurz gesagt: Der Basisklang wird erstaunlich gut getroffen. Unterschiede bleiben, nur direkte A/B-Vergleiche sind mühsam. Wir stellen im Video Hardware und Plugins anhand eines einfachen Saw-Detune-Poly-Sounds gegenüber.

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Roland Jupiter-8 – Das Orignal

Der Roland Jupiter-8 ist ein polyphoner, duo-timbraler Analog-Synthesizer mit acht Stimmen, die sich im Key-Mode Dual oder Split aufteilen lassen. So entstehen eindrucksvolle Layer-Sounds mit zwei unabhängigen Klangfarben. Im Unisono-Modus liefert der JP-8 besonders druckvolle Bässe, Leads und monophone Sounds.

Die beiden VCOs bieten klassische Wellenformen, inklusive Sinus und Noise, und ermöglichen Crossmodulation, Oszillator-Sync und Pulsbreitenmodulation – ideale Voraussetzungen für vielseitige, charakterstarke Sounds.

Der zweite Oszillator lässt sich optional als LFO einsetzen und ergänzt den dedizierten LFO. Zwei ADSR-Hüllkurven steuern Filter- und Lautstärkeverläufe und sorgen für den typischen dynamischen Analogsound.

Ein integrierter Arpeggiator mit klassischen Mustern bringt im Split-Modus rhythmische Sequenzen auf die untere Tastaturhälfte. Effekte wie Chorus oder Delay fehlen hingegen – der Jupiter-8 stammt schließlich aus der späten Prä-MIDI-Ära und setzt ganz auf puren, unverfälschten Klang.

Preiswert: Cherry Audio Mercury-8

Nach Emulationen des Jupiter-4 und -6 widmet sich Cherry Audio auch dem Flaggschiff. Der Mercury-8 ist allein preislich betrachtet schon ein ziemlich Erfolg. Er überrascht mit Features wie SysEx-Import von echten JP-8 Patches, einem polyfonen 16×4-Sequenzer sowie dreimal vier Effekt-Slots bei einer durchdachten Dual-Layer-Architektur.

Mit über 600 Factory Presets kann man auch gleich fulminant loslegen – deshalb verdiente sich der Mercury-8 auch glatte 5 Sterne im Bondeo-Test. Cherry Audio ist bislang übrigens auch der einzige Hersteller, der die gesamte Jupiter-Serie von Roland ins Plugin-Format gebracht hat.

JP-8 Emulation: Cherry Audio
Für eine kleine Summe bringt der Cherry Audio Mercury-8 maximalen Jupiter-Spaß auf den Rechner.
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Cherry Audio Mercury-8 Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Modulativ: Arturia Jup-8 V 4

Einen virtuellen Jupiter-8 stellte Arturia zwar schon mit der V-Collection 7 vor, doch ist er inzwischen erweitert worden: Jup-8 V 4 ist die klare Ansage der Franzosen, die über alle Features des Originals verfügt und das Instrument für die aktuelle Musikproduktion noch ergiebiger macht.

Ein erweiterter Jupiter-8 für die DAW bringt Arturia mit dem Jup-8 V 4, der noch über einen mächtigen Sequencer verfügt und sich ausführlich modulieren lässt.

Dies geschieht mit einem Step-Sequencer mit 2 x 32 Schritten, einer umfangreichen Sektion aus zwei zusätzlichen komplexen LFOs und einem Modulationsmixer sowie natürlich mit drei Effektblöcken. Der bis zu 16-fache polyfone Jup-8 V 4 kommt mit über 300 Factory Presets, die sich über einen Browser organisieren lassen. Ambitioniert ist schließlich auch der Preis von rund 200 Euro. Am besten holt man sich die komplette Arturia V-Collection.

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Kundenbewertung:
(10)

Klassisch: Roland Jupiter-8 Cloud

Roland geht bei der Emulation mehrere Wege. Der Jupiter-8 ist in der Roland Cloud als achtstimmiges Plugin enthalten und kann zudem mit der Plug-Out-Hardware System-8 verwendet werden. Parallel dazu ist die Engine im Roland Jupiter-X(m) und als Model Extension für den Software-Synthesizer Zenology vorhanden.

Von Roland gibt es den virtuellen Jupiter-8 als Soft- und Hardware, hier als Instrument aus der Roland Cloud.
Von Roland gibt es den virtuellen Jupiter-8 als Soft- und Hardware, hier als Instrument aus der Roland Cloud.

Der Anwender kann also flexibel zwischen Soft- und Hardware wechseln. Wie auch bei Arturia gibt es einige Effekte wie Chorus, Delay und Hall sowie leider keinen Dual Mode zum Schichten zweier unterschiedlicher Klänge. Über den Roland Cloud Manager kommt man an einige zusätzliche Soundbänke heran.vollkommen überzogen. Der Preis von 222 Euro ist schon happig, aber auch nicht vollkommen überzogen. Schließlich geht es hier um eine akkurate Emulation einer der Top-Vintage-Synths.

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Roland Cloud JUPITER-8 Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Variabler: Acustica Audio Thing

Acustica Audio bringt mit Thing eine ganze Trilogie. In einem Produkt zusammengefasst sind Thing 8 und der Thing 5, eine vereinfachte Version. Preislich orientiert sich der italienische Software-Anbieter an die Roland Cloud und auch qualitativ hat die Emulation viel zu bieten.

Mit Thing 2 gibt es glatt noch eine Freeware-Version. Wie der Produktname schon verrät, ist der Synthesizer auf zwei Stimmen reduziert und liefert so zumindest Leads und Bässe. Es rentiert sich, die Freeware Thing 2 einmal herunterzuladen und die Soundqualität zu checken. Im Bonedo-Test landetet der Jupiter-8 aus Italien mit vier Punkten ziemlich souverän. Der hohe Preis und die mäßige Preset Library verhinderten die volle Punktzahl.

Acustica Audio Thing TH8 & TH5 Test Artikelbild
Acustica Audio Thing TH8 & TH5 Test

Die italienische Firma Acustica Audio stellt mit Thing ihre Version des Roland Jupiter-8 vor: eine Suite aus zwei ähnlichen Plugins. Der Sound ist heiß, der Preis leider nicht.

22.12.2024
4 / 5
4,7 / 5

PRAXIS: Wie klingen die Roland Jupiter-8 Emulationen ?

Patch Check: Bässe

Wie klingen die Synthbässe beim virtuellen Jupiter-8? Gut – wie ihr in den Patch-Beispielen hören könnt. Aber natürlich haben die einzelnen Emulationen noch mehr zu bieten. Bei den Bässen setzt sich Arturia mit druckvollen und einigen trendigen Factory Presets durch. Roland hat einen soliden Fundus, während der TAL J-8 auch bei den Bässen das Schlusslicht bildet.

Audio Samples
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TAL Bass Arturia Bass Roland Bass Acustica Thing Bass Cherry Audio Bass

Patch Check: Pads

Flächen zu erstellen ist mit jeder Emulation des Roland Jupiter-8 spielend einfach. Man kann Crossmodulation oder andere Features einbeziehen und auch experimentellere Pads kreieren. Wir entscheiden uns aber überwiegend für den einfachen, aber schönen Klangteppich. Die Wahl zwischen Roland, TAL-Software oder Arturia fällt uns in diesem Fall leicht: Der TAL J-8 punktet mit viel Wärme und Fülle, insbesondere dank des Chorus-Effekts. Er ist unser Favorit für Synthesizer-Flächen, gefolgt vom Jupiter-8.

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TAL Pad Arturia Pad Roland Pad Acustica Pad Cherry Audio Pad

Patch Check: Arpeggiator

Der Arpeggiator des Roland Jupiter-8 ist zwar bei den meisten Emulationen genauso einfach strukturiert wie beim Original, dafür inspiriert er beim Produzieren aber immer wieder – wie zum Beispiel auch beim Thing von Acustica Audio. Wie man an den Beispielen merkt, liegen Arturia und Cherry Audio mit den modulatorischen Beigaben und Effekten weit vorn. Auch der Jupiter-8 kann kraftvoll arpeggieren, der J-8 beherrscht die Standards gut und ist im Key Dual Mode noch für so einige Überraschungen gut.

Audio Samples
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TAL Arp Arturia Arp Roland Arp Acustica Arp Cherry Audio Arp

Patch Check: Leads

Es braucht nicht unbedingt das Thema von „Axel F“, um zu hören, dass der Jupiter-8 für Soloklänge geradezu prädestiniert ist. Die klassischen Leads liefert vor allem der TAL J-8 in hervorragender Qualität. Weniger deutlich wird im Demo, dass der Arturia-Synthesizer die Rolle des klanglich angesagtesten Mitbewerbers einnimmt. Und auch dem Jupiter-8 aus der Roland Cloud könnt ihr gute Leads entlocken. Ihr solltet euch aber ich nicht auf Presets verlassen, sondern den Software-Synth lieber höchstpersönlich ins Visier nehmen – vor allem für Acustica Audio Thing

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TAL Lead Arturia Lead Roland Lead Acustica Lead Cherry Audio Lead

Extras für den kreativen Anwender

Wie wir bereits angerissen haben, erweitert Arturia den originalen Jupiter-8 um jede Menge Extras. Dank Key Dual Mode hält auch der J-8 von TAL-Software verschiedene Möglichkeiten fürs Design bereit. Irgendwie erstaunt es, dass Roland und Arturia auf Layering verzichten, obwohl es beim Jupiter-8 konzeptionell vorgegeben ist. Beim TAL J-8 lassen sich zwei verschiedene Sounds mit unterschiedlichen Arpeggiator-Einstellungen programmieren und so auf Wunsch komplexe polyrhythmische Begleitmuster erstellen.

Fotostrecke: 3 Bilder Beim Arturia Jup-8 V gibt es einen sehr umfangreichen Step-Sequencer, mit dem sich spannende Phrasen kreieren lassen.

Sehr gut macht sich auch die Kombination von Pads und Arpeggio – alternativ verwendet man den Key Dual Mode zum Schichten zweier einzelner Klänge und gelangt so zum bombastischen Flächensound inklusive vieler Schwebungen und Modulationen. Wie das klingt, hört ihr in den Audiodemos. Hörbeispiele gibt es übrigens auch für den Arturia Jup-8 V. Dieser wartet wie der Cherry Audio Mercury-8 mit einem raffinierten Step-Sequencer auf und stellt im Zusammenspiel mit der Modulations- und Effektsektion eine ideale „Phrasenmaschine“ für elektronische Musik dar.

Audio Samples
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TAL Extra Dual Mode Arp TAL Extra Dual Mode Arp2 TAL Extra Dual Mode Kombination von Pad und Arp 01 TAL Extra Dual Mode Kombination von Pad und Arp 02 TAL Extra Dual Mode Kombination zweier Pads Arturia Extra SQ Preset „All The Backend“ Arturia Extra SQ Preset „The Bell Pool“ Arturia Extra SQ Preset „Drunken Symphony“

Fazit: Was ist die beste Roland Jupiter 8 Emulation ?

Alle fünf Softwareprodukte begeistern auf ihre Weise. Unser Budget-Tipp ist der Cherry Audio-Mercury-8 – der mit jeder Menge Extra-Features ausgestattet ist. Wer nach warmem Analogsound sucht, den Dual Mode fürs Layering schätzt und ein praktisches GUI mag, wird sich über den TAL J-8 freuen – der noch dazu so unverschämt wenig kostet. Über die mäßige Offerte der Factory Sounds und die Zahl der integrierten Effekte sollte man angesichts des Preises hinweghören können. Dafür bereitet der TAL J-8 große Freude beim Designen eigener Klänge. Er und der Thing 8 von Acustica Audio treffen den Vintage-Charakter des Roland-Flaggschiffs am besten.

Arturia punktet hingegen mit den meisten Features fürs aktuelle Sounddesign: Der Jup-8 V ist zwar deutlich teurer, birgt aber insbesondere für die Kreation individueller Klangsequenzen viel mehr Potenzial als der J-8 und der originale Jupiter-8. Für modulationsreiche Klangphrasen, die Effekte und Synthesizer verschmelzen lassen, ist er der stärkste und klanglich modernste Typ des JP-8 Quartetts. Der Jupiter-8 aus der Roland Cloud stellt damit eine hochwertige, praktische und hybride Lösung dar: Er funktioniert nicht nur als Plugin auf dem Rechner, sondern ebenso mit dem Plug-out-Hardware-Synthesizer Roland System-8.

Kurzum: Alle vorgestellten Plugins sind gut – der originale Roland Jupiter-8 ist inzwischen eher für Sammler interessant. 

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Fitzgeraldo sagt:

#1 - 10.01.2025 um 13:54 Uhr

0

Hat diesen Artikel eigentlich irgendwer korrekturgelesen? Das ist ein wild zusammengewürfeltes Machwerk aus mehreren Beiträgen. Und in Summe ziemlich sinnentleert bzw. man kann als Leser die Absicht dahinter mit etwas Anstrengung vielleicht erahnen. Aber sonst bleibt man da etwas ratlos zurück. Bitte zurück an den Start …

    Profilbild von Matthias Sauer

    Matthias Sauer sagt:

    #1.1 - 10.01.2025 um 14:34 Uhr

    0

    Hallo und Danke für Feedback! Das ist eine Übersicht der aktuellen Emulationen des Roland JP-8. Allein schon das Fazit liefert eine klare Orientierung, welches Plugin für welchen User passt. Eckdaten und Audio-Demos gibt’s zusätzlich. ✌️Alles Beste, Matthias

    Antwort auf #1 von Fitzgeraldo

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Thank you for registering - it was incredible and pleasant all the best and all the best http://bonedo.de KsjsuuNafgrss 6998773 sagt:

#2 - 10.01.2025 um 16:24 Uhr

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