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Test
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03.08.2018

Reloop RP-2000 MK2 Test

Direct-Drive DJ-Turntable

Vinyl-DJing für zu Hause!

Bei Reloop geht mittlerweile ein Plattenspieler nach dem anderen der zweiten Generation an den Start wie aktuell der RP-2000 MK2. Schließlich fahren die Münsteraner seit Beginn ihrer Firmengründung auf Vinyl ab, sodass sie teilweise ihr Turntable-Portfolio von außen aufpolieren und innen tunen. Nach den bereits getesteten Modellen RP-7000 MK2 und RP-4000 MK2 spendieren sie dem RP 2000 als MK2 eine Frischzellenkur. Mit verbessertem Chassis, präzisiertem Pitch und weiteren neuen Features soll dieser direktangetriebene DJ-Plattenspieler zum Preis von 249,00 Euro den Appetit zum Vinyl-Auflegen anregen.

Allerdings ist der Platz im Bedroom heiß umkämpft: Sein größerer und damit besser ausgestatteter Bruder RP-4000 MK2 geht mit nur 40,00 Euro mehr über die Ladentheke. Zudem lauern auch mit dem Audio-Technica AT-LP120-USBHC und Pioneer DJ PLX-500 weitere Anwärter sogar mit USB-Soundkarte. Unser Test wird es zeigen, ob und warum es sich lohnen könnte, auf den RP-2000 MK2 zu setzen.

Details

Reloop bleibt der klassischen Turntable-Optik ihrer RP-Serie auch mit dem RP-2000 MK2 treu. Sein neues tiefschwarzes Top-Panel in Metallic wirkt sowohl hochwertig, als auch nicht sehr kratzempfindlich. Das verstärkte schwarze Plastik-Chassis zeigt sich ebenfalls von einer recht soliden Seite. Zudem wurde es laut Presseinfo von den Dämpfungseigenschaften für bessere vibrationshemmende Eigenschaften überarbeitet. Allerdings wird es die gerade einmal 6,75 Kilogramm leichte Gehäusekonstruktion wohl schwer haben, starken Bassresonanzen und schockartige Stöße beim mobilen Einsatz zu kontern, auch wenn sie von vier großen beweglichen, schockabsorbierenden, in ihrer Höhe verstellbaren Füßen getragen wird.

Beim Blick auf den Plattenspieler fühlt sich ein Turntablist beheimatet: Alle Funktionen sind an ihrem gewohnten Platz. Links vom Plattenteller befindet sich der Netzschalter samt Stroboskop, daneben die ebenfalls überarbeiteten metallischen Taster in beliebter Technics-Optik für Start/Stopp und Geschwindigkeiten (33 1/3 und 45 RPM), verbessert in Haptik und Feedback. Das verchromte Target-Light zum Ausleuchten der Nadelposition auf der Plattenrille fährt auf Knopfdruck raus.

Die rechte Seite des RP-2000 MK2 zeigt den zehn Zentimeter langen Pitch-Control, der direkt über das Chassis und nicht wie bei den Prestige-Modellen über eine tiefergelegte Bahn gleitet. Sein Umfang beträgt ausschließlich +/- 8 Prozent. Leider rastet der Schieberegler bei der Null-Position ein. Eine grün aufleuchtende LED signalisiert dies, den Antrieb unterstützt zudem ein Quartz.

Apropos Antrieb: Reloop verbaut für den Direktantrieb einen 8-poligen, 2-phasigen, bürstenlosen Motor mit einem Start-Drehmoment von über 1,0 Kilogramm/Zentimeter. Das liegt zwar deutlich unter dem gängigen Standard-Niveau von mindestens 1,5 Kg/cm. Aber schließlich bringt der neu entwickelte präzisionsgefertigte Plattenteller aus Aluminium-Druckguss samt typischen Stroboskopspiegeln nur ungefähr ein halbes Kilogramm auf die Waage. Es fehlt ihm an der Kautschuk-Dämpfung auf der Rückseite. Beim Start des Plattentellers ist dieses Leichtgewicht im Zusammenspiel mit dem Drehmoment von Vorteil. Den Plattenteller führt man mit den großen Griff-Löchern einfach in den Dorn ein und legt ihn ab.

Bei der Tonarm-Basis setzt Reloop auf Metall und Plastik. Der leider nicht in der Höhe verstellbare Sockel wurde aus synthetischem Kunststoff gefertigt, dagegen der Tonarm-Bügel aus Metall. Das Anti-Skating-Rädchen mit einem Umfang von 0 bis 7 Gramm befindet sich oberhalb vom Tonarmhebel. Der per hydraulischem Lift absenkbare statisch ausbalancierte S-Tonarm in schillerndem Chrom endet mit einem standardisierten SME-Verschluss, kompatibel mit etlichen Tonabnehmern. Reloop steuert allerdings von Haus ein OM Black bei, gefertigt von Ortofon, vormontiert auf einem Headshell.

Obendrein liegen neben der Bedienungsanleitung eine Slipmat, das Auflagegewicht und ein Netzkabel, das an der Rückseite angesteckt wird, mit bei. Hingegen ist das Cinchkabel samt Erdung bereits fest mit dem Chassis verkabelt, was einen Austausch im Fall des Kabelbruchs nur vom Fachmann erlaubt. Für den, der den Plattenspieler gegen Staub schützen möchte, bietet Reloop auch eine optional erhältliche Abdeckhaube an, für die er rückseitig vorbereitet ist.

Für einen Plattenspieler dieser Preiskategorie ist der Reloop RP-2000 MK2 demnach ganz gut ausgestattet. Allerdings muss man leider auf einen 7"-Puk samt Mulde im Chassis, alternativ der optimale Ablageplatz für die Novation Dicers, verzichten.

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