Test
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23.11.2017

Radial PZ-D.I. Test

D.I.-Box für Akustik- und Kontrabass

Der Problemlöser für den Livebetrieb

Die kanadische Firma Radial hat sich seit über 25 Jahren dem Bau von musikalischen Helferlein verschrieben. Diese sollen Musikern den Alltag erleichtern und Problemlöser für manch kniffelige Situation sein. Der Großteil des Radial-Portfolios sind D.I.-Boxen unterschiedlichster Couleur für alle möglichen Instrumente und Einsatzzwecke. Eine der schwierigsten Aufgaben im Livebetrieb ist sicher die Verstärkung von akustischen Instrumenten - in unserem Fall sind also Akustik- oder Kontrabässe. Vor allem bei gehobener Lautstärke hat man meist mit einem unnatürlichen Klang und/oder Rückkopplungen zu kämpfen. Rückt man diesen mit einem herkömmlichen Equalizer zu Leibe, verändert man schnell zu stark den Charakter des Instruments. Laut Radial liegt die Ursache des Problems häufig in der falschen Eingangsimpedanz, die bei Verstärkern oder Mischpulten nicht für akustische Instrumente optimiert ist. Hier kommt nun die PZ-D.I. ("PZ" steht für "Piezo"- Tonabnehmer) ins Spiel. Sie verspricht Abhilfe für die geplagten Akustik- oder Kontrabassisten/innen!

Details

Als erstes fällt auf, dass die Radial PZ-D.I. richtig massiv gebaut ist und für ihre Größe mit über 600 Gramm ordentlich Gewicht mitbringt. Sie macht den Eindruck, als würde sie strapaziösem Tourleben viele Jahre mühelos standhalten. Die Ausstattung ist überschaubar - für eine D.I.-Box jedoch wiederum sehr umfangreich. Auf der Stirnseite befinden sich ein Klinkeneingang für Instrumente aller Art sowie ein Ausgang (ebenfalls Klinke) mit der Bezeichnung "Thru". Dieser dient dazu, das Signal an einen Verstärker weiterzuleiten.

Auf der Rückseite findet man den XLR-Ausgang, der zu einem Mischpult oder einem Recording Interface etc. führt. Dieser liefert eine für Mischpult-Eingänge optimierte Impedanz und ein symmetriertes Signal, das deutlich weniger empfänglich für Einstreuungen und Nebengeräusche ist.

Das Herz der PZ-D.I. ist sicherlich der Dreifach-Wahlschalter für die verschiedenen Eingangsimpedanzen. Mit ihm kann man zwischen 220 KiloOhm, 1 MegOhm und 10 MegOhm wählen - je nach angeschlossenem Instrument und Pickup-Typ. 220 KiloOhm sind laut Bedienungsanleitung prädestiniert für magnetische Pickups, also E-Bässe. 1 MegOhm liefert einen höhenreicheren Ton für magnetische Pickups und ist ansonsten die Wahl der Mittel für z.B. Keyboards. Es ist darüber hinaus auch die Eingangsimpedanz, die man an den meisten Verstärkern oder D.I. Boxen findet ‑ sozusagen das Mädchen für alles.

Man bekommt daher mit der Radial PZ-D.I. also auch eine "normale" D.I.-Box, die universell verwendbar und nicht auf akustische Instrumente beschränkt ist. Die dritte Option, welche die PZ-D.I. liefert, ist 10 MegOhm. Dies soll laut Radial optimiert für Piezo-Tonabnehmer sein, wie man sie an Akustik- und Kontrabässen (aber natürlich auch an allen anderen akustischen Instrumenten mit entsprechenden Pickups) findet. Diese können oft nasal oder hupend klingen mit Verlusten im Bassbereich, und bei falscher Eingansimpedanz sind auch Nebengeräusche und Rauschen möglich. Die 10 MegOhm sollen allen diesen Problemen entgegenwirken.

Zudem bietet die Radial PZ-D.I. noch einen Pad-Schalter (-15dB) für Instrumente mit hohem Pegel, einen stufenlos regelbaren Low Cut Filter, einen schaltbaren Hi Cut (ab 3kHz), einen Ground Lift Schalter für Probleme mit Netzbrummen und einen Schalter zur Phasenumkehrung. Dieser kann helfen, wenn sich P.A. und eigener Amp gegenseitig auslöschen oder zu Dröhnen etc. aufschaukeln.

Die Radial PZ-D.I. ist aktiv, d. h. sie benötigt Strom. Diesen bezieht sie exklusiv über die Phantomspeisung eines Mischpults oder eines Recording Interfaces etc. Ein Betrieb mit Netzteil oder Batterie ist nicht möglich.

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