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21.09.2017

Praxistipps für die Kabelorganisation als DJ und Performer

Wi-Fi und Bluetooth hin oder her: Kabel sind für Musiker und DJs nach wie vor der Hauptübertragungsweg von Strom. Und leider sind die vielen Strippen – außer wenn sie in einem Modularsystem stecken, wo sie tatsächlich ziemlich sexy aussehen – eine eher nervige Angelegenheit. Wie man sich das Leben mit Kabeln etwas leichter macht, verraten diese sieben einfachen Praxistipps.

Sollte weder live noch im Studio fehlen: eine kleine Box mit den gängigen Adaptern. Gut, ab einer gewissen Höhe deiner Gagen kannst du dir ziemlich sicher sein, dass der Veranstaltungstechniker vor Ort dafür Sorge getragen hat, dass du an den fertig gedeckten DJ-Tisch kommst und sämtliche Strippen schon gezogen sind. Für alle anderen Musikdienstleister, die heute in einer kleinen Bar, morgen auf einem Geburtstag von einem Kumpel und am Wochenende im Rockschuppen auflegen, bei dem seit Neustem samstags auch House läuft, nachdem die Band gespielt hat, empfiehlt es sich immer, eine kleine Box mit den gängigen Audio-Adaptern dabei zu haben.

„Cinch auf Klinke“ sollte drin sein (beide Varianten: Cinch-Buchse auf Klinkenstecker, Klinkenbuchse auf Cinch-Stecker), auch eine Cinch-Verlängerung (Buchse auf Buchse) ist nie verkehrt und ein paar Miniklinken-auf-Klinkenadapter für den Kopfhörer können einem im Zweifel den Abend retten. Zumindest erntest du direkt Sympathiepunkte beim Veranstaltungstechniker, der dann nicht übellaunig in seiner großen Adapterkiste wühlen muss, nur um dir mit dem Hinweis, dass er sich von dem Geld, das er schon in geklaute Cinch-auf-Klinke-Adapter gesteckt hat, eine Segeljacht leisten könnte, einen gammeligen Stecker in die Hand zu drücken.

Benutze Kabelbinder

Klett-Kabelbinder sind unverzichtbare Helfer, wenn es darum geht, Ordnung an deinem Arbeitsplatz zu halten und Strippen schnell und sauber aufgewickelt aus der großen Kabelkiste zu fischen. Und ich sage ausdrücklich „Klett“, denn Kunststoff-Kabelbinder sind deine Feinde. Das merkst du spätestens, wenn du mal eben an ein Kabel in der kompletten Länge brauchst und unter Garantie nichts zur Hand hast, um das arme Käbelchen aus der eisernen Umschlingung zu befreien.

Mit Klett-Bindern gehört dagegen auch der schlimmste Kabelsalat der Vergangenheit an. Wenn, ja wenn du dir die Mühe machst, konsequent jede Strippe nach Gebrauch aufzuwickeln und mit dem Klett zu verschnüren. Das ist wirklich nur eine Frage der Gewohnheit und du wirst zum einen damit belohnt, Kabel viel schneller zu finden und zum anderen sie direkt zum Einsatz bringen zu können (und sie nicht mehr entheddern zu müssen).

Gönn dir einen separaten Kabelsatz für unterwegs

Egal wie dein Setup im Detail aussieht – ich empfehle, die Kabel, die du zum Live-Performen brauchst und die sonst bei dir zu Hause im Einsatz sind, einfach doppelt anzuschaffen und einen Satz immer in einer Tasche verstaut zu lassen. Wenn dann wieder Showtime ist, kannst du dir das Krabbeln unterm Tisch ersparen, packst nur deine Geräte ein und bist mit einem Griff zur Kabeltasche startklar. Wenn du richtig oft gebucht wirst, macht es vielleicht sogar Sinn, wenn du (falls Controller im Einsatz sind) Netzteile doppelt anschaffst. In die Tasche sollte auch einen Mehrfachstecker gehören – „just in case“, wie es so schön heißt.

Mach dir Kabelclips auf den Tisch

Wenig Dinge sind so nervig, als wenn ein Kabel samt Stecker hinter den Tisch fällt, nur weil man mal eben die Soundkarte oder das Mischpult mitgenommen hat (die Kabel selbst könnt ihr ja zu Hause lassen, wenn ihr den vorherigen Punkt beherzigt). Viel einfacher: Zwei oder drei Kabelclips auf den Tisch kleben. Dann sind die Kabel immer in Griffweite, können nicht runterfallen und du bekommst sie – wenn es wirklich mal erforderlich ist – auch problemlos herausgelöst.

Pack hässliche Sachen weg

USB-Hubs, Netzteile, Kabel – alles Dinge, die nicht wirklich sexy aussehen. Warum den ganzen Plunder nicht einfach in einer Box verschwinden lassen. Die Sachen bleiben in Reichweite und trotzdem sieht es auf dem Arbeitstisch viel aufgeräumter aus. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Es gibt zwar ganz trickreiche Lösungen von Einrichtungshäusern, aber auch eine kleine Holz- oder Plastikbox kann hier gute Dienste leisten.

Beschrifte alles

Je mehr Geräte man im Einsatz hat, umso zahlreicher werden auch die ungeliebten Netzteile. Ungeliebt deshalb, weil ihre Kabel zum einen in ganz besonderer Weise zum Verheddern neigen, wenn sie in einer Box beisammen liegen (seltsamerweise muss man dafür gar nichts tun – sie machen das nachts von ganz allein). Zum anderen, weil man den schwarzen Klötzen nicht ansieht, zu welchem Gerät sie gehören. Spätestens hier macht ein Label-Drucker sehr viel Freude. Und nicht nur da – er hilft dir auch sonst, Übersicht zu halten. Etwa beim Beschriften von Kabeln und Kabelkisten.

Mit Ebenen arbeiten

In die Höhe zu gehen, ist nicht nur die Ultima Ratio im Städtebau, sondern sorgt auch am Arbeitsplatz für einen deutlichen Raumgewinn. Je nach Arbeitsweise muss es auch nicht immer der Laptop sein, den man eine Etage höher befördert. Es spricht nämlich nichts dagegen, so auch mit Controllern oder Mischpulten zu verfahren.

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