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07.04.2020

Polizei stürmt DJ-Live-Stream

Internet-Party mit echter Feier verwechselt

In sämtlichen Clubs in Deutschland herrscht derzeit logischerweise tote Hose. Das Corona-Virus erwies sich natürlich als ultimativer Party-Sprenger. Eine Alternative für viele Feierwütige: Die Party ins Internet verlegen. Die Anzahl an Clubs und DJs, die aktuell digitale Partys per Livestream direkt ins eigene Wohnzimmer anbieten, ist mittlerweile unendlich lang. Manchmal wird dabei Live aus dem Proberaum übertragen, häufig auch ganz simpel aus dem eigenen Schlafzimmer oder wo auch immer die Plattenspieler in den eigenen vier Wänden ihren Platz finden. Einige DJs haben ihre Kanzel im Stammclub aber offenbar so sehr lieb gewonnen, dass auch die digitalen Gigs im Club gespielt werden. Home-Office funktioniert halt nicht für jeden. 

So versuchte auch der RT Club aus Rostock ein Liveset von zwei Resident-DJs am Freitag Abend mit reichlich Sicherheitsabstand aus der Großraumdisko über Facebook zu streamen. Die Anlage wurde trotz digitaler Sound-Übertragung für das Feeling dennoch voll aufgedreht. Das wiederum rief einige Nachbarn, die sich offenbar der ungewohnten Ruhe erfreuten, auf den Plan. Einen Anruf später rückte schon ein Großaufgebot der Polizei im RT Club an, die die dort vermutete, illegale Corona-Party zu stürmen versuchte. Zur Verwunderung der 15 Beamten fanden sie jedoch lediglich die drei DJs vor. Die 10.000 Zuschauer befanden sich natürlich in ihrem Eigenheimen. Am Ende brachen die Veranstalter den Stream dennoch ab – kündigten allerdings baldige Wiederholung an.

Einen Rapper aus München ereilte derweil am anderen Ende der Republik dasselbe Schicksal. Auf Instagram gab der Nachwuchs-MC zu Protokoll, wie eine Mannschaft aus 20 Polizisten kurz nach dem Ende einer Livestream-Session den genutzten Club stürmen und händeringend nach einer feiernden Meute sucht – natürlich vergebens. 

Falls ihr nun auch mit der Idee spielt ein Konzert oder DJ-Set mit eurer digitalen Fangemeinde zu teilen, haben wir hier die ultimativen Tipps für ein erfolgreiches Online-Konzert – ganz ohne Polizei und Ruhestörung!

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