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Test
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16.05.2012

PRAXIS

Der DJM-5000 ist ein Mixer, dessen klares und aufgeräumtes Layout sofort positiv ins Auge fällt. Trotz seiner zahlreichen Bedienelemente wirkt das Gerät nicht überladen, weshalb man auch nicht Gefahr läuft, versehentlich den falschen Regler zu betätigen. Die zahlreichen, verschiedenfarbig beleuchteten Tasten erleichtern das Handling enorm. Drei Kurvencharakteristika für den Crossfader bieten Scratch-DJs optimale Arbeitsbedingungen. Aber auch all jene, die lediglich sanft von einem zum nächsten Song überblenden möchten, werden hier optimal bedient. Im Routing zeigt sich unser Testkandidat sehr flexibel. Positiv fällt weiterhin ins Gewicht, dass an alle vier Kanäle digitale Quellen angeschlossen werden dürfen. 

Um den Signalfluss per USB zu testen, muss ich zunächst den Audiotreiber von der beiliegenden Software-CD auf meinem MacBook (2,4 GHz Intel Core 2 Duo, MacOSX 10.5.8.) installieren. Das ist in wenigen Augenblicken erledigt. Danach muss ich nur noch in den Systemeinstellungen des Rechners den DJM als Audiointerface wählen und schon kann es losgehen. Zunächst teste ich den Multiclient-Audiotreiber mit Logic 8 und iTunes. Während ich über iTunes einen Song auf Kanal zwei (USB-1/2) übertrage, kann ich wahlweise auf Kanal drei oder vier (USB-3/4 oder USB-5/6) das Signal von Logic via USB ausgegeben. Das funktioniert tadellos und ohne Aussetzer. Die beiden S/PDIF-Eingänge speise ich mit dem Signal eines DAT-Recorders. Auch dabei gibt es nichts zu beanstanden. Einzig unverständlich ist mir, warum der DJM-5000 keine Möglichkeit bietet, den Master zum Rechner zu übertragen? Schließlich ist es nichts Ungewöhnliches, sein DJ-Set mithilfe eines Rechners aufzuzeichnen. Das sollte in der Preisklasse dieses Gerätes eigentlich möglich sein. Schade. 

Kommen wir nun zu den Dreiband-Equalizern der vier Hauptkanäle. Diese klingen sehr warm und packen angenehm zu. Die einzelnen Bänder sind gut aufeinander abgestimmt und eignen sich daher hervorragend zum Mixen und Angleichen unterschiedlicher Signale. Eine Hörprobe gefällig?

Die beiden Mikrofonkanäle präsentieren sich recht komfortabel, denn sie sind mit sehr gut klingenden Equalizern und zusätzlichen Einschalttasten ausgestattet, welche ein erneutes Einpegeln zwischen zwei Ansagen überflüssig machen. Ebenfalls praktisch ist die Möglichkeit, die einzelnen Signale nur einem der Ausgänge (Master oder Zone) zuordnen zu können. So kann man zum Beispiel ausschließlich im Barbereich einer Disko durchsagen, dass das Konzert in wenigen Minuten beginnt. Allgemein ist der Sound der Mikrofonkanäle als sehr klar und druckvoll zu bezeichnen. Außerdem arbeiten sie angenehm rauscharm. Die zugehörige Effekt-Sektion klingt für mich eher durchschnittlich. Dem guten Reverb und dem Pitch steht ein etwas unspektakuläres Echo-Verb gegenüber. Auch fehlt mir bei den Effekten ein zweiter veränderbarer Parameter. Aber hört selbst. 

Zur Talkover-Funktion: Im Normal-Modus wird die Musik zügig abgesenkt, falls an einem der Mikrofonkanäle ein Signal anliegt. Und auch die Release-Zeit wurde passend abgestimmt. Top. Anders sieht es beim „Advanced-Modus aus, denn der abgesenkte Frequenzbereich entspricht hier nicht wirklich dem der Stimme. Außerdem ist mir die Release-Zeit hier zu kurz geraten. Daher gibt es für die Talkover-Funktion im Gesamturteil Abzug in der B-Note. 

Die Cue-Sektion des Mixers wurde einsteigerfreundlich gestaltet und erfüllt ihre Aufgabe sehr zuverlässig. Das Kopfhörersignal klingt sehr brillant und verfügt über genügend Leistungsreserven für leisere Gerätschaft. 

Nicht ganz zufrieden bin ich hingegen mit der Send/Return-Funktion, an die ich mein Alesis-Nanoverb angeschlossen habe. Obwohl es von klanglicher Seite nichts zu beanstanden gibt, kann mich der interne Signalfluss nicht so ganz überzeugen: Die Effekt-Quelle wird über einen Drehschalter gesetzt. Wähle ich nun zum Beispiel Kanal eins aus, so wird das Signal, welches zum Send weitergeleitet wird, Pre-Fader abgegriffen. Was bedeutet, dass der gewählte Effekt auch dann noch zu hören ist, wenn der entsprechende Fader schon längst wieder nach unten gezogen wurde. Signale im Echo „verschwinden“ zu lassen, fällt somit leider aus. Da hilft auch kein Betätigen der On/Off-Schaltung, da diese lediglich den Rückweg steuert. Und auch bei den Mikrofonkanälen ist der Send noch aktiv, wenn die Signalwege ausgeschaltet sind. Schade. 

Bei den Ausgängen des Mixers gehen meine Daumen allerdings schnell wieder nach oben, denn bei insgesamt drei separat regelbaren Playouts bleiben kaum Wünsche offen. Dank der Dämpfungs-Schalter sind sowohl der Master- als auch der Zone-Out optimal auf jede folgende Audio-Komponente abstimmbar. Der symmetrische Booth-Out lässt die Herzen von Profi-DJs grundsätzlich ein paar BPM höher schlagen. 

Zone-Out - und dann noch separat bespielbar - ist für Locations mit einem zweiten Bereich (z.B. Bar im Vorraum) und zentraler Beschallung ein großes Plus. Während sich der DJ im Hauptraum dem Tanzflur widmet, kann zum Beispiel eine Playlist vom Rechner die Bar mit Lounge-Sound versorgen. Und das alles über ein Pult. Top! Außerdem könnte der Zone alternativ auch als zweiter, separat regelbarer Master oder einfach für eine leisere Hintergrundbeschallung im zweiten Raum verwendet werden. Klanglich liefern die Ausgänge des DJM-5000 brillante, kraftvolle Signale, die Profi-Anforderungen mehr als gerecht werden. Wirklich vorbildlich! 

Ein paar Zeilen noch zum Sound-Maximizer. Dieser macht einen guten Job, sodass dem Master bei Bedarf eine Extraportion Höhen oder ein satterer Sub-Bass verordnet werden kann. Feinere Abstimmungen sind allerdings nicht möglich. Ob diese Funktion für den jeweiligen Anwender wichtig ist, hängt ganz von den individuellen Anforderungen der Location, der PA oder auch des Discjockeys ab. 

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