Test
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20.02.2018

Pioneer DJ DDJ-1000 Test

DJ-Controller

Next-Gen für rekordbox dj

Mit dem DDJ-1000 hat Pioneer einen neuen Controller für rekordbox dj im Sortiment. Das Gerät verfügt über einen Standalone-Mixer mit neuen Effekten, die hier erstmalig zum Einsatz kommen. Außerdem hat das im Laufwiderstand anpassbare, hünenhafte CDJ-like Jogwheel einen integrierten Farbbildschirm spendiert bekommen, der Waveforms und Track-Infos abbildet. Selbstverständlich gibt es auch noch Performance-Pads, Channel- und Beat-FX, zwei USB-Ports und etliche Schnittstellen, um Audiosignale rein und raus zu führen und auf vier Decks zu mixen. Pioneer setzt 1199 Euro für die Hardware an und packt die Lizenz für rekordbox dj mit ins Paket. Unser Test gibt Aufschluss, was der Controller alles kann – und wo noch Luft nach oben ist. 

Details

Gleich nach dem Auspacken wird klar, das ist echte Pioneer Wertarbeit, sowohl was den Look angeht als auch das Feeling beim ersten Trockenlauf. Der Neuankömmling im Rekordbox-Kosmos setzt weitgehend auf das erprobte Clubstyle-Layout seiner großen Brüder der CDJ- und DJM-Serien, ist aber deutlich kompakter als die Einzelkomponenten und flacher obendrein. Das anthrazitfarbene Design gefällt mir sehr gut, der zentrale Mischer mit dem Hochglanz-Finish dürfte aber zur Fingerabdruckfalle Nummer 1 avancieren, Nummer 2 ist dementsprechend das Frontpanel. Die Player-Sektionen sind matt-gebürstet, ähnlich wie beim benachbarten DJM. Ich persönlich hätte das auch für den Mixer bevorzugt, doch da hat jeder seinen eigenen Geschmack.

Der Testkandidat ist rekordbox dj auf den Leib geschneidert und bietet zwei umschaltbare Player-Einheiten zum Auflegen mit vier Decks sowie vier standalone Mischpultkanäle für externe Zuspieler nebst rekordbox DVS-Option und einen Batzen FX und Kreativwerkzeuge. Aufgrund des moderaten Gewichts von 6 Kilogramm und den vergleichsweise transportfreudigen Maßen von 70 x 36 x 8 Zentimetern dürfte er gerade bei DJs Anklang finden, die was für unterwegs suchen oder ein ebensolches Gerät als Zentrum ihres heimischen oder professionellen DJ-Setups deklarieren wollen. Besonders, wenn sie ihre Tracks mit rekordbox auflegen wollen, sich aber die teuren CDJs und DJMs sparen wollen, die sie mitunter im Club zur Verfügung haben. Integrierte USB-Player, wie beim XDJ-RX2, sind beim DDJ-1000 nicht anzutreffen.

Mitgeliefert wird ein Handbuch, USB-Kabel und Netzteil. Eine Transporttasche vom Hersteller dürfte mit etwa 150 Euro zusätzlich einkalkuliert werden und ist eine vernünftige Investition für reisende Jocks, wenn es nicht sogar ein Flightcase mit Laptop-Ablage sein soll. Im Bedroom oder DJ-Studio tut’s sicher auch eine Schutzhülle, die man zur Not selbst anfertigen kann. 

Anschlüsse und Mischpult

Der Blick auf die Rückseite lässt viel Bekanntes erkennen. Wir notieren: viermal Stereo-Cinch Line-In (2x auf Phono schaltbar), eine Massekabelschraube, zwei Mikrofoneingänge (Klinken- und Combobuchse), Master- (XLR, Cinch) und Booth-Out, zweimal USB, den Kensington-Anschluss und Strombuchse mit Einschaltknopf und Zugentlastung. Vorn dann die beiden Kopfhöreranschlüsse. Industriestandard pur, wenn man so will, und sämtliche Schnittstellen an Bord, um sich mit professionellen Monitorboxen und der Saal-Anlage zu verbinden. Ein frontaler Aux-In für ein „Warm-up Tablet“ hätte dem DDJ-1000 sicher auch noch gut gestanden. Aber wenn alles aufgebaut ist und man noch nicht selbst Hand anlegen möchte, weil Buffet oder Bar rufen, tut’s vielleicht auch – je nach Einsatzort – eine Playliste und die Beat-sync-fähige Automix-Funktion von rekordbox 5.1, die gerade bei „geradlinigen“ Dance-Tracks für euch derweil die Übergänge der Automix-Playlist tempo- und taktsynchron mixen kann.

Der Mixer sollte jedem, der schon einmal am DJM gearbeitet hat, leicht zugänglich sein. Links die Mikrofonabteilung für zwei separat einpegelbare Handgurken. Durchsagen, Moderation, Karaoke, Raps – kein Problem, zumal sich auch noch die DJM-FX nutzen lassen. Der Klang lässt sich mittels einem gemeinsamen +/-12 dB Zweiband-EQ abstimmen, konfigurierbare Talkover-Funktion macht ihren Job gut. Darunter sind die vier Color-FX Pitch, Filter, Noise und Dub Echo, geregelt via fettem Poti pro Kanal, zu finden. Dazu gesellt sich der Lautstärkeregler für den Rekordbox-Sampler und die transparent klingende, ordentliche Lautstärke bietende Vorhöre (Volume, Cuemix).

Gegenüber dann die Master/Booth-Sektion mit achtschrittigem Pegelmeter, Cue-Option und Clip-LED. Der Ausgabepegel ist via Preferences für beide Outputs dämpfbar und auf mono schaltbar, ferner dürft ihr festlegen, ob das Mikrofonsignal auf Master, Booth oder beides ausgespielt wird, wie es die Anforderungen am Einsatzort einfordern.

Es folgen manuell oder automatisch synchronisierbare Beat-FX in Begleitung eines kleinen, gut ablesbaren Displays, das den Effekt-Typus, Parameter, die BPM nebst FX-Kanal anzeigt sowie den zugehörigen Routing-, Timing- und Mischungsreglern. Mit Mobius Saw und Triangle, MT Delay, Low Cut Echo und Enigma Jet haben eine Handvoll neue Effekte Einzug gehalten, die wir möglicherweise auch in der nächsten Generation der Pioneer-Clubmixer sehen könnten.

Das zentrale Mischpult ist klassisch designt und legt eine für viele Controller typische Kanalbezeichnung (Kanal 1 und 2 in der Mitte, 3 und 4 außen) an den Tag. Das ist analog zur Deckverteilung im GUI und divergiert zum benachbarten DJM. Legt man nur mit 2 Decks auf, kann man die beiden zentralen Fader nutzen, legt man mit DVS auf oder nimmt noch Vinyl dazu, landen diese auf den Außenflanken. Gängiges Prozedere, das man auch von vielen Serato- und Traktor-Kommandozentralen kennt.

Jeder Kanal kann entweder mittels USB A, USB B oder Cinch-Zuspieler beschickt werden. So können auch zwei DJs im fliegenden Wechsel auflegen oder gemeinsam auflegen. Dabei kann jeder sein eigenes Notebook mitbringen und anschließen und auf seine eigenen Tracks zugreifen. Nicht zu unterschätzen, wenn man als DJ-Team unterwegs ist, egal ob Tech-House- oder Hiphop-Party, Charts-Mix oder Hochzeitsveranstaltung.

Die Channels lassen sich den Crossfader-Seiten zuweisen oder davon ausschließen. Der Cue-Button funktioniert auch als Tempo-Tapper und bei gehaltener Shift-Taste ist Faderstart möglich. Gut so.

Deck-Sektionen

Hier hat sich alles angesammelt, was nicht nur der Pioneer Controller-DJ in den letzten Jahren zu schätzen gelernt hat. (Auto) Loop-Tasten, Memory Loops, Slip mit Reverse, Quantisierung, Beatsync, Navigation, Pitch und die CDJ-typische Transportabteilung, um nur einige zu nennen. Die Performance-Pads bieten etliche bekannte Modi, via Shift mit einem zweiten Befehlssatz ausgestattet und über die Pages-Funktion erweitert auf z.B. 16 Hotcues etc. Damit lassen sich die Musikstücke ordentlich durch die Mangel drehen und live remixen, das Angebot ist stattlich. Außerdem ist DJ nicht einzig auf das beschränkt, was auf den Pad-Modi-Tasten zu lesen ist. Es gibt nämlich auch noch den Pad-Editor, dazu später mehr. Fürs Harmonic-Mixing haben noch die Tasten Key-Sync und Key-Reset Platz gefunden, mit denen ihr die Tonart der Decks angleichen und zurücksetzen könnt.

Blick auf den Teller Der Blickfang schlechthin in den Deck-Sektionen sind die individualisierbaren Displays in den Jogwheels. Sie zeigen Cover-Art, Waveforms und Track-Infos an, dazu auch die Wiedergabezeit, Wiedergabeposition, Sync und Deck-Status sowie Hotcue- und Loop-Punkte an. Die äußere Helligkeit variiert in Abhängigkeit von der Fader-Stellung – „on air“ sozusagen. Hier ein paar Eindrücke dazu.

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