Hersteller_Numark
Test
5
08.10.2010

Praxis

Für den Praxistest im Turntable-Verbund bedarf es keines Blickes ins Handbuch. Die Rückseite ist eindeutig beschriftet, die Strippen in wenigen Minuten gezogen. Das Layout ist gut durchdacht, die Größenverhältnisse zwischen den Bedienelementen empfinde ich als sehr gelungen und auch die Haptik ist klasse. Sowohl Line- als auch Crossfader bleiben knapp unter 45 mm Länge. Deejays elektronischer Stilrichtungen hätten sich vielleicht ein paar Zentimeter mehr Regelweg für die Channels gewünscht, erfreuen sich aber umso mehr an der  gelungenen Equalizer-Sektion. Die großen Potis sind sehr sanft und lassen sich obendrein ausziehen. Dann sind sie etwa 20 Prozent höher, was besonders dickeren Fingern zugute kommt. Hervorragend, das würde ich mir für jeden Mixer wünschen! Auch Hip-Hop-DJs werden am X5 ihre Freude haben, denn die Fader der Hauptkanäle und der Überblendregler selbst sind butterweich, Beatjuggler und Scratcher freuen sich über getrennt regelbare Slopes. Zudem sind die Faderwege invertierbar und die roten Reverse-Mode Lämpchen sorgen auch in dunklen Umgebungen für Durchblick. Performance Plus! Ich hätte jedoch einen eigenständigen Transform-Switch mit wahlfreier Quellzuweisung an gleicher Position und die Platzierung der Phono-Line-Schalter am Kopf des Mixers bevorzugt, damit man nicht versehentlich beim Triggern die Eingangsquelle wechselt. Während des Testlaufs ist mir dies allerdings nicht vorgekommen.

Was aus den Ausgängen des Numark X5 rauskommt, klingt wirklich gut. Der Sound ist transparent und warm. Die Equalizer greifen sehr präzise ins Klangbild ein und haben zudem eine Killfunktion, die zuverlässig arbeitet. Dreht der DJ alle Bänder zu, wird’s still. Die Phono-Preamps leisten gute Arbeit. Sie klingen sauber und druckvoll.

Der satte Kopfhörerausgang besitzt auch für leisere Headphones genügend Leistungsreserven und liefert einen klaren Sound. Überhaupt erweisen sich die Outputs selbst bei maximaler Lautstärke und aufgerissenen EQs und Gains als sehr übersteuerungsfest. Dies hat auch mit dem Wirken des Look-Ahead-Limiters zu tun, der Spitzen abschneidet, bevor das Signal ausgegeben wird, aber natürlich auch mit dem großen Headroom der verwendeten analogen Komponenten. Das macht den X5 gerade auch für den ambitionierten Nachwuchs interessant. In den nachfolgenden Audiofiles könnt ihr hören, wie sich potentielle Übersteuerungen auf das Ausgangssignal auswirken.

Rein äußerlich passt der X5-Mixer wirklich ideal zu einem V7-Itch-Turntable, da beißt die Maus keinen Faden ab. Falls ihr euch für die MIDI-Maschine interessiert, wir haben sie bereits ausführlich getestet! Nutzt der DJ mehrere V7-Controller, arbeitet er am besten mit der System-Link-Funktion. Dazu werden die Player mit einem RJ45-Kabel verbunden und die beiden Ausgänge des ersten Gerätes an die Line-Eingänge des Mischpultes gesteckt. Denkbar ist so auch ein Gemischtbetrieb mit herkömmlichen Plattenspielern, die am Phono-Eingang anliegen. Der dritte Mischpulteingang kann zudem einen CD-Player aufnehmen. Für den Barbesitzer, Party- oder Open-Air-Veranstalter bedeutet dies, für nahezu jeden DJ das passende Arbeitswerkzeug parat zu haben. Die Software Serato-Itch steht den Protagonisten kostenlos auf Seratos Website zur Verfügung. So können sie ihre Darbietung bequem mit dem Offline-Player planen, Playlisten anlegen und Loops und Songpassagen markieren. Zum Mixen ist dann allerdings Itch-kompatible Hardware erforderlich.

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