Test
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14.07.2020

Praxis

Das Gerät wird von Serato automatisch erkannt und man kann sofort loslegen. Grundsätzlich hinterlassen beide Mixtracks einen soliden Eindruck, das Kunststoffgehäuse ist gut designt und macht sich gut auf dem Tisch, wo der Controller aufgrund seiner ordentlich dimensionierten Gummilippen rutschsicher auch bei intensiverem Fader-Gezupfe und Tastengehämmer steht.

Navigiert wird mittels Browser-Encoder und Ladetasten, die auch Instant Doubles ins Deck befördern können. Die Jogwheels laufen geschmeidig und liegen gut unter der Hand, ob man die Deck-, Tempo-, Pitch- und Zeitanzeige im Jogwheel-Display benötigt, ist Geschmackssache, wenngleich ich persönlich das ganz praktisch finde. Wer auf vier Serato-Decks unterwegs sein möchte, kommt jedoch bei den neuen Mixtracks nicht umher, die 40 Euro extra für den Platinum auszugeben und sich Serato Pro zuzulegen.

Mit den Handrädern, den Pitchbends und dem angenehm langen Temporegler, der erfreulicherweise und  mit 1/100 Genauigkeit auflöst, ist manuelles Beatmatching kein Problem. Auch Pitch-Range und Keylock können vom Controller aus gesteuert werden. Die Cross- und Channelfader gleiten ohne zu schleifen und ermöglichen präzise Mixes. Fadercurves können in Serato DJ angepasst werden. Die EQ-Regler und das (für meinen Geschmack klanglich etwas zahme) bipolare Kombi-Filter verfügen über eine Nullrasterung und geben einem beim Ineinander-Mixen von Tracks genug Möglichkeiten des Frequenzfrickelns inklusive Full-Kill. Der Kopfhörerausgang ist laut genug, der Sound am Master transparent. Das integrierte Audiointerface arbeitet mit 24 Bit und 44,1 kHz.

Wer nicht per pedes BPM und Phase abgleichen, sondern die Zeit für andere Aktivitäten einsparen möchte, nutzt stattdessen die Autosync-Funktion. Etwas unspektakulär, aber dennoch good to have, fällt die Schleifen-Abteilung mit ihren Klick-Klack-Tasten aus. Hier lassen sich Autoloops aktivieren, verdoppeln und halbieren, manuelle Loops werden mittels Shift gesetzt. Kein Problem. 

Die Performance-Pads sind in Anbetracht des Formfaktors konzeptionell etwas klein geraten und sie illuminieren ausschließlich rot. Vielmehr noch ist es schade, dass im Zusammenspiel mit Serato DJ Intro nur vier von acht Pads pro Seite für kreative Spielereien verwendet werden, da die untere Zeile als erweiterte Transportsektion zu verstehen ist.

Folgende Performance-Modi lassen sich aufrufen:

  • Cue: steht für Hotcues, vier an der Zahl
  • Autoloops: setzt Loops in verschiedenen Größen 
  • Fader Cut: erzeugt Crossfader-Effekte auf Tastendruck
  • Sample: Triggert den Serato Sample-Player

Kommen wir zum Hauptmerkmal der neuen Numarks und das sind die zentralen Effektsektionen mit den fetten Transformer-Hebeln, über die wir auch schon im Test des Numark Scratch-Battlemixers berichten durften. Insgesamt lassen sich hier sechs Effekte, nämlich HPF, LPF, Flanger, Echo, Reverb und Phaser direkt aufrufen. Ihr könnt die Beats mittels Drehregler einstellen und das Tempo eintappen und natürlich den Dry/Wet-Anteil anpassen.

Die Effektschalter sind in ihrer Größe, in ihren Ansprechverhalten und dem Federmechanismus gut zu bedienen. Es gibt eine Hold-Stellung und die Möglichkeit, temporär zu triggern. So lassen sich dann auch Mixer-FX und das Filter je Kanal gemeinsam nutzen, jedoch ist auch das FX-Programm identisch für beide Kanäle.

Dass FX-Sektionen über den Jogwheels zugunsten von „Mixer-FX“ gestrichen werden, ist übrigens auch bei anderen Herstellern als ein aktueller Trend zu verzeichnen, wie man beispielsweise am NI Kontrol S2 MK3 und Pioneers DDJ-Serie sehen kann. Ob die nicht unwesentlichen Neuerungen letztlich den Besitzern eines Vorgängermodells zum Controller-Upgrade ausreichen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für „Ersttäter“ oder Software-wechselwillige Käufer dürften die neueren Modelle trotz eines kleinen Preisaufschlags in meinen Augen eher interessant sein als für Besitzer eines Platinum oder Mixtrack Pro 3.

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