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26.01.2017

NAMM 2017: Die neuen Eurorack Module im Überblick!

Modulare News von der Messe in Anaheim

Für Freunde von Eurorack-Modularsystemen gab es auf der NAMM Show 2017 in Anaheim jede Menge Neuheiten zu entdecken. Hier findet ihr einen Überblick über die Eurorack-News der NAMM Show 2017.

Der Trend aus den letzten Jahren scheint sich fortzusetzen: Die wichtigsten Synthesizer-Innovationen gab es wieder einmal nicht bei den Majors, sondern in den engen Gängen der Modular-Stände zu sehen, wo zahlreiche kleine und große Firmen ihre neuen Module präsentierten. Aus dem sympathischen Gewirr aus Patchkabeln, Modulen und Cases haben wir für euch die wichtigsten Neuheiten herausgesucht und zusammengefasst.

Make Noise Morphagene

Make Noise präsentierten mit ihrem neuen Morphagene einen der Stars unter den Eurorack-Neuheiten dieses Jahres auf der NAMM. Beim Morphagene handelt es sich um eine weitere Zusammenarbeit mit dem Sound-Guru Tom Erbe, welcher schon seit einer Weile mit Make Noise kollaboriert. Das Morphagene scheint eine Weiterentwicklung des 2010 erschienen Phonogene zu sein und macht jetzt auch Granularsynthese möglich. Es soll das Phonogene aber nicht ersetzen, da dieses weiter hergestellt und verkauft wird. Wir sind sehr auf das neue Familienmitglied der Make Noise Familie gespannt, da man bis jetzt fast ausschließlich auf Clouds von Mutable Instruments angewiesen war, wenn es um Granularsynthese im Eurorackformat ging. 

Intellijel

Intellijel stellten gleich zehn neue Module vor, von denen das Modul Plonk besonders im Rampenlicht steht. Dabei handelt es sich um ein Resonator-Modul, welches in Zusammenarbeit mit der Softwareschmiede Applied Acoustic Systems A|A|S entstand. A|A|S sind für Modelling-Algorithmen bekannt, die nicht nur bei den Plug-Ins Chromaphone oder Tassman zum Einsatz kamen, sondern auch bei Analog, Collision, Tension und Electric für Ableton Live verwendet wurden. Plonk bringt diese Algorithmen jetzt in die Eurorack-Welt in Form eines 12hp Moduls mit schicker OLED Anzeige, das prädestiniert für polyphone, perkussive Klänge ist. Anstatt eines größeren Moduls mit allen Bedienelementen im direkten Zugriff auf der Frontplatte, hat sich Intellijel hier eher für Macro-Kontrolle mit speicherbaren Presets entschieden, die auch per CV abgerufen werden können und somit mit eine Art Multitimbralität ermöglichen.

Desweiteren überraschte das neue Tetrapad, das an eine weiterentwickelte Version des Make Noise Pressure-Points erinnert. Shifty ist ein Sequential Switch und Shift Register Modul, welches für Kontrolle und Modulation von mehreren Stimmen oder Sequenzen gedacht ist. Mit dem neuen Springray und Quad VCA präsentierten Intellijel verbesserte Versionen von bereits vorhandenen Modulen. Die fünf anderen neuen Module von Intellijel kommen im 1U Format daher und bieten Funktionen wie Output, Clock, Noise, wahrscheinlichkeits-basiertem Zufall, Sample & Hold und Slew-Generator. Desweiteren gibt es Buffered Multiples und ein digitales Reverb in 1U. 

Pittsburgh Modular

Pittsburgh Modular kamen auch gleich mit sechs neuen Modulen aus ihrer Lifeforms Serie nach Anaheim. Der Double Helix Oscillator ist zwar ein eher größeres Modul, aber dafür auch groß in Soundvielfalt und Qualität. Das Modul beinhaltet so viele Funktionen, dass es fast eine komplette Stimme darstellt: zwei Oszillatoren, Filter, Hüllkurve und eine sehr interessante Modulations-Matrix. Die anderen fünf neuen Pittsburgh Module sind ein einfacher 2+2 Mischer, eine ADSR, ein Filter (welcher aus dem Lifeforms SV-1 Synthesizer stammt), ein System-Interface für Inputs und Outputs und das Mod Tools. Letzteres ist ein Schweizer Taschenmesser für das Eurorack und bietet Hüllkurve, LFO, Noise, Sample & Hold, Mischer, Logik, Oszillator und Slew Generator. Das Ganze gibt's dann auch gleich in zwei kompletten Systemen, dem Foundation 4 und Lifeforms Foundation Evo. Außerdem präsentierten Pittsburgh eine Reihe von neuen Cases.

4MS

4MS stellten uns einen Stereo Sampler und ein Multi-Tap-Delay vor. Nach dem wirklichen toll klingenden Stereo Looping Delay vom letzten Jahr, überzeugen auch diese beiden Module sehr. Trotz vielfältigen Funktionen befindet sich alles im direkten Zugriff auf der Frontplatte und bietet Möglichkeiten und eine Soundqualität, welche bis dato selten in Eurorack zu finden waren.

Verbos

Verbos präsentierten den Bark Filter, welcher wie die meisten anderen Buchla-inspirierten Module von Mark Verbos wirklich hervorragend klingt. Es handelt sich hierbei um eine 12-Band Fixed Filter Bank mit individuellen Ausgängen und Envelope Followers. Desweiteren ist der sehr interessante CV-steuerbarer Mischer, wie beim Harmonic Oscillator, vorhanden. Dieser erlaubt es auf unterschiedliche Weise zwischen den Bändern zu morphen.

AJH Synth

AJH haben uns bisher mit ihren unglaublich gut klingenden Minimoog-inspirierten Modulen überzeugen können und zeigten dieses Jahr einen doppelten LFO, eine DH-ADSR Hüllkurve, den CVMIX VCA und mit dem V-Scale Variable Buffer ein sehr hochwertiges aktives Multiple. 

Studio Electronics

Studio Electronics sind auch gleich mit mehreren neuen Modulen in Anaheim aufgeschlagen. Darunter befinden sich Ergänzungen zur Tonestar Serie, die den wirklich großartigen Boomstar vom Studiotisch ins Eurorack portiert. Das Highlight hier ist ein Filter Design welches sich an Juno / Jupiter orientiert. Dazu gibt es den SlimO Oszillator, der genauso gut klingt wie sein großer Bruder. Und auch hier finden wir ein neues Modul in 1U, welches gleich mit verschiedenen Tools und einem Reverb daher kommt.

Erica Synths

Erica Synths aus Lettland sind für hochqualitative Module zu günstigen Preisen bekannt und haben gleich mehrere interessante Neuheiten vorgestellt. Darunter ist der Octasource, ein LFO mit gleich acht Ausgängen, die jeweils in einer anderen Phasenlage liegen. Weiterhin zeigten die Letten ein neues X-Fade Modul, einen neuen VCA und neue Filter. Der neue Stereo-Mischer ist eigentlich fast unverzichtbar für alle, die gerne digitale Effekte mit Stereo-Ausgängen nutzen. Desweiteren gab es ein Clock-Modul zu sehen, welches analoge Clocks in MIDI-Clocks wandeln kann, und schließlich ein paar neue Module mit Röhren aus der Fusion Serie.

Doepfer

Doepfer präsentierte eine spannungsgesteuerte Version seines Performance Mixers und den wieder zum Leben erweckten A-111-2 Oszillator. Dieser war zwischenzeitlich eingestellt worden, weil Bauteile nicht mehr verfügbar waren, und kommt jetzt gleich in zwei unterschiedlich großen Versionen daher. Desweiteren gibt es jetzt einen 4-Kanal Envelope Follower von Doepfer und es wurde ein interessantes 8-fach Switch Modul gezeigt, das jedoch noch ein bisschen auf sich warten lässt. Ansonsten scheint Doepfer sich eher darauf zu konzentrieren, vorhandene Module in schwarzer Moog Optik neu herauszubringen. 

Vermona

Vermona zeigten vier neue Module, die allesamt beeindrucken konnten. Das Twin VC Filter wurde zwar schon letztes Jahr vorgestellt, ist jetzt aber endlich erhältlich und hat einen Expander spendiert bekommen. Der UniCycle ist ein großartig klingender Oszillator und das QuadroPol ein four-fold Polariser, welcher sich für Ringmodulation, als Mischer oder zum Generieren von CV-Signalen eignet. Die spannendste Neuvorstellung von Vermona ist jedoch der Random Rhythm, welcher auf sehr interessante Weise Rhythmen generieren kann und als Taktgeber für die TwinCussion gedacht ist.

Oberheim

Tom Oberheim hatte eine neue Version des SEM Synthesizers in Eurorack-Form im Gepäck und nennt diese SEM-X. Die komplette Stimme klingt, wie das Original, überdurchschnittlich gut und kommt gleich mit 35 Buchsen daher, die sich links oder rechts platzieren lassen. Natürlich ist der SEM-X voll analog und bringt trotz der geschrumpften Größe neue Funktionen mit.

Rossum Electro-Music

Dave Rossum war vor Jahrzehnten der Mann hinter der Firma E-mu und unter anderem für die berühmte SP-1200 verantwortlich. Seit dem letzten Jahr stellt er unter dem Namen Rossum Electro-Music Eurorack-Module her. Nachdem er erst vor Kurzem das sehr interessante Morpheus Z-Plane Filter herausgebracht hatte, zeigte er auf der NAMM den neuen Satellite Universal CV Generator. Die Satellite Module sind als Erweiterung zum Control Forge gedacht, lassen sich aber auch autark nutzen. In Verbindung mit dem Control Forge können sie dann dessen Einstellungen abspeichern und komplett alle Funktionen wiedergeben, während das Control Forge wieder frei für neue Einstellungen und Patches wird. 

WMD

WMD haben wie immer nicht enttäuscht und fünf neue Module präsentiert. Arpitect ist ein sehr umfangreicher Quantizer und Arpeggiator, welcher es ermöglicht durch mehrere CV Eingänge sich immer ändernde Melodien zu erstellen. Das Triad ist dafür gedacht Akkorde zu generieren und der Overseer ist ein Stereo-Filter, der sich an DJ Filtern orientiert. Ein weiteres Stereo-Tool ist der MSCL, oder auch "muscle", hinter dem sich ein druckvoller Kompressor/Limiter mit Sidechain-Eingang verbirgt. Als letzte Neuheit wurde die Modbox gezeigt, ein dualer LFO mit Phasen- und Skew-Optionen, Sample & Hold und Noise.

Synthrotek

Synthrotek ist uns als Budget-Hersteller bekannt und hat einen interessanten Ribbon-Controller gezeigt. Dieser hat sein ‚Brain‘ im 3U Format und den eigentlichen Ribbon in 1U, welcher gleich in vier verschiedenen Versionen angeboten wird. Desweiteren gab es ein Random-Modul in Form einer ADSR und einen Stimmenverzerrer namens Roboto zu sehen. The Verb ist ein einfaches Reverb und das Quadrangle eine Hüllkurve mit LFO.

Division 6

Division 6 haben sich dieses Jahr ihren Stand mit Synthrotek geteilt und den neuen Filtare SEIII vorgestellt, ein Multimodefilter mit den üblichen verdächtigen Ausgängen low pass, band pass, high pass und einem variablen notch. Gelungen fanden wir auch die Dual Sequencer Visitenkarte: Eine Platine in Visitenkartengröße, welche gleich zwei Sequencer mit interessanten Eigenschaften beinhaltet, sobald man die Schaltung aufgebaut hat.

2hp

2hp machen den Namen zum Programm und zeigten gleich acht neue Module in besagter Größe. Eine Clock, eine ADSR, ein VCA, eine Hüllkurve und ein duales Sample & Hold. BRST ist ein Burst-Generator und ROUT ermöglicht es Signale zu verteilen. TM ist von der Turing Machine inspiriert und produziert zufällige Sequenzen. Die Größe der Module ist hier wohl das eigentliche Highlight. 

Qu-Bit

Qu-Bit zeigten Tone, Contour, Mixology und das Chance Modul. Tone sind gleich vier analoge Filter in einem Modul mit jeweils Low Pass und Band Pass Ausgängen für jedes einzelne Filter. Durch Selbstoszillation kann man dieses Modul auch benutzen um Akkorde zu generieren. Contour sind vier Hüllkurven, welche auch als LFO fungieren können. Mixology ist der schon im letzten Jahr vorgestellte Mischer und Chance ein Zufalls-Generator.

Expert Sleepers

Expert Sleepers haben es möglich gemacht, das Modular anständig in Verbindung mit Computern nutzen zu können und zeigten dieses Jahr ihr beliebtes Disting Modul in der vierten Generation. Das Disting kommt jetzt mit Dot-Matrix-Anzeige und SD Kartenslot auf der Frontplatte. Warum nicht gleich so? Außerdem kommen jetzt auch alle anderen Module mit den sehr schick beleuchteten Buchsen daher.

Birdkids

Birdkids aus Österreich konzentrierten sich dieses Jahr auf Live-Perfomances und haben ihren wirklich hervorragenden Bateleur Oszillator von letztem Jahr in ein Desktopgerät verwandelt. Dieser ist nun ein kompletter Synthesizer und kommt in einem kleinen Eurorack-Case, das über USB mit Strom versorgt werden kann.

Catalyst Audio

Catalyst Audio ist ein ganz frischer Hersteller, welchen wir dieses Jahr zum ersten mal auf der NAMM sahen. Außer einem vom SH-101 inspirierten Sequenzer und einem Trigger-Sequenzer, hat der Frischling gleich fünf Buchla 100 inspirierte Module gezeigt. Wir sind sehr gespannt.

Delptronics

Delptronics aus Austin konnten mit zwei neuen Sequenzern überzeugen. Pitchman ist ein klassischer 8-Step Sequenzer und Wheelman ein aufgebohrtes Sequential Switch.

Warm Star Electronics

Warm Star Electronics ist ein ganz neuer Hersteller und lässt seine Module von Delptronics entwerfen. Mountain ist ein Filter mit einer außergewöhnlichen FM Verzerrung und LFO. Bend ist ein 4-Kanal CV Matrix Mischer.

Noise Engineering

Noise Engineering haben auch mehrere ziemlich außergewöhnliche Module vorgestellt. Darunter befanden sich unter anderem ein CV Recorder mit Randomizer namens Mimetic Sequent und der Cursus Iteritas Oszillator.

Radikal Technologies

Radikal Technologies haben uns vor vielen Jahren den wirklich großartigen Desktop Synthesizer Spektralis beschert. Seit etwas über einem Jahr stellen sie jetzt auch Eurorack-Module her und ergänzten dieses Jahr ihren digitalen Swarm Oszillator und analogen Filter mit einem sehr umfangreichen und großen digitalen Effektmodul.

Malekko

Bei Malekko standen dieses Jahr die drei Prototypen von Desktopgeräten im Vordergrund, weshalb deren Eurorack-Präsentation mit einem MIDI-Modul eher nicht sonderlich auffiel.

Industrial Music Electronics

Industrial Music Electronics ist uns sonst unter dem Namen The Harvestman bekannt und brachte drei neue Module mit. Argos Bleak ist ein 4-Oszillatoren-Controller. Bionic Lester MK2 ist eine Weiterentwicklung des ungewöhnlichen Filters und Contempt ein Stereo-Kompressor.

Hexinverter

Hexinverter vervollständigten ihre Drumserie mit einem Rimshot und stellte einen Noise-Oszillator namens VCNO vor.

Fraptools

Fraptools bescherten uns letztes Jahr einige der hochwertigsten Cases der Eurorackwelt. In diesem Jahr gab es ein Zufallsmodul zu sehen.

1010 Music

1010 Music zeigten neue Software für ihren Bitbox Sampler, welcher durch den Touchscreen und sein digitales Herz jetzt auch als Effektbox benutzt werden kann. Eine Synthesizer Software für dieselbe Hardware ist in Planung.

512

Five12 haben den sehr beliebten Numerology Sequenzer programmiert. Dieses Jahr zeigten sie zum ersten Mal Hardware in Form eines Eurorack-Sequenzers.

T-Rex

T-Rex haben ihr Tapedelay-Effektpedal aus dem letzten Jahr in die Eurorackwelt portiert. Ein Demo-Video des T-Rex Replicator Moduls seht ihr hier.

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