Test
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13.09.2016

Praxis

In der Summe ist das Layout der Bedienelemente übersichtlich und ergonomisch sinnvoll gestaltet: Angeschaltet werden die Plattenspieler mithilfe einer Drehscheibe im Sockel der Stroboskopleuchten. Deren Aufbau ist nahezu identisch zum 1200er. Positiv ist ferner, dass diese Drehschalter zum Plattenteller hin durch einen Metallschirm gegen versehentliches Abschalten des Gerätes im laufenden Betrieb geschützt sind. Schaltet man die Geräte nun auf „On“, erstrahlen alle Beleuchtungselemente (Stroboskop, LEDs, Nadelleuchte) einheitlich in blauer Farbe. Kein „Ampel-Look“, sondern ein Aussehen, passend zum stylischen Design der Player. Schön groß geraten sind die Start/Stopp-Buttons, die aufsteckbaren hellen Nadelleuchten ermöglichen praktischerweise, den Sweepspot des Lichtes durch Drehen anzupassen.

Die sechzehnpoligen, bürstenlosen Drei-Phasen-Motoren sind ebenfalls dem klassischen Technics Antrieb nachempfunden und werden so ähnlich in vielen aktuellen DJ-Laufwerken verbaut. Ein wichtiger Unterschied zum „Technics Aggregat“ ist allerdings das Drehmoment: Mit stolzen 4,6 Nm ist dies um mehr als das Dreifache höher als beim japanischen Vorbild, was sich im Praxiseinsatz sehr positiv bemerkbar macht. So kommen auch relativ schwere Plattenteller schneller auf die volle Umdrehungszahl, als das bei vielen anderen Modellen der Fall ist. Die Lager der Plattenteller sind bombenfest im Chassis verankert und ohne jedwedes „Spiel“. So muss es sein!

Mit den beiden praktischen Drehreglern „Start“ und „Brake“ lassen sich die Start- und Stoppzeit regulieren. Im ersten Fall ungefähr zwischen 0,3 und 4 Sekunden, im zweiten zwischen etwa 0,3 und 6 Sekunden, ganz wie es euch am besten gefällt. Das kommt besonders Turntablists zugute, genauso wie die Rückwärtslauf-Option der Plattenspieler, wobei ich anmerken möchte, dass die Reverse-Buttons für meinen Geschmack etwas zu nah an der empfindlichen Abtastnadel (Tonarm in „Ruhestellung“) platziert wurden.

Über eine Mittenrastung verfügt der Pitch übrigens nicht, aber über eine LED bei null Prozent. Außerdem mit an Bord: der Quarz-Lock, mit dem man unabhängig von der Stellung des Schiebereglers blitzschnell zur Null-Prozent-Marke springt. Praktische LEDs zeigen an, in welchem der drei unterschiedlichen Pitch-Bereiche die Player agieren (8, 16, 50 Prozent). Diese Bandbreite kommt Scratch-DJs und Turntablisten natürlich zugute.

Mix & Scratch

Beide Turntables wurden einem „Härtetest“ inklusive intensivem Scratching und Backspins unterzogen. Wie erwartet sind die Plattenspieler dank ihres hohen Drehmoments, ihres stabilen Aufbaus und der massiven Plattenteller hervorragend für derartige Anwendungen geeignet. Turntablists und Scratching-Nerds werden den LTA mit seinem geraden Tonarm bevorzugen, da bei diesem die Springfestigkeit höher ist als beim Modell STA. Da man beim S-Shaped Tonarm allerdings auf bessere Klangeigenschaften trifft, werden DJs, die mehr mixen und weniger scratchen, diese Ausführung bevorzugen (Stichwort: horizontaler Spurfehlwinkel, ausführliche Erklärungen gibt’s in unserem Spezial-Feature rund um den Plattenspieler).

Schreiten wir nun zur Bewertung des Klangs respektive der Phono-Vorverstärker (hier gibt es übrigens einen Testmarathon zum Thema). Die Vorverstärker liefern ein rauscharmes, lautes und angenehm kräftiges Signal. Die Höhen präsentieren sich erfreulich frisch und transparent und der Mittenbereich kommt sehr naturgetreu daher. Einzig der Bassbereich bekommt leichte Punktabzüge, weil dieser für meinen Geschmack etwas zu undurchsichtig geraten ist. Getestet habe ich das unter anderem mit der Maxisingle „Rebel without a Pause“ von Public Enemy (1987). Die Rap Vocals on Chuck D & Flavor Flav kamen dabei angenehm zur Geltung, die programmierten Snares hatten den nötigen Punch und das JBs-Hornsample klang dank der transparenten Höhen erfreulich offen. Doch leider verschwammen der E-Bass des Samples und die 808-Kicks etwas und waren dadurch nicht differenziert genug wahrnehmbar. Dazu nachstehend zwei Audiodateien.

Beim doppelten Cinch-Ausgang können der Mixars LTA und STA dann wieder richtig punkten: Meiner Meinung nach ist dies das Highlight der Plattenspieler, sei es, dass zwei DVS-DJs hintereinander oder „Back to Back“ mit unterschiedlichen Audiointerfaces/Softwares, aber dennoch mit dem gleichen Setup (Mixer & Turntables) auflegen wollen, weil dabei kein Umstecken mehr notwendig ist.

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