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Test
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14.07.2020

Markbass Little Mark Vintage D2 Test

Verstärkertopteil für E-Bass

Immer weiter, immer besser!

Die Little-Mark-Serie von Markbass steht eigentlich für kompakte und flexible Bassverstärker, die sich durch ihren neutralen Klang auszeichnen und gerade deshalb von vielen Tieftönern sehr geschätzt werden. Im Jahre 2019 ergänzte Markbass die Serie zum Erstaunen vieler Tieftöner um ein weiteres Modell, das neue Soundoptionen bietet und dank einer Röhrenvorstufe und einigen hervorragend abgestimmten EQ-Presets auch Vintage-inspirierte wärmere Sounds liefern kann. Die Rede ist natürlich vom Little Mark Vintage, das in einem vorangegangen Test entspannt Bestnoten eingefahren konnte und auch in der Bassszene mit Begeisterung aufgenommen wurde. Viele User wünschten sich für das Vintage-Modell allerdings eine flexiblere Klangregelung und einige Zusatz-Features. Weil Markbass stets ein offenes Ohr für seine Kundschaft hat, ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Als Alternative zum beliebten Little Mark Vintage bietet das Portfolio von Markbass nun den Little Mark Vintage D2, der mit einem semiparametrischen Equalizer ausgestattet wurde und eine Boost-Funktion für Solospots an Bord hat. Zudem kann der Limiter beim neuen Modell komplett ausgeschaltet werden. In welchen Punkten sich der neue Little Mark Vintage D2 vom älteren Vintage-Modell unterscheidet und ob die neuen Features überzeugend umgesetzt wurden, könnt ihr in diesem Test erfahren!

Details

Optisch gleicht der neue Little Mark Vintage D2 dem Vorgängermodell erwartungsgemäß wie ein Ei dem anderen. Sehr markant sind die schwarzen Drehknöpfe und das mittig auf der Front platzierte Röhrenschaufenster, das bei beiden Amps für eine dezente und durchaus edle Vintage-Optik sorgt.

Die grundsätzliche Bauform haben beide der 500 Watt starken Vintage-Amps allerdings von den "normalen" Little Mark Amps geerbt. Das fängt bei den Abmessungen von 27,7 x 25 x 8,3 an und hört beim Gewicht, das schlappe 2,5 kg beträgt, auf - der Transportfaktor bleibt also nach wie vor hervorragend!

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Auch bezüglich der Qualitätsanmutung kann ich nur Positives berichten: Der Amp wirkt robust und hochwertig, so wie ich es von Markbass seit vielen Jahren kenne. Wirklich Neues gibt es beim Thema Features, denn Markbass hat bei der zweiten Version doch einige Änderungen vorgenommen, um noch einen weiteren Kreis für die Vintage-Amps aus der Little-Mark-Serie zu begeistern.

An erster Stelle steht hier ein neuer Equalizer, der über eine semiparametrische Mittensektion verfügt. Zentral auf der Front sitzen beim Little Mark Vintage D2 dementsprechend zwei getrennte Gain-Regler zum Absenken oder Anheben der Tiefmitten und Hochmitten, deren Einsatzfrequenz jeweils mit kleineren Potis eingestellt werden. Die Bandbreite ist in beiden Fällen sehr groß und reicht weit über die üblichen Mittenfrequenzen hinaus - sowohl nach unten in den Bassbereich als auch nach oben in den Höhenbereich (Tiefmitten 100 Hz - 800 Hz, Hochmitten 700 Hz - 6 kHz).

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Komplettiert wird der Vierband-Equalizer des Little Mark Vintage D2 mit einem Bassregler (80 Hz) und einem Höhenregler (10 kHz). Neben dem eigentlichen Equalizer hat auch die zweite Version des LM Vintage wieder EQ-Presets an Bord, mit denen der Sound auf einfache Art per Schalter voreingestellt werden kann. Zur Verfügung stehen die Positionen "Flat" für den unverfälschten Sound und "Old" für einen Vintage-Sound mit stark abgesenkten Höhen.

Das Preset "Scoop" vom älteren LM Vintage hat Markbass beim LM Vintage D2 ersatzlos gestrichen. Der kleine EQ-Switch sitzt genau unter dem Gain-Regler - womit wir schon bei der Eingangssektion des neuen Markbass-Tops wären.

Selbstverständlich sorgt auch beim LM Vintage D2 eine Röhre in der Vorstufe für die Wärme im Sound, daneben gibt es aber auch eine Änderung gegenüber der Eingangssektion des LM Vintage: Anstelle des DI-Pegel-Reglers parkt beim LM Vintage D2 links neben dem Gain-Regler nämlich ein Boost-Poti, mit welchem das Signal um bis zu 12dB angehoben werden kann.

Für bestimmte Songpassagen oder Soloeinlagen steht somit also eine zweite Lautstärke zur Verfügung - ein sehr praktisches Feature, das sich viele Tieftöner für den Livebetrieb wünschen! Ein- und ausgeschaltet wird das Boost-Feature allerdings ausschließlich mit einem Fußtaster, der sich nicht im Lieferumfang befindet - wer den vollen Funktionsumfang des Amps nutzen möchte, muss daher abermals zum Portemonnaie greifen.

Auf der rechten Seite der Front finden wir einen großen Master-Regler für die Endlautstärke, den Netzschalter und die Klinke für den besagten Fußtaster, der übrigens auch eine Mute-Funktion für die Ausgänge des Bassverstärkers bereitstellt. Links neben der Buchse sitzt schließlich ein kleiner Schalter, mit dem der Limiter an den Boxenausgängen komplett ausgeschaltet werden kann. Das ist ebenfalls ein neues Feature, denn beim älteren LM Vintage war der Limiter immer aktiv und konnte lediglich in der Stärke geregelt werden.

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Auf der Rückseite ist reichlich Platz für die restlichen Anschlussmöglichkeiten, und hier bietet auch der neue Little Mark Vintage D2 die bekannten Markbass-Features: Zur Verbindung mit den Bassboxen gibt es eine Speakon/Klinke-Kombibuchse und eine zusätzliche Klinke, daneben finden wir eine Tuner-Klinke und den Effektweg mit den üblichen Send- und Return-Klinkenanschlüssen.

Den Abschluss auf der Rückseite macht der symmetrische Line-Out in Form einer XLR-Buchse, der mit einem Groundlift-Schalter von der Erde getrennt und mit einem weiteren Schalter vor oder nach den Vierband-Equalizer geschaltet werden kann. Die EQ-Einstellung des Preset-Schalters (Flat oder Old) sitzt in der Signalkette allerdings immer vor dem Line-Out und wird daher stets zum Pult oder zum Recording-Equipment übertragen.

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