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Test
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03.05.2015

Mapex Black Panther Versatus Russ Miller Snare Test

Snare Drum

Millers schnarrendes Kätzchen

Die Mapex Black Panther Versatus Snare im bonedo Test: der amerikanische Sessiondrummer Russ Miller ist seit einiger Zeit Endorser der taiwanesischen Trommelmanufaktur Mapex, die augenscheinlich etwas von angemessenen Zusammenarbeits-Honorationen versteht. Der gute Russ wurde nämlich gemeinsam mit seinen Teamkameraden Chris Adler und Matt Halpern jüngst mit einem eigenen Signature Snare Modell aus der Black Panther Serie gesegnet. Der aufwändig konstruierte Kessel ist eine Hybridversion aus Mahagoni und Ahorn und verfügt über die etwas ungewöhnliche Tiefe von 4 5/8 Zoll. Der Name „Versatus“ ist nicht etwa einer J.R.R. Tolkien Saga entlehnt, sondern spielt auf den englischen Begriff „Versatility“ an. Vielseitigkeit, das ist laut Hersteller nämlich das Attribut, das diese Snare treffend beschreibt.

Ein so studioerprobter Drummer wie Russ Miller könnte sicherlich ganze Bücher über das Mysterium Snaredrum schreiben. Besonders bei Pop-Produktionen hängt sehr viel vom richtigen Snaresound für den jeweiligen Song ab. Bei der schier unendlichen Bandbreite an verschiedensten Kesselarten und -größen ist es deshalb nicht ungewöhnlich, wenn ein erfahrener Trommler auch mal seine zwanzigköpfige Schnarrtrommelsammlung mit ins Studio bringt. Zeit ist Geld, und wer hat im Studio schon genug von beidem? Sich seelenruhig mit verschiedensten Tunings einer einzelnen Snare zu beschäftigen ist eben zeitlich oft nicht drin, und überhaupt machen nur wenige Snares gekonnt alle Tuning-Experimente mit. Doch was ist, wenn Zeit und Kohle keine Rolle spielen? Hätte man dann mit einer Mapex Black Panther Versatus eine Snare im Gepäck, die theoretisch in jedem Tuning überzeugen kann? Wir haben das rote Schätzchen auf seine „Versatility“ hin geprüft!

Details

Superschickes Design trifft auf ausgeklügelte Kesselkonstruktion

Die Versatus Snare wird in einer üppigen Kombination aus zwei ineinander geschachtelten Kartons und einem schwarzen Samtsäckchen geliefert. Hat man die Snare einmal aus der pappigen und samtigen Verpackung befreit, kann sie optisch gleich mit ihrem rot lackierten Rosewood-Furnier überzeugen. Das so genannte Transparent Cherry Over Burl Finish macht zusammen mit der Black Brushed Chrome Hardware einen hochwertigen und äußerst schnieken Eindruck. Im Promovideo zu seinem neuen Signature-Schätzchen, verrät Meister Miller höchstpersönlich, dass er gemeinsam mit den Jungs von Mapex verschiedenste Kesselmaße in unterschiedlichen Tunings ausprobierte. Am vielseitigsten erschien ihm dabei das etwas ungewöhnliche Maß 14“ x 4 5/8“ Zoll. Unter den unterschiedlichsten Hölzern, die mittlerweile zu Snaredrums verbaut werden, wählte er eine Kombination aus Ahorn und Mahagoni, um einen von Grund auf trockenen und vollen Kesselton zu erreichen. Ahorn gilt allgemein als ein warm und offen klingendes Holz, während Mahagoni etwas trockener und dunkler tönt. Der Hybridkessel setzt sich von innen nach außen wie folgt zusammen: zwei Lagen Ahorn, drei Lagen Mahagoni, zwei Lagen Ahorn und schließlich das Rosewood-Furnier auf der Außenseite. 

Der Versatus Hybridkessel - eine nicht alltägliche Konstruktion

Das Schlagfell sitzt auf einer nach außen deutlich abgerundeten Gratung im 45 Grad Winkel, die im Hause Mapex auf den Namen „Soniclear Bearing Edge“ hört. Durch einen zusätzlichen Verstärkungsring aus vier Lagen Ahorn sitzt das Fell also auf einer ziemlich pompösen Kante. Der Verstärkungsring dient an dieser Stelle übrigens nicht etwa zur Stabilisierung des Kesseln, wie es bei dünneren Kesseln der Fall ist, sondern der zusätzlichen Dämpfung der Obertöne des Schlagfells. Für einen von Haus aus trockenen Ton der Snare sorgen auch die beiden Airholes, die die Luft schneller aus dem Kessel entweichen lassen. Die Resonanzfellseite kommt gänzlich ohne Verstärkungsring daher – hier sind eben die klanglichen Feinheiten des Snare-Teppichs gefragt! Zudem sitzt das Resonanzfell auf einer im 35 Grad Winkel abfallenden, also etwas flacher gestalteten Gratung. Um einer überragenden Teppichansprache den Weg zu ebnen, wurde das Snarebed der Versatus Snare mit drei Millimetern ziemlich tief gestaltet. Das gewährleistet ein breites Aufliegen des Spiralenteppichs auf dem Resonanzfell.

Auch die Hardware erscheint solide und durchdacht

Die Black Brushed Chrome Black Panther Hardware ist rundum exzellent verarbeitet. Aufgrund der geringen Kesseltiefe sind die jeweils zehn Einzelspannböckchen der Schlag- und Resonanzfellseite leicht versetzt zueinander am Kessel angebracht. Mit ihrer leicht nach innen gebogenen Kante stellen die Mapex Sonic Saver Hoops eine Reminiszenz an die Stick Saver Hoops dar, die man an alten Slingerland Trommeln findet. Es handelt sich im Falle der Versatus Snare jedoch um Gussspannreifen, die allerdings etwas leichter als herkömmliche „Die-Cast Hoops“ ausfallen und schon an einigen Snare-Modellen der Black Panther Serie verbaut wurden. Auch die Snare-Abhebung entspricht der gewohnten Ausstattung der schwarzen Panther. Durch die Rasterung der beiden Stellschrauben kann der Teppich fein und genau justiert werden. Der solide Eindruck der Abhebung  wird abgerundet durch den „Schaltknüppel“, der sich kinderleicht bewegen lässt und zuverlässig die Position hält.

Das Kätzchen kommt mit feinem Fell, hochwertigem Teppich und einem kostenlosen CD-Download ins Haus

Die Versatus Snare ist ab Werk mit Fellen der Marke Remo bestückt. Als Schlagfell dient ein Fiberskyn 3 Diplomat Modell, das etwas dünner als ein herkömmliches Ambassador ausfällt und durch seine natürliche Oberflächenstruktur vor allem bei Besenspielern beliebt ist. Das Ambassador Snare Side Resonanzfell bringt einen 16-spiraligen Teppich der Marke Puresound in Schwingung, der wohlgemerkt zum Lieferumfang gehört. Der Snare liegt obendrein eine vom Meister unterschriebene Autogrammkarte sowie ein Code für einen kostenlosen Download der neuen CD von Russ Millers Modern Jazz Truppe „Arrival“ bei – ein wirklich feiner Schachzug! Wie brav unser schmuckes Kätzchen mit all seinen hochwertigen Features schnurrt und schnarrt, erfahrt ihr im folgenden Praxisteil!

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