Test
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10.09.2020

Praxis

Halten die Snares, was ihre hochwertigen Features versprechen?

Aus ihrer gutgemeinten Verpackung befreit, zu der pro Trommel auch ein flauschiges Säckchen gehört, sind die Snares dank ihrer tollen Verarbeitung sofort bereit für den Praxistest. Alle Stimmschrauben laufen weich, die Snareteppiche sind perfekt montiert und die Felle liegen locker auf den Kesseln. Ich teste die Snares in vier Stimmungen: supertief und fett, mittel, mittel-hoch und hoch. Abgesehen vom supertiefen Tuning benutze ich dabei keinerlei Dämpfung. Die Spannung des Resonanzfells passe ich bei jedem neuen Tuning an die des Schlagfells an, um immer den bestmöglichen Mix aus Kesselton und Teppichansprache zu erreichen. Vorab lässt sich feststellen, dass alle vier Trommeln über ein sehr kontrolliertes Sustain verfügen, was merklich von der verrundeten SONIClear-Gratung, den vier Luftausgleichslöchern pro Kessel sowie den Sonic Saver Hoops herrührt. Im Vergleich zu handelsüblichen Triple Flanged Hoops verlangen die Sonic Saver Hoops allerdings bei Rimshots einen leicht veränderten Anschlagswinkel, an den ich mich kurz gewöhnen musste.

Die Hydro in 13“ x 7“

Mit ihrem kompakten Umfang in Kombination mit dem tiefen, dünnen Ahornkessel und den Verstärkungsringen erinnert die „Hydro“ an die beliebte Steve Jordan Signature Snare von Yamaha. Auch klanglich ist sie dem mittlerweile nicht mehr erhältlichen Yamaha-Pendant recht ähnlich. Ihr größtes Potential liegt demnach im mittleren bis hohen Tuning, in dem sie sich mit einem konkreten, leicht „crunchigen“ Sound zeigt. Das macht vor allem bei funkigen Grooves richtig Spaß und verlangt nach nur wenig bis keiner Dämpfung – den Sonic Saver Hoops sei Dank! Dem kleineren Durchmesser geschuldet, wäre diese Snare nicht unbedingt meine erste Wahl, wenn es um einen satten Rimclick geht. Für alle Steve Jordan Fans und Freunde von 13“-Snares ist die Hydro dennoch ein echter Geheimtipp!

Die Heritage in 14“ x 6“ 

Die „Heritage“ Snare bleibt in diesem Test als einzige unter der 400 Euro-Marke und ist damit mit Abstand das günstigste Modell. Klanglich kann sie dem optisch angedeuteten Vintage-Charme ein stückweit gerecht werden, da sie im Vergleich zu den anderen drei Modellen einen leicht muffigen, weniger strahlenden Klangcharakter besitzt. Das kann neben ihren breiten Verstärkungsringen mitunter auch an ihrer Folierung liegen, die natürlich einen dämpfenden Effekt auf den Kessel ausübt. Im hohen Tuning zeigt sie sich etwas zaghafter als in tieferen Lagen, wo sie sich mit viel Volumen präsentiert und ihren Mitstreitern in nichts nachsteht.

Die Solidus in 14“ x 7“

Mit einer Kesselstärke von elf Millimetern wird diese Snare ihrem Namen mehr als gerecht. Von dickeren Kesseln erhofft man sich im Allgemeinen viel Projektion, Lautstärke und einen ausprägten Attack, allesamt Attribute, die das „Solidus“-Modell ohne Probleme erfüllt. Durch ihren vergleichsweise starren Kessel besitzt diese Snare viel „Crack“ und eignet sich vor allem für Musik der härteren Gangart, kann aber grundsätzlich in allen Tunings überzeugen.

Die Pegasus in 14“ x 5,5“

Die „Pegasus“ Snare nimmt in dieser Testrutsche die Rolle ein, die im vorangegangenen Holzsnare-Test vom Modell „Shadow“ besetzt wurde: sie ist ein absolutes Allroundtalent! Mit dieser Trommel ist man grundsätzlich für jede Situation gewappnet, da sie in allen Tunings präsent, warm, voll und nach einer waschechten Holzsnare klingt. Hier spielt neben der durchdachten Hardware sicherlich auch ihr Hybridkessel aus Ahorn und Walnuss eine Rolle, der ein eher dunkleres Timbre hat und mit einer tollen Teppichansprache gesegnet ist. Hier greifen wirklich alle Komponenten perfekt ineinander! 

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