Hersteller_M-Audio VA-Synth
Test
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20.03.2011

Praxis

Aber das ist leichter gesagt als getan. Nach der Installation der beiliegenden Software, diversen Fehlermeldungen, einem Blick ins Forum des Softwareherstellers und dem dort empfohlenen Soft-Reset erlaubte mir der Editor aber schließlich doch einen Einblick in die Tonerzeugung des Venom.
(Übrigens funktioniert die Zusammenarbeit als Interface mit meinem Logic nicht gut, aber da es im Studio eines Kollegen mit dessen Mac reibungslos arbeitet, möchte ich das jetzt nicht kritisieren. Liegt wohl an meinem System)


Tonerzeugung
Der Venom hat für jede seiner 12 Stimmen drei Oszillatoren, die jeweils über 41 Synth-Wellenformen und 53 Elektro-Drumsamples (aus TR808 und 909) verfügen. Die Drum-Waves sind einzeln oder als Kits abrufbar, sodass entweder auf jeder Taste ein anderes Sample liegt oder ein Sample über die ganze Tastatur abgespielt wird. Ob die Tonhöhe hierbei den angeschlagenen Tasten folgt oder nicht, lässt sich einstellen.

Unter den Synth-Wellenformen findet man sieben Sägezähne die u.a. MG Saw, JX Saw und OB Saw heißen und offenbar den historischen Vorbildern Moog, Roland und Oberheim nachempfunden sind, sich klanglich aber nur marginal unterscheiden.

Auch Rechteckwellen gibt es sieben Stück. Und hier hört man auch deutlichere Unterschiede als bei den Sägezähnen.

Darüber hinaus finden wir verschiedene Sinus-, Dreieck- sowie einige speziellere Wellenformen (Orgel, DX Piano, Noise und andere).

Die Pulsweitenmodulation klingt für meinen Geschmack etwas komisch. Schöne schwebende PWM-Flächen á la Juno 60 bekomme ich hiermit nicht hin.

PWM steht übrigens nur bei Osc1 zur Verfügung, Osc2 hat dafür Hard Sync und bei Osc3 kann die Drift (leichte Verstimmung wie bei Vintage-Synths) eingestellt werden.

Sechs Filtertypen stehen zur Wahl: Low Pass, High Pass und Band Pass mit jeweils 12 oder 24dB Flankensteilheit. Steuert man die Filterfrequenz mit dem dazugehörigen Performance-Control-Knopf, so ändert sie sich bei schneller Bewegung in großen Schritten und bei langsamer Bewegung in feiner Abstufung. Erstaunlicherweise gibt es Werte zwischen 0 und 16383, was einerseits eine ganz schön hohe Auflösung ist, andererseits der Wechsel zwischen Grob- und Feinabstimmung unter Umständen auch für Irritationen sorgt. So kann es passieren, dass man den Knopf kurz hin- und herdreht und dann auf einem völlig anderen Wert als dem erwarteten landet, weil die Zurückbewegung vielleicht etwas schneller oder langsamer erfolgt ist. Zum Editieren mag das noch annehmbar sein, bei einer Live-Performance aber eher störend.

In der 16-fachen Modulationsmatrix lassen sich die drei Envelopes, drei LFOs sowie Sources wie Velocity, Mod Wheel, Expression Pedal etc. mit diversen Destinations verknüpfen.

Leider fehlen hier (wie bei den meisten virtuell-analogen Synths, mit ein paar wenigen Ausnahmen in der oberen Preisklasse) unter den Destinations sämtliche Effektparameter. Phasergeschwindigkeit per Mod-Wheel zu regeln geht also beispielsweise nicht.

Wo wir gerade bei den Effekten sind: Der Hall klingt für meine Begriffe sehr seltsam. Ich bin mir da schon geradezu unsicher, ob ich irgendwas falsch eingestellt habe, aber hört mal selbst:

Ansonsten gibt es natürlich noch andere Effekte wie Delay, Flanger, Chorus, Verzerrer, Bit Reducer, Compressor, Auto Wah und EQ.

Abgesehen von Hall und Pulsweitenmodulation allerdings finde ich den Sound des Venom sehr gut. Die Sägezähne klingen sehr fett und sehr analog und mit ein bisschen Geschraube (im Editor) lassen sich sehr schöne Sounds erstellen. Hier zum Beispiel ein Bass, den ich mir auf die Schnelle gebastelt habe.

Hier einige Werksprogramme. Wie bei allen anderen virtuell-analogen Synths auch sind diese natürlich in erster Linie auf Effekthascherei optimiert und für den „normalen“ Einsatz in einer Band weitgehend unbrauchbar.

Multimode
Der Venom ist vierfach multitimbral. Es lassen sich bis zu vier Parts zu einem Multi kombinieren. Im Multi-Edit können Splitzonen und Velocitybereiche festgelegt werden.

Bei den meisten Werks-Multis ist auf einem der Parts mittels eines Arpeggiators in Verbindung mit Drumsamples ein Beat programmiert. Interessant ist hierbei, dass sich zweitaktige MIDI-Files in die Arpeggiatoren laden lassen und somit komplexe Patterns erstellt werden können.

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