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Test
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06.10.2011

PRAXIS

Die Keystation 32 Mini wird vom Rechner gleich erkannt und ist sofort einsatzbereit. Die Tastatur spielt sich für ihre Größe erstaunlich gut. Es lässt sich die volle dynamische Bandbreite nutzen, und weiße und schwarze Tasten sprechen gleich an. Das ist bei derartigen Spezialtastaturen alles andere als selbstverständlich. Im Rahmen meiner Tests habe ich schon einige Keyboards erlebt, die in dieser Hinsicht keine besonders gute Figur abgegeben haben. Übrigens lassen sich bei der Keystation auch verschiedene Velocitykurven anwählen, was ich aber angesichts der Ausgewogenheit dieser Tastatur gar nicht so notwendig finde.

Etwas eigensinnig verhalten sich die Pitchbend-Buttons und der Modulationsknopf. Sie kennen zwei Zustände: gedrückt und nicht gedrückt. Um plötzliches Hin-und Herspringen des Pitches um einen (festgelegten) Ganzton zu vermeiden, wird er während des Drückens kontinuierlich hochgezogen, bis das Maximum erreicht ist. Beim Loslassen des Buttons wandert der Pitch dann wieder zurück in die Ausgangsposition. Die Geschwindigkeit, mit der das Ganze von statten geht, lässt sich im Edit Mode festlegen. Dasselbe gilt für den Modulationsknopf. Auch hier wird nicht gesprungen, sondern im voreingestellten Tempo gefahren. Diese Lösung geht angesichts der Unmöglichkeit, auf so wenig Platz echte Räder unterzubringen, völlig in Ordnung. Luxus wären natürlich druckdynamische Buttons gewesen, die eine echte Kontrolle des Pitches und der Modulation ermöglicht hätten.

Dafür finden wir an anderer Stelle ein wenig Luxus, nämlich bei den Oktavbuttons. Während viele preiswerte Keyboards entweder gar nicht anzeigen, ob die Tastatur oktaviert ist, oder nur zwei einfarbige LEDs bieten, die zwar markieren, dass transponiert wurde, aber nicht um wie viele Oktaven, sorgt M-Audio bei der Keystation 32 Mini für absoluten Durchblick. Abhängig vom jeweiligen Status der Oktavierung leuchten die beiden Octave-Buttons nämlich entweder grün, orange oder rot und machen so unmissverständlich klar, was gerade läuft. Dazu kommt, dass die Oktavierungsfunktion sauber programmiert ist und weder zu Notenhängern noch zu abgerissenen Tönen führt (was man bei anderen Keyboards leider immer wieder erleben kann). Also, an dieser Stelle hat sich M-Audio ein Fleißkärtchen verdient!

Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass sowohl Pitch- und Modulationsknöpfe als auch der Volumen-Drehregler alternativ mit beliebigen MIDI Controllernummern belegt werden können. Dafür muss man allerdings ins Edit Menü abtauchen und Keyboardtasten zur Programmierung hinzuziehen. Die Belegung der Funktionen wurde nicht vollständig auf dem Keyboard abgedruckt, wahrscheinlich aus Designgründen. Daher ist es hilfreich, wenn man sich diese Seite aus der (nur als Download erhältlichen, aber sehr ausführlichen) Bedienungsanleitung ausdruckt und neben das Gerät legt. Oder man lernt das Ganze kurz auswendig - so viele Funktionen gibt es ja auch wieder nicht.

Ein schönes Feature ist die Möglichkeit, die Oktavbuttons auch für andere Zwecke einzusetzen, z.B. um die Tastatur in Halbtonschritten zu transponieren oder Program Changes, Bank-Umschaltbefehle und den Wechsel des MIDI Kanals zu vollziehen.

Ich freue mich auch über die Panikfunktion, die im Falle eines MIDI Hängers einen All Notes Off Befehl sendet. Dies ist ein sehr nützliches Feature, das von vielen Herstellern immer wieder vergessen oder weggelassen wird.

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