Hersteller_Korg
Test
5
12.11.2014

Korg Mini Kaoss Pad 2S Test

Effektgerät mit Sampler

Finger on the (Sample-) Trigger!

Das Mini Kaoss Pad 2S ist ein handliches, batteriebetriebenes Effektgerät im Westentaschenformat, das über einen integrierten Sampler und MP3-Player verfügt. Es stammt aus der legendären „Kaoss“-Familie der Firma Korg, kostet 178 Euro (UVP) und bietet stolze 100 Effektprogramme, darunter Filter, Delays, Reverbs und auch Synthesizer-Sounds. Wie der Rest seiner „chaotischen“ Geschwister, ist die kompakte Effektschleuder mit dem bewährten XY-Touchpad zur Parametersteuerung ausgestattet. Seinem Vorläufer gleicht unser Protegé äußerlich fast aufs Haar, daher gibt es hier auch wieder den multifunktionalen Touch-Slider, das Organic-Elektroluminiszenz-Display (OEL) und den microSD(HC)-Einschub zur Speicherung von Audiodaten.

Neben seinen Eigenschaften als Klangverbieger und MP3-Player ist das vielseitige DJ-Tool zudem in der Lage, Sound-Futter über das interne Mikrofon oder den Stereo-Line-Input aufzuzeichnen. Kontakt zum Mixer oder Kopfhörer nimmt es über eine Miniklinkenbuchse auf. Ein interner Lautsprecher ist ebenfalls mit an Bord. Für ein gerade mal handflächengroßes Gerät ist dies eine stattliche Feature-Liste, wie ich finde. Ob Korg auch diesmal wieder am Puls der Zeit ist und in der Revision eine Schippe drauflegen kann, bringt der bonedo.de-Test ans Licht.

Details

In der flachen, teilweise transparenten Verpackung finde ich neben dem Kaoss Pad noch zwei 1,5 V AA-Batterien und zwei Bedienungsanleitungen (Faltblätter), von denen eine in deutscher Sprache verfasst ist. Die eigentliche Anleitung beschränkt sich auf drei DIN-A4 Seiten und ist dank seiner hilfreichen Abbildungen auch für den Laien gut verständlich.   Obwohl das Gehäuse des Mini Kaoss Pad 2S komplett aus Kunststoff gefertigt ist, wirkt es auf mich hinreichend robust. Im „Eifer des Gefechts“ können ja immer mal wieder unvorhergesehene Dinge passieren, beispielsweise ein leichter Sturz der kostbaren Gerätschaft, doch das sollte unser kleiner Freund ohne ernsthafte Beschädigungen wegstecken. Außerdem sorgen vier Gummifüße auf der Unterseite selbst auf glatten Glasunterlagen dafür, dass der „Kaot“ nicht so schnell auf Wanderschaft geht und an seinem angestammten Platz bleibt. Das Display, das XY-Pad, die griffigen Tasten mit ihrem angenehmen Druckwiderstand und die fest sitzenden Anschlussbuchsen machen ebenfalls eine gute Figur. Ein rundum gelungener Ersteindruck.

Anschlüsse

Die wenigen Anschlüsse sind am Kopfende platziert: Über den Line-Input (Stereo-Miniklinke) oder das interne Mikrofon im oberen Teil des Pads lässt sich das Gerät mit Audiomaterial speisen. Der einzige Audioausgang liegt als 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse vor. Der dritte Steckkontakt ist für ein optional erhältliches Netzteil vorgesehen.

Features

Rein äußerlich sieht unser Testkandidat seinem Vorläufer nicht nur zum Verwechseln ähnlich, er hat auch die gleichen Maße, nämlich 76 x 128 x 25 Millimeter und wiegt ohne Batterien nur 100 Gramm. Ein Druck auf die rote Taste am Fußende löst den Gehäuseboden vom Gerät und gibt den Blick auf das Batteriefach (2x AA, 1,5V) und den microSD(HC) Card Slot frei. Das visuelle Redesign beschränkt sich im Wesentlichen auf eine veränderte Oberseiten-Textur. Statt des gepunkteten Musters legt „S2“ nun eine mattschwarze Kunststoff-Optik an den Tag.

Die Steuerung der Effektparameter erfolgt wie gehabt mit dem XY-Pad. Auch der Touch-Slider zur Auswahl der Effektprogramme und zur Steuerung diverser anderer Parameter ist erhalten geblieben. Ebenso das kleine OEL-Display, um das sich sechs, teilweise mit Status-LEDs bestückte Funktionstaster versammeln. Darüber sitzt das Mikrofon. Ich könnte mir jetzt sicherlich die Finger wund schreiben und sämtliche Effekte und Funktionen detailliert auseinandernehmen, aber das ist eigentlich nicht nötig, denn ein Blick in die Anleitung verrät, dass die meisten Features schon beim Vorgänger zugegen waren. Wer es also ganz genau wissen möchte, dem empfehle ich den Test zum Mini Kaoss Pad 2 meines Kollegen Peter Westermeier.

Wir stürzen uns stattdessen auf die Neuerungen mit der einleitenden Frage: Was ist am Mini Kaoss Pad 2S denn nun wirklich anderes als beim Vorgänger? Nun, es ist der Sampler, erkennbar an dem ehemaligen MP3-Button, der sich nun „smp“ nennt - und das hat Folgen:

Audioplayer/Sampler

Die Smp-Taste macht den Audioplayer startklar und öffnet den Browser für den internen oder externen Speicher. Zum Abfeuern von Samples stehen insgesamt drei Wiedergabe-Modi zur Auswahl. Im Modus „One Shot“ wird das Sample oder der Song durch Betätigen der Play-Taste eingestartet und läuft, auch wenn ich die Taste bereits losgelassen habe, einmal durch. Beim erneuten Betätigen wird das Sample jedoch wieder von seinem Startpunkt aus getriggert. „Gate“ lässt mein Sample nur so lange erklingen, wie der Play-Button gedrückt bleibt. Des Weiteren gibt es eine Loop-Option, um das gewählte Material in eine Wiederholschleife zu schicken. Der Audioplayer/Sampler verfügt über eine Zeitanzeige in Stunden, Minuten und Sekunden, um die bereits abgespielte Zeit des Audiofiles auszuweisen. Er zeigt zudem zwar die Dateinamen der Files im Display an, aber leider keine ID3-Tags.

Schon beim Kaoss Pad Mini 2 gab es die Möglichkeit, mithilfe des Touch-Sliders einen Cue-Punkt zu setzen und diesen zu triggern. Die manuelle Suche nach dem Cuepoint via Touch-Slider ist jedoch ein etwas fummeliges und ungenaues Unterfangen. Besser funktioniert das Ganze, wenn man den Marker „on the fly“ erstellt. Mit ein wenig Übung kommt man so leichter zum gewünschten Ergebnis.

Der Pitch-Mode zur Tempomanipulation verfügt über einen erfreulich großen Regelbereich von +/-30 Prozent und obendrein über eine sehr feine Abstufung von 0,1 Prozent. Und natürlich darf auch der Pitch-Bend zum „Anschubsen“ oder „Abbremsen“ des Tracks um +/-5 Prozent nicht fehlen. Doch das akkurate Justieren der Abspielgeschwindigkeit erweist sich aufgrund des verhältnismäßig kurzen Ribbons und den resultierenden Wertesprüngen als eine recht nervige und ungenaue Angelegenheit, obschon es dabei aus klanglichem Betrachtungswinkel nichts zu beanstanden gibt. 

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare