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Test
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15.08.2014

Kawai CN14 Test

Digitalpiano

Edler Purist

Mit dem CN14 erweitert Kawai seine Digitalpiano-Serie im unteren Preissegment und bietet den Einstieg in die Welt der Home-Pianos für etwa 850 Euro. Der japanische Hersteller, der auch im akustischen Klavierbau auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurückblickt, hat mit dem CN14 offensichtlich ambitionierte Anfänger und Fortgeschrittene im Blick und setzt auf eine klassische Ausstattung, gepaart mit einer schnörkellosen Ästhetik.

Details

Gehäuse

Das Kawai CN14 präsentiert sich im Gewand eines klassischen Home-Pianos. Der schlichte Spieltisch sitzt auf einem absolut vertrauenswürdigen, dreiwandigen Holzgestell. Insgesamt bringt das Instrument 38 kg auf die Waage. Die Verarbeitung ist tadellos, nichts wackelt oder klappert an dem Digitalpiano, das mit seinem mattschwarzen Furnier und dem klassischen Design trotz seiner Größe unaufdringlich und dezent wirkt. Im unteren Rahmen befindet sich die Pedaleinheit mit den drei üblichen Pedalen für Sustain, Sostenuto und Soft. Diese haben einen bemerkenswert starken Widerstand, der laut Hersteller einem echten Konzertflügel nachempfunden ist. Tatsächlich benötigt man beim Betätigen der Pedale weitaus mehr Kraft als bei einem üblichen Digitalpiano.

Hebt man die solide Tastaturabdeckung an der Leiste aus gebürstetem Aluminium an und schiebt sie elegant ins Gehäuseinnere, steht das CN14 spielbereit vor einem und wartet nur darauf eingeschaltet zu werden. Zu diesem Zweck gibt es rechts neben der Tastatur den Powerknopf, direkt darunter lässt sich die Lautstärke mit einem Schieberegler einstellen. Auf der linken Seite der Tastatur sind lediglich sechs Buttons zu finden. Viele Knöpfe oder gar ein Display gibt es am CN14 also nicht, dementsprechend aufgeräumt und schlicht wirkt das Instrument.

Ein klappbarer Notenständer ist auf der Oberseite angebracht. Er wirkt stabil genug, um auch einen dickeren Notenband zu halten. Nett ist auch der mitgelieferte Haken, den man unter der Klaviatur anschrauben kann, um einen Kopfhörer aufzuhängen.

Bedienfeld

Mit den sechs Tastern am linken Seitenblock hat man (zumeist in Kombination mit der Klaviatur) Zugriff auf den gesamten Funktionsumfang des Instruments. Dazu gehören die Auswahl verschiedener Klangfarben, ein interner Recorder, das Metronom und einige weitere Optionen, die vor allem für den Klavierunterricht und das Üben interessant sind. Das CN14 wirkt also nicht wie ein Gerät, das mit einer Vielzahl von Knöpfen und Fadern beeindrucken möchte, sondern setzt primär auf schlichte Eleganz.

Anschlüsse

Alle Anschlüsse befinden sich auf der Unterseite des Spieltisches. Auf eine allzu üppige Ausstattung wurde hier erwartungsgemäß verzichtet. Neben der Buchse für die Pedaleinheit und das Netzgerät gibt es zwei Kopfhörerausgänge, was für Unterrichtszwecke und vierhändiges Spiel natürlich sehr praktisch ist, außerdem Ein- und Ausgangsbuchsen für MIDI. Einen Line-Ausgang, der den Klavierklang an einen Verstärker oder eine Beschallungsanlage schickt, sucht man ebenso vergeblich wie einen Audioeingang oder USB. Im Hinblick auf den anvisierten Nutzerkreis und den Einsatzbereich in den heimischen vier Wänden oder in Musikschulen geht das aber in Ordnung, denn dafür braucht man (neben den vorhandenen Kopfhörerbuchsen) vor allem ein klangvolles Lautsprechersystem.

Lautsprecher

Das CN14 verfügt über zwei Lautsprecher an der Unterseite. Angegeben ist die Membrangröße mit 12 cm, die Leistung liegt bei 2x13 Watt. Trotz dieser überschaubaren Eckdaten klingt das Piano voluminös und ist in der Lage, auch größere Räume zu beschallen. Sicherlich gibt es lautere Vertreter, und man darf von den Lautsprechern keine Wunder erwarten. So kommt man gegen ein größeres Ensemble oder gar eine Band mit den internen Lautsprechern gewiss nicht an. Wer aber einen kleinen Chor begleiten möchte, der hat mit dem CN14 eine realistische Chance. Auch für das heimische Wohnzimmer sollte die Leistung ausreichen und für Hintergrundmusik in der Hotelbar sowieso, denn da ist „zu leise“ ja eine unbekannte Kategorie.

Erfreulich ist, dass die Membranen auch bei maximaler Lautstärke nicht klirren oder verzerren. Sogar beim Fortissimo geht das Verstärkersystem nicht in die Knie, sondern liefert einen differenzierten Klang. Das Frequenzspektrum ist natürlich eingeschränkt, vor allem in den Bässen und Tiefmitten wirkt das CN14 etwas matt, was bei Speakern dieser Größe nicht verwunderlich ist. Trotz dieser kleinen Abstriche verrichtet das Lautsprechersystem seinen Dienst aber insgesamt überzeugend.

Belegt man die Kopfhörerbuchsen, werden die internen Lautsprecher abgeschaltet. Die Ausgänge liefern auch für leise Kopfhörer kräftigen Pegel. Leider rauschen die Ausgänge ein wenig, auch bei Minimallautstärke. Obwohl man sich an dieses Rauschen nach einiger Zeit gewöhnt, wird der Hörgenuss beim Spiel mit Kopfhörern dadurch etwas getrübt.

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