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07.07.2020

Kaufberater: Säulenlautsprecher im Vergleich

Säulen-PAs für die Bühne, Musiker, Bands und Solokünstler

Säulen- und mobile Line-Array-Systeme von Bose, LD Systems und Co

Säulenlautsprecher und mobile Line-Array PA-Systeme sind praktisch, klein, leicht und leistungsstark. Die Auswahl an Kompakt-PAs dieser Bauform wächst stetig und fast jeder Hersteller hat mindestens ein Modell für Musiker, Bands und Solokünstler im Portfolio. Doch vor dem Kaufentscheid stellen sich bekanntermaßen stets einige Fragen, wie zum Beispiel:

  • welchen Vorteil bietet mir das Prinzip der Säulenlautsprecher?
  • welche Leistungsklassen von mobilen Säulensystemen gibt es?
  • welches konkrete System empfiehlt sich für mich als Musiker, DJ, Band oder Event-Location?

Unser Kaufberater zeigt euch, was mit aktuellen PA-Systemen beispielsweise von Bose und LD Systems, geht und möchte euch helfen, die passende Linienstrahler/Subwoofer-Combo für den richtigen Sound auf der Bühne, eure Anforderungen und euren Geldbeutel zu finden.

Quick Facts: Säulenlautsprecher oder Säulen-PAs

Säulenlautsprecher oder Säulen-PAs sind eine Kombination aus Linienstrahler und Subwoofer und werden gern wegen ihres unauffälligen Designs und dem speziellen, stark gerichteten Abstrahlverhalten für die Beschallung unterschiedlichster Räume, Veranstaltungen und Venues genutzt. Sie sind beim Transport kompakt, wiegen wenig und sind leicht aufgebaut.

Die Stäbchen werden mit einem Basslaustsprecher kombiniert, der die Elektronik, den Verstärker und immer öfter auch ein Mischpult beherbergt. Das Prinzip ist ähnlich der Line-Arrays, nur dass hier viele kleine Lautsprecher vertikal in der Säule verbaut sind. Durch die Bauhöhen von zwei Metern, die spezielle Montage der Speaker und die elektronische Steuerung wird eine hohe Reichweite und Klangverteilung bei gleichmäßiger Lautstärke erzielt.

Günstigste Modelle beherbergen mindestens vier Hoch- und Mittelton-Lautsprecher und eignen sich auch als Monostack gut für Sprachwiedergabe und Singer-Songwriter. Für ausgewachsene Parties und Konzerte gibt es die aufwändigeren Systeme mit bis zu 16 Lautsprechern pro Säule.

Prinzip der Säulenlautsprecher

Schon lange werden in Kirchen schmale Lautsprechersäulen verbaut, die einerseits durch ihr spezielles, stark gerichtetes Abstrahlverhalten die Beschallung auch extrem halliger Räume ermöglichen und andererseits durch ihren unauffälligen optischen Fußabdruck nicht unangenehm auffallen.

Die technische Idee dahinter ist ebenso simpel wie genial: Indem man mehrere, identische Lautsprecher übereinander montiert (wenigstens vier sind notwendig), strahlen diese in der Vertikalen – im Idealfall – gleichphasig ab und erzeugen eine sogenannte kohärente Wellenform. Diese hat unter anderem die Eigenschaft, eine weitaus höhere Reichweite als konventionelle Systeme zu erzielen und über die gesamte beschallte Fläche nahezu identische Schalldruckpegel zu erzeugen. Außerdem arbeiten solche Konstruktionen fast interferenzfrei, wenn die Hersteller ihre Hausaufgaben ordentlich gelöst haben. Aufgrund dieser hier nur kursorisch vorgestellten Eigenschaften entwickeln Säulenlautsprecher als direkte Verwandte der Line-Arrays häufig eine Durchschlagskraft, die man ihnen nur aufgrund der Maße niemals zugetraut hätte.

Während in Kirchen meist die Sprachverständlichkeit das ausschlaggebende Kriterium ist, erwarten wir von einer Säulen-PA in den meisten Fällen eine möglichst breitbandige Wiedergabe des Signals. Damit dies gelingt, ergänzen die Hersteller die Säule mit einem Subwoofer. Dessen Gehäuse enthält in der Regel die komplette Systemelektronik wie Endstufen und in vielen Fällen zusätzlich ein Mischpult. Auch die Säule selbst hat entscheidenden Einfluss auf den Klang: Nicht nur Anzahl der Lautsprecher, auch deren Beschaffenheit und Montage sind ausschlaggebend für den Wohlklang. Renommierte Hersteller verwenden auf diese Faktoren oft erheblichen Entwicklungsaufwand. Gleiches gilt für die Steckmechanismen der Säulenelemente, die einerseits leicht ineinandergreifen, andererseits aber auch erheblichen mechanischen Belastungen trotzen sollen.

Noch ein Wort zu den Subwoofern. Wenn es auch gelegentlich so scheint, als könnten Säulen-PAs die Gesetze der Physik außer Kraft setzen, Subwoofer können es definitiv nicht. Es gibt klare Zusammenhänge zwischen Gehäusevolumen, Konstruktionsprinzip, Membranfläche und Endstufenleistung. Ein Sub mit Sechszöller und 150-Watt-Endstufe mag erstaunlich kräftig klingen, ein Bassmonster wird er aber gewiss nicht. Das solltet ihr bei euren Vorüberlegungen immer im Hinterkopf behalten. Doch nun zu unseren Empfehlungen:

Säulensysteme für Singer/Songwriter und Redner, kleine Bühnen

Für den alleinreisenden Künstler, etwa Singer/Songwriter mit Gitarre, ist leichtes und einfach zu transportierendes Equipment essenziell. Hier einige Säulensysteme, die sich schnell und einfach aufbauen lassen.

Unsere Empfehlungen

HK Audio Polar 10

HK Audio landet mit seinem ersten Säulensystem Polar 10 einen Treffer. 2000 Watt in der Spitze fährt das System auf und  generiert 126 dB max. SPL. In der Tonsäule finden sechs 3-Zoll-Mittenlautsprecher und ein 1-Zoll-Tweeter Platz. Der 10-Zoll-Langhub-Subwoofer mit 2-Zoll-Schwingspule sorgt für das nötige Bassfundament.

Dank 24 Bit DSP mit drei werkseitig integrierten Filter Presets (Music, Voice, DJ) und fünf User-Presets kommt ihr bei eurem Live-Konzerten, Vorträgen und Präsentationen oder DJ-Gigs schnell zum Zug. Eine Vierkanal Mischmatrix bietet eingangsseitig zwei symmetrische Kombobuchsen, einmal Klinke-Instrument (Hi-Z) dazu zweimal Cinch und sogar Bluetooth 5.0  Audio-Streaming ist an Bord – App Steuerung aber leider nicht.

Die HK-Audio Polar 10 erweist sich im Test als eine kraftvolle, potente Säulen-PA für Auditorien um 150 Personen, die mit sinnvollen Features und ein äußerst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis an den Tag legt. Satte 5 Jahren Herstellergarantie, eine Tragetasche für die Säulen-Elemente und eine Subwoofer Schutzhülle  gibt´s on top. Weitere Details findet ihr im ausführlichen Testbericht.

Mackie SRM-Flex

Mackie erweitert die SRM-Serie um die Flex, das erste offizielle Stäbchen der US-Amerikanischen Firma und das hat es in sich. 1300 Watt Spitzenleistung generieren bis zu 118 dB maximale Lautstärke, wobei der 10-Zoll-Subwoofer und die sechs 2-Zoll-Kalotten den Frequenzbereich von 50 Hz bis 20 kHz abdecken. 

Der interne Mischer verfügt über zwei Mono- (Mic/HiZ) und zwei Stereokanäle (Line/Bluetooth), drei Effekte, Master-EQ und bietet eine kostenlose, plattformübergreifende App zur erweiterten Kontrolle und Fernbedienung der Elektronik via Bluetooth. Dabei wiegt die Mackie SRM-Flex gerade mal 13,4 kg und ist in ihren Einzelteilen per mitgelieferter Tasche und Subwoofer-Hülle bequem zu transportieren. Die Verbindungen zwischen den Säulenelementen sind jedoch leider etwas sperrig und für ein Produkt von Mackie erstaunlich kantig in der Verarbeitung. 

Bei den Mikrofon- und HiZ-Eingängen ist der Headroom sparsam gewählt, so dass wir auf volle Verstärkung gehen müssen. Trotzdem werden wir mit einem rauscharmen, Mackie typischen Sound belohnt, allerdings mit dem gewohnten Mittenloch kleinerer Säulensysteme mit nur sechs Hoch-Mitteltönern. 

Mit der SRM-Flex (zum Test) schließt Mackie die Lücke zwischen den handlichen FreePlay-Boxen und den nächst größeren SRM-Lautsprechern. Ein sinnvolles Tool sowohl für reisende DJs, Singer/Songwriter, Bars und Bistros mit Auditorien um die 110 Personen. Dieses Stäbchen bereitet im Radius von 40 Metern ein großes Vergnügen. Preis: 1099 Euro UVP.

LD Systems Maui 5

Dieses System stellt 2 x 100 Watt Leistung RMS zur Verfügung und erreicht einen Maximalpegel von 120 dB. Das System punktet mit einem umfangreichen Mischpult inklusive Bluetooth-Schnittstelle für Tablets und Smartphones. Mit einem Gewicht von 11 kg ist die Säulen-PA selbst von zarten Händen gut zu transportieren und verschlingt mit 594 Euro UVP keine Unsummen. Die Box ist sehr rückkopplungsfest, es bedarf schon brachialer Methoden, um das System zum Pfeifen zu bringen. Der Aufbau ist einfacher, als einen Lego-Turm zu bauen und am Ende des Konzerts ist alles genauso schnell wieder eingepackt. Transporttaschen kosten extra, müssen aber unbedingt auf die Einkaufsliste, wenn ihr mit der LD Systems MAUI 5 auf Tour geht.

Bose L1 Compact

Die Bose L1 Compact (zum Test) ist mit 1099 Euro UVP die kleinste und günstigste Edition der Bose L1-Serie – und damit fast doppelt so teuer wie die Maui 5 von LD Systems. Das System steht am liebsten etwas über einem Meter hinter dem vortragenden Künstler an der Wand, damit es per Spatial-Dispersion-Technologie den Sound gleichmäßig verteilen kann. Eine getrennte Bassregelung gibt es nicht, wir haben sie allerdings auch nie vermisst. Die L1 Compact verfügt über einen Zweikanal-Mischer mit je einem Mikrofonkanal nebst Zweiband-EQ und kombiniertem Line/Hi-Z-Klinkeneingang sowie einem Stereo-Cinch- und Miniklinkeneingang.

Die Tone-Match-Schaltung sorgt auf Knopfdruck für angenehmen Klang von dynamischen Mikrofonen, Gitarren und Bässen. Die Box überzeugt mit angenehm seidigem Klang. Der Frequenzgang reicht von 50 Hz bis 16 kHz bei 106 dB SPL und 112 dB in der Spitze. Mit 13 kg ist die Box noch gut zu tragen, Transporttaschen gehören zum Lieferumfang.

HK Audio Lucas Nano 608i

Winzig-PA von HK Audio lässt sich nicht nur einfach wie eine Bierkiste tragen – den im Sub verankerbaren Tops sei gedankt –, sie überrascht ihre Zuhörer auch immer wieder mit enormer Leistungsfülle. Nano lässt sich wahlweise als Monosystem mit zwei gestackten Tops oder als Stereo-Variante aufbauen, wozu zwei separat zu erwerbende Stative vorteilhaft sind.

Der integrierte Mixer verwaltet vier Mic/Line-Eingänge und bietet darüber hinaus zwei weitere Stereokanäle. Über den Stereo-In 7/8 lässt sich ein Zuspieler andocken, wahlweise auch über Bluetooth. Ihr seht: Das externe Mischpult kann für den Kneipengig problemlos zuhause bleiben. Die Nano 608i lässt sich zudem komfortabel per Remote-App und iPad fernsteuern.

Großer Klang, kompakte Bauweise, leichtes Gewicht, „made in Germany“ und fünf Jahre Herstellergarantie. Das katapultiert den Kandidaten auf einen der vordersten Plätze im Rennen um die derzeit beste Kompakt-PA (Test hier). Schön, dass das Startgeld mit 1111 Euro für die Basisversion zudem erfreulich moderat ausfällt.

Peavey P2

Die Firma Peavey baut neben Gitarren-Equipment auch PA-Systeme und hat mit der Peavey P2 auch ein Säulensystem im Programm. Acht 3,5-Zoll-Lautsprecher sind in den zwei Säulenelementen verbaut. Die Low-Mid-Säule werkelt von 150 Hz - 2 kHz, die Hochtonsäule übernimmt den Rest bis 20 kHz. Im Subwoofer-Chassis arbeitet ein 12-Zöller, der den Keller von 56 Hz - 150 Hz übernimmt. Vom Hersteller werden 50 Grad horizontale und 35 Grad vertikale Abstrahlung trotz der niedrigen Gesamthöhe genannt.

Die zwei Verstärker erzeugen 250 Watt Spitzenleistung, 120 Watt für die Tweeter und 130 Watt für den Woofer. Sie treiben die P2 laut Peavey auf 122 dB an. Mit einer Bauhöhe von 1,73 m und einer Grundfläche von gerade mal 0,21 qm ist die Anlage relativ klein und mit 34,5 kg trotz des massiven Subwoofer noch recht leicht geraten.

Zu den weiteren Features gehört ein Dreikanal-Mixer inklusive DSP-Presets. Damit fügt sich das Stäbchen gut in unsere Liste ein, können doch sowohl Vorträger und Sprachkünstler wie auch Singer/Songwriter oder kleine Combos etwas mit der Säule anfangen. Für knapp 950 Euro UVP ist ein Mono-Stack erhältlich, weitere Einzelheiten verraten wir im Test.

JBL EON One

Die JBL EON One ähnelt in ihrer Architektur der Bose L1 Compact bzw. der Maui 5 von LD Systems. Allerdings hat das Stäbchen mit seinem umfassenden Sechskanal-Mischer inklusive Reverb und 380 Watt Spitzenleistung das Potenzial für kleine Combos und ein Publikum von etwa 100 Personen.

Die Box liefert einen ausgewogenen, knackigen Sound ohne Mittenloch, unter dem konkurrierende Linienstrahler-Systeme oft leiden. Der Transport der 19 kg leichten EON One gelingt problemlos, sie passt eingeklappt in den Fußraum des Beifahrers und ist mit drei Handgriffen aufgebaut. Eine Empfehlung für die obere Mittelklasse. Kostenpunkt 1099 Euro UVP.

Mobile Linienstrahler-Systeme für kleinere Ensembles, Veranstaltungsdienstleister und Event-Locations 

Ganz klar: mehr Musiker brauchen mehr Sound. Auch in diesem Fall können handliche Linienstrahler helfen.

Unsere Empfehlungen

Electro-Voice EVOLVE 30M und Evolve 50

Mit der EVOLVE 30M bietet Electro-Voice eine stylische Säulen-PA an, die sich unter anderem an Solokünstler, kleinere Musikgruppen, Veranstaltungsdienstleister und sowie Event-Locations wendet und in unserem Test die volle Zahl an Bewertungssternen erreiche konnte. Evolve 30 M bietet einen 8-Kanal-Mixer mit Hi-Z-Input und DSP-Effekten mit Ein-Knopf-Bedienung und LCD-Display.

Das System bietet Werks-Presets für Music, Live, Speech, Club sowie 5 Benutzerprogramme und kommt auf 1000 W Ausgangsleistung, wovon 500 W auf den Subwoofer und 500 W auf das Topteil fallen. Der maximale Schalldruckpegel beträgt 123 dB. Sechs 2,8 Zoll große Neodym-Treiber stecken in dem Breitband-Säulenarray, das über patentierte Waveguides verfügt und einen Abstrahlwinkel von 120° x 40° besitzt. Für den nötigen Schub sorgt ein 10-Zoll-Subwoofer, der mittels zweier gleich lange Aluminiumstangen mit integriertem Kabelzug und Magnetverriegelung mit den Tops verbunden wird. Praktisch!

Unser Tester bescheinigt der Electro-Voice EVOLVE 30M ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, eine exzellente Verarbeitung und präsenten, druckvollen Klang, der unverfälschten Livesound gehörrichtig abbildet.

Noch dazu ist das Säulensystem äußerst portabel, in Sekunden aufgebaut und mit modernen Features wie Bluetooth-Streaming und Pairing von bis zu sechs Systemen sowie QuickSmart Mobile App-Steuerung ausgerüstet, die Einsteiger und Profis gleichermaßen zufriedenstellt.

Neugierig geworden? Hier findet ihr den ausführlichen Testbericht.

Soll es noch etwas mehr Leistung sein? Eine Ausbaustufe höher liegt die Electro-Voice EVOLVE 50 mit ihren insgesamt acht 3,5-Zoll-Treiber im Säulen-Array und einem 12-Zoll-Subwoofer, die bei 1000 Watt Peak auf 127 dB max SPL kommt. Eine Kompakt-PA für Bands, DJs und Solokünstler in kleinen bis mittleren Venues. Das Resultat: 5 Sterne Bewertung und "Erstaunlich geschmeidiger, überragender Sound, verpackt in einer kompromisslosen Komnabition aus Leichtgewicht und zurückhaltendem Äußeren." Auch hier haben wir einen Test für euch parat.

Maui 11 Mix

Die Maui 11 Mix bietet im Vergleich zur Maui 5 die doppelte Leistung. Im Sub arbeiten zwei 6,5-Zoll-Speaker und acht 3-Zoll-Tweeter agieren in der Säule. Das Gewicht beträgt 24 kg. Beim Auf- und Abbau ist Assistenz hilfreich, da das Stecksystem zum Hakeln neigt. Aus 300 Watt RMS erzeugt die Maui 11 Mix eine kontinuierliche Lautstärke von 114 dB und deckt einen Frequenzverlauf von 50 bis 20.000 Hz ab.

LD Systems Maui 11 Mix überzeugt mit sattem, lautem Klang und hoher Feedback-Festigkeit. Der Dreikanal-Mischer bietet einen Hi-Z/MP3-, einen Mikrofon- und einen Line-Eingang. Auf einen EQ wurde leider verzichtet, dafür lässt sich die Lautstärke des Subwoofers an örtliche Begebenheiten anpassen. Das optisch unauffällige System ist für 639 Euro zu haben. (Produktseite auf thomann.de)

dBTechnologies ES503

Mit dem ES503 haben die Italiener ein lautstarkes Array-System hingestellt, das vor Kraft nur so strotzt. 1000 Watt versorgen einen 12-Zoll-Subwoofer und acht Dreizöller in der Klangsäule. Das Frequenzspektrum beginnt bei 35 Hz und reicht bis 15 kHz, der Klang des Systems ist ausgesprochen angenehm. Der digitaler Vierkanal-Mixer bietet einen Mic/Hi-Z-Kanal, zwei Line-Ins und einen Bluetooth-Kanal. Der integrierte DSP stellt Kanal- und Summen-EQs sowie Antifeedback-Filter bereit. Wer mehr Leistung braucht, dem sei dieses etwa 21 kg leichte, road-taugliche System sehr empfohlen.

Markaudio ERGO-Serie

Die ERGO-Serie sticht durch raffinierte Features wie 360-Grad-Beschallung und flexible Konfiguration ins Auge. Das ERGO System 4 beispielsweise liefert 1400 Watt Peak und schiebt bis zu 129 Dezibel bei einem Frequenzgang von 50 – 20000 Hertz ins Publikum. Ein DSP verwaltet den Sound und den Dreikanal-Summierer im Eingang.

Das System setzt sich aus vier Satelliten zusammen, in denen jeweils vier orangefarbene Zweizoll-Tweeter übereinander angebracht sind. Dank einer Zahnung können die Satelliten in 15-Grad-Schritten gegeneinander axial verdreht werden. Dabei lassen sich die Satelliten auf einer Polstange anbringen, über eine optionale Wandhalterung montieren sowie dank der 45-Grad-Schräge auf ebener Fläche, beispielsweise einem Schreibtisch, ablegen. Der Subwoofer beherbergt zwei Achtzöller, ebenfalls in auffälligem Orange. Das Multiplexgehäuse aus Pappel kann stehend oder liegend betrieben werden.

Die Satelliten liefern einen für kleine Stäbchensysteme typischen Klang mit leichter Senke in den unteren Mitten, wobei der Subwoofer gute, aber nicht sehr tiefbassige Arbeit leistet. Das Klangbild unterstützt poppige und rockende Nummern, bei Dance- oder Technotracks funktioniert das System wegen des fehlenden Tiefbasses bedingt, bringt aber die Hosenbeine noch zum Flattern. Für 1400 Euro ein faires Angebot (zum Markaudio ERGO System 4 Test).

Bose L1 1S

Auch die ambitionierte Kleinband wird bei Bose fündig. Mit dem Model L1 1S inklusive B1 Subwoofer ist sie bei Sound und Optik ganz vorne dabei. Zwar benötigt man ein zusätzliches Mischpult oder das optionale Tone-Match-System mit umfangreicher Dynamik- und Soundbearbeitung (477 Euro), dennoch sind die 1790 Euro für das Basissystem hervorragend investiert.

Für dieses Geld bekommt ihr nämlich eine langlebige High-End-PA, die in schwitzig heißen Clubs ebenso zuverlässig funktioniert wie bei Eiseskälte auf Winter-Open-Airs. Das System ist kinderleicht auf- und abgebaut, die Spatial-Dispersion-Technologie verteilt den Klang mit hoher Reichweite in die Tiefe sowie Breite. Zwei Fünfzöller bringen Musik in den Subwoofer, immerhin zwölf Lautsprecher arbeiten in der Säule. Aus 375 Watt produziert die Box 112 dB kontinuierliche Lautstärke, der Frequenzgang beträgt 32 bis 14.000 Hz.

Die L1-Serie ist sehr rückkopplungsfest und kann gleichzeitig als PA und Monitor benutzt werden, ohne dass den Musikern vor Lautstärke der Schädel platzt.

Turbosound iP2000

Die iP2000 ist das zweitgrößte Modell in der Inspire-Serie und leistet beachtliche 1000 Watt in der Spitze. Das System besitzt 16 2,75-Zoll-Lautsprecher, oben sitzt ein 1-Zoll-Hochton-Horn. Im Subwoofer arbeitet ein 12-Zoll-Basstreiber. Der Frequenzgang reicht von 38 Hertz bis 20 Kilohertz (-10 Dezibel) bei einer Spitzenlautstärke von 123 Dezibel. Das Gewicht von 31 Kilogramm ist noch gut handhabbar. Mit 2,06 Metern Höhe bei einem Platzverbrauch von 0,21 Quadratmetern ist das System platzsparend unterzubringen. Zwei Eingänge lassen sich mit der Aktivelektronik verwalten, beide Inputs verdauen Mikrofon- und Instrumentensignale. Zusätzlich gibt es einen sehr zuverlässig arbeitenden Bluetooth-4.0-Kanal.

Klanglich kann die Turbosound Inspire iP2000 voll und ganz überzeugen. Sie gibt als Bühnen-PA für kleinere Ensembles eine ebenso gute Figur ab wie als mobile Power-Disco. Gewaltige Bassorgien solltet ihr von diesem System allerdings nicht erwarten. Der Preis ist mit 895 Euro absolut einsteigerfreundlich.

Säulen-PAs für Rockbands und mobile Diskotheken

Waren die vorherigen Systeme meist reine Monostacks, greifen wir nun ausschließlich zu Stereosystemen. Die folgenden Säulenstrahler zählen zur Oberklasse, was sich auch im Preis niederschlägt. Da ihr von jedem System zwei Stück braucht, ist der Preissprung von der letzten Kategorie enorm. Dafür erhaltet ihr ein ausgewachsenes PA-System.

Unsere Empfehlungen

HK Audio Elements

Im Grunde genommen gehört Elements von HK Audio in jede unserer Kategorien. Denn Elements wurde modular konzipiert und kann in nahezu beliebigen Konfigurationen betrieben werden: Als einfache Lösung zur Sprachbeschallung mit nur einem Top plus Amp (150 Watt) oder als druckvolle Rockbeschallung mit vier Elementen pro Seite, doppelten Subs und dann weit über 2500 Watt Leistung. 

Das Baukastenprinzip von Elements ist recht simpel: Es gibt passive Tops mit vier oder acht 3,5-Zoll-Speakern, dazu Endstufen im Design der Vierertops mit 600 Watt Leistung. Eine Endstufe treibt maximal vier Vierer- oder zwei Achtertops an. Dazu gibt es drei aktive Subs (1 x 600 W, 2 x 600 W und 2 x 1200 W), die wahlweise zusätzliche Tops oder passive Subwoofer mit Leistung versorgen können. Die Montage der Tops gerät dank des von HK Audio entwickelten E-Connect-Systems denkbar einfach, zumal auch Audio über diese Verbindung übertragen wird.  

Elements klingt bei entsprechender Systemgröße ausgesprochen eindrucksvoll, lässt sich aber aufgrund der hohen Modularität selbst im Kleinwagen mühelos transportieren. Allerdings ist Elements nicht ganz billig. Ein System bestehend aus dem kleinsten aktiven Sub und zwei Vierertops (Elements Easy Base) schlägt mit 1800 Euro zu Buche, zusätzliche Kosten verursacht das unverzichtbare externe Mischpult. Hier findet ihr den Test zur HK Elements Smart Base. 

Maui 28 G2

Bevor dieses System von LD Systems Schaden nimmt, liegt die Bühne bereits in Trümmern, derart solide ist das Design. Etwa 25 Kilo müssen pro System gewuchtet werden, dafür kostet ein Stereopaar aber auch nur knappe 2000 Euro. Maui 28 G2 ist mit einem vierkanaligen Mischer für Hi-Z, MP3/Bluetooth-, Mikrofon- und Line-Inputs ausgerüstet. Die DynX-DSP Technologie bietet einen Multiband-Limiter, EQ sowie Compressor und eine 3-Weg-Frequenzweiche mit Laufzeitkorrektur. Der Subwoofer darf separat in der Lautstärke an die jeweilige Location angepasst werden. Zwei Achtzöller sorgen bei 1000 Watt RMS (2000 Watt Peak) Gesamtleistung für ein ordentliches Bassfundament. Satte 16 Dreizöller und zwei 1-Zoll-Hochtöner stecken in der Säule. Der Frequenzgang reicht von 45 bis 20.000 Hz, so der Hersteller.

Die Maui 28 G2 schafft 126 dB kontinuierlich und produziert damit enormen Schub. Ein leistungsfähiges und solides Soundsystem, auf das man sich verlassen kann.

Yamaha STAGEPAS 1K

Die STAGEPAS-Serie von Yamaha ist eine universell einsetzbare PA mit Powermischer. Mit der 1K hat Yamaha die Baureihe um einen Säulenlautsprecher mit 12-Zoll-Subwoofer, zehn 1,5-Zoll-Treibern an 1000 Watt Leistung pro Einheit erweitert. Rund 80 Prozent der Gesamtleistung wird für den Subwoofer bereitgestellt, sodass sowohl mit flachem „Speech“-EQ, über die neutrale „Music“-Einstellung, als auch im Bassboost-Modus „Club“ konstant eine Lautstärke von 110 dB (A) (im Test gemessen) von einer Säule alleine generiert wird.

Die 1K funktioniert sowohl im Mono- als auch im schaltbaren Stereo-Modus, auch mit werksfremden aktiven Lautsprechern. Im Falle von zwei STAGEPAS 1K kann entweder ein 2000 Watt starkes, donnergrollendes Stereosystem (37 Hz – 20 kHz) oder eine Multiple-Mono-PA mit bis zu zehn Eingangskanälen der internen Mischer verlinkt werden.

Die vier Programme eines der internen 5-Kanal-Mischer bieten inputs für z.B. ein bis drei Mikrofone, drei Line-Quellen, zwei Gitarren und einem Keyboard oder DJ-Mixer. Die Ein-Knopf-Equalizer können sinnvoll eingesetzt werden und die vier in der Länge regelbaren Effekte aus der SPX-Serie sind im Live-Betrieb über jeden Zweifel erhaben.

On-top lässt sich das System via Bluetooth und Smartgeräte mit der umfassenden und neu entwickelten STAGEPAS Editor App (iOs / Android) steuern und parallel dazu ebenfalls über Bluetooth (Version 5) mit Sound bespielen

Einziges Manko ist die etwas zart konstruierte Säule, deren Konnektoren zwar wilden Bassgewittern standhalten, die aber bei Berührung stark ins Wanken gerät.

Sowohl als reines Mono-System (952 Euro / 23 kg) wie auch in der Stereo-Ausführung (knapp 1900 Euro / 46 kg) ist die Yamaha Stagepas 1K (zum Test) eine tolle PA für Sprache, Musik und den Club. Ausführliche Bedienungsanleitung und passende, massive Schutzhülle mit Bonus-Platz für Kabel und Technik inklusive.

LD Systems Curv 500 PS

Die Curv 500 PS ist ein innovatives, kompaktes Line-Array. Hier werden wie bei großen Arrays kleine Top-Elemente in einer Kurve übereinander angebracht, die dann den Sound homogen im Raum verteilen. Selbst schwierige, hallige Säle sind so gut zu bespielen. Die Leistung von 920 Watt RMS (3680 Watt Spitze) reicht rechnerisch für 180 Personen, gefühlt erfreut die Curv 500 aber dank der genialen Soundverteilung ein Auditorium von ungefähr 400 Personen.

On Top bietet die Curv 500 PS ein Vierkanal-Mischpult inklusive Mastereffekte und die Möglichkeit, von Mono- auf Stereo-PA zu schalten. Auch hier lassen sich die Subwoofer getrennt vom Masterregler pegeln und zur Not lässt sich die PA mit lediglich einem Sub fahren. Bei einem Preis von rund 1650 Euro und einem Gesamtgewicht von nicht einmal 40 Kilo ist die Curv 500 PS ein absoluter Top-Begleiter.

RCF EVOX12

Und noch ein Leistungsmonster. Mit 15 Zoll ist hier der größte Subwoofer in unserem Reigen verbaut. Er wird mit 500 Watt RMS standesgemäß angetrieben und setzt bei 40 Hz mit seiner Arbeit ein. Acht Vierzöller werden mit 200 Watt RMS befeuert und bedienen Frequenzen bis 20 kHz. EVOX12 gewinnt aufgrund der Kabel und Distanzstangen vielleicht keinen Designpreis, dafür ist die PA aber dank des berollten Subwoofers gut zu transportieren und schnell auf- wie abgebaut. Das Gewicht eines Monostacks beträgt 36 kg. Als Stereosystem kostet RCF EVOX12 (zum Test) rund 4000 Euro UVP.

Belohnt werdet Ihr mit druckvollem, transparentem Klang und satten Bässen. Ein System mit hohen Leistungsreserven und großem Spaßfaktor.

Bose L1 Model II

Abschließend das Topmodell von Bose, die L1 Model II mit einem B2 Subwoofer. Im Subwoofer arbeiten zwei Zehnzöller, die sich über drei Betriebsmodi an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen lassen. Von der verschlankten kleineren Variante der B1 bis zum Bassmonster, das einem die Kontaktlinsen aus den Augen vibriert. Der Frequenzgang liegt bei 32 bis 14.000 Hz und 500 Watt Leistung treiben die L1 auf kontinuierliche 115 dB SPL. 24 Speaker verrichten pro Monostack ihren Dienst und produzieren dank Articulated-Array-Technologie ein extrem breites Klangbild. Allerdings: Auch hier fehlt ein Onboard-Mischer und da ein Stereosystem angefahren werden muss, bedarf es unbedingt eines externen Mischpults.

Mit knapp 5000 Euro sind wir an der Obergrenze für ein Stereopaar angekommen. Der exzellente Klang, die Langlebigkeit und der stressfreie Auf- und Abbau rechtfertigen indes die hohe Investition. Zumal auf Monitore komplett verzichtet werden kann, Feedback ist für die Bose L1 Model II ein Fremdwort.

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