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Bose L1 Compact Test

Mit den Line-Array-Stacks L1 Model 1S und Model II ist Bose federführend in der Kleinst-PA-Klasse. Nun möchte die Firma beweisen, dass der gleiche Sound mit noch kompakterem Material zu realisieren ist und präsentiert das Modell L1 Compact. Bose ist bekannt dafür, aus unscheinbaren Lautsprechern unglaublichen Sound mit tief gelegten Bässen zu generieren. Daher erwarte ich die Test-PA mit Spannung, um herauszufinden, ob das System für Musiker genauso geeignet ist wie für Präsentatoren, Referenten oder gar mobile Diskotheken.

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Details

Das Modell L1 Compact ist das kleinste aktive Line Array aus dem Hause Bose. Es besteht aus einem Subwoofer inklusive Verstärkerstufe und integriertem Zweikanal-Mischpult sowie einer Mittel-/Hochtonsäule mit sechs Treibern. Diese lässt sich leicht in den Subwoofer einklinken, über die beiden mitgelieferte Hohlsäulen ist auch eine Positionierung in 1,2 oder gar 2 m Höhe möglich. Ebenfalls zum Lieferumfang gehören Schutzhüllen für alle Komponenten. Inklusive Hochtöner wiegt das System gerade einmal 11,2 kg.

Bose L1 Compact ist einfach zu transportieren.
Bose L1 Compact ist einfach zu transportieren.

Die Treiber im Array sind nach Boses „Spatial Dispersion“-Technologie angeordnet. Damit erhöht sich der Abstrahlradius auf nahezu 180°, was klangliche Brillanz in der Nähe genauso abbilden soll wie in der Distanz. Bei Bose hat man sich bewusst gegen die Veröffentlichung der inneren Werte (Trennfrequenzen, Frequenzverlauf und Verstärkerleistung) entschieden, damit der Käufer die Box nach ihrem Klang und nicht nach theoretischen Zahlen beurteilt. Einzig die Leistungsaufnahme des Trafos von maximal 200 Watt lässt erahnen, dass die Verstärker knapp unter 200 Watt an Leistung zu geben bereit sind.

Die L1 Compact zerlegt in ihre Einzelteile.
Die L1 Compact zerlegt in ihre Einzelteile.

Das integrierte Zweikanal-Mischpult besitzt einen Mikrofonkanal mit XLR-Eingang. Neben einem Gain-Potentiometer ist ferner ein Hi- und Low-EQ vorhanden. Frequenzangaben und Regelwerte fehlen leider. Ein spezielles Mikrofon-Preset der Bose-eigenen „Tone Match“ Technologie soll dafür sorgen, dass jedes dynamische Mikrofon auf Anhieb gut klingt.
Der zweite Kanal ist mit einem Stereo-Miniklinkenanschluss, einem Stereo-Cinch-Paar und einer regulären Klinkenbuchse (symmetrisch/unsymmetrisch) ausgestattet. Hier können Line-Quellen oder Instrumente (Hi-Z) angeschlossen werden. An der Klinkenbuchse gibt es wiederum einen Schalter für ein Tone-Match-Preset, jetzt für Gitarren und Bässe. Somit sollten Pickups gut klingend und ausreichend vorverstärkt in den Kanal gelangen, was in der Praxis noch zu prüfen wäre. Auf der Rückseite des Standfußes ist neben dem Betriebsschalter und der Netzsteckerbuchse ein Ausgangsterminal mit einer Klinkenbuchse und einem Record-Out in Stereo-Cinch verbaut. Bei Bedarf lässt sich so ein in den Mixer eingespeistes Signal abgreifen und das Konzert mitschneiden. Doch nun auf in den Härtetest.

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Profilbild von Ronny Funk

Ronny Funk sagt:

#1 - 04.06.2016 um 17:26 Uhr

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Diese Anlage habe ich mehrere Jahre und die Anschaffung nicht bereut.
Allerdings weiß ich nicht, ob ich sie für meine hauptsächlichen Anwendungen gekauft hätte, wenn es damals schon die HK Audio LUCAS nano 300 oder die LD Systems MAUI 5 gegeben hätte.
Aber ich hatte mal Situationen, die ich weder mit der LUCAS nano 300, noch der MAUI 5 hätte meistern können.
Es war im Freien mit mobiler Stromversorgung und es sollte ohne Zusatzgeräte Gitarre und Gesang/Sprache verstärkt werden.
Die Bose L1 compact bewältigte es gut, ich prüfte am weitest entfernten Platz den Sound und merkte, dass ich den Pegel sogar noch reduzieren kann und es trotzdem klar und deutlich zu hören ist.
Die anderen beiden Systeme hätten ohne Zusatzgeräte erstmal einen wesentlich schlechteren Mikrofonklang gehabt. Zum zweiten wäre der weitest entfernte Platz außerhalb des Abstrahlwinkels gewesen, Wortverständlichkeit wäre auf der Strecke geblieben. Zum dritten hätte die LUCAS Nano 300 eine geringere Reichweite gehabt.
Ein anderer Fall war, als ich eine Band verstärkte ohne Mischpult und die Bose L1 compact das gut bewältigte in einem Raum, in dem es extrem schwer ist, mit konventionellen PA-Lautsprechern einen guten Sound zu erzielen.
Das ging mit einer Bose L1 compact, bei der MAUI 5 hätte ich schon 2 nehmen müssen, ein Mischpult und hätte bei der Aufstellung einen Kompromiss machen müssen, zwischen dem, dass die Musiker sich hören und dem, dass es für das Publikum gut klingt.
So aber baute ich die Anlage so auf, dass es für das Publikum gut klingt und es war genügend Monitoring für die Band.
In einem weiteren Fall verwendete ich die Bose L1 compact mit Unterstützung einer LUCAS Nano 300 zur Verstärkung einer Band. Ergebnis war gut, die an sich schon recht gute Hörbarkeit der Bose L1 compact wurde noch verbessert.
Band hatte keine Backline, aber es ging super.
Es ist ja keine Frage, dass die Nano 300 und die MAUI 5 gute Teile sind, deren Anschaffung ich nicht bereue bzw. plane. Aber als einziges System hat meine Bose L1 compact erhebliche Vorteile.

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1-Mann-Band Berlin sagt:

#2 - 31.03.2022 um 23:30 Uhr

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Dieses Lautsprechersystem kaufte ich 2011, zu diesem Zeitpunkt brauchte ich etwas, was maximal 12 kg wiegt, geeignet ist für 80 Zuhörer und mehr, nicht größer ist, als ein kleiner Keyboardcombo und auch Mikrofonanschluss hat. Damals hatten die wenigsten Händler Bose Produkte und entsprechend gab es entweder nur kleine Lautsprecher, denen sich bei noch so leiser Lautstärke keinerlei Frequenzen unter 150 Hertz entlocken lassen oder die 16 kg und schwerer sind und leider auch kein eingebautes Mischpult haben. Die einzigen Dinge, welche meinen Anforderungen auf halbem Wege entgegenkommen konnten, waren solche Teile, wie die damals kleinste Anlage der HK Audio Lucas Serie, die allerdings fast 20 kg wog oder auch die LD Systems Maui 28, welche aber dann mit 30 kg das entscheidende Kriterium extrem verfehlte, zudem machte die Notwendigkeit eines Mischpultes und von Boxenstativen bei der Lukas die Situation nicht besser. Auch wenn beide Anlagen mir klanglich sehr gut gefallen haben. Zum damaligen Zeitpunkt war also die Bose L1 compact das einzige, was all meinen Kriterien entsprechen konnte. Da wie gesagt auch nicht der Händler vor Ort es vorführbereit hatte, kannte ich letztlich nur die befürwortenden und ablehnenden Aussagen aus dem Internet und wusste nicht, wie ich sie bewerten soll. Ein Händler stellte mir für den Auftritt eine Bose L1 compact zur Verfügung und ich war einfach nur begeistert. Der Klang gefiel mir sehr gut, erinnerte mich an den Klang der HK Audio LUCAS Serie, später konnte ich einen Hörvergleich zwischen LUCAS nano 300 und L1 compact machen und das bestätigen. Ich hatte einige Veranstaltungen, sogar manche, bei denen ich am Veranstaltungsort für ein übliches PA-System gar keinen Platz gehabt hätte. Ich wollte Stereo Sound haben, hatte mir auch eine zweite Bose L1 compact ausgeliehen und gute Ergebnisse erzielt, aber mir war eine zweite Bose L1 compact dafür zu teuer und ich holte mir dann die Lucas Nano 300 und hatte dann ein Setup mit zwei Stereo Lautsprechern und einem Lautsprecher für die Mitte. Ein Bekannter, der Gitarrist ist, suchte einen vernünftigen Akustikgitarren Verstärker, das war ein schwieriges Unterfangen, denn die meisten Geräte waren so abgestimmt, dass sie einer Akustikgitarre in der Band Durchsetzungskraft verschaffen, was ihm klanglich nicht so gefiel. Das einzige System, was bestehen konnte, war letztlich genauso teuer, wie die Bose L1 compact. Als dann dieser Bekannte über meine Bose L1 compact spielen konnte, war das für ihn die Lösung. Später brachte ja LD Systems mit der MAUI 5 eine vergleichbare Anlage heraus, bei der aber das eingebaute Mischpult ein Kompromiss ist. Der Abstrahlwinkel ist auch begrenzt, die Maui 5 sollte man wirklich hinter sich stellen, im Gegensatz dazu hat die Bose L1 compact eine so weite Schallabstrahlung, dass man die Musik noch fast vollständig hören kann, wenn man neben der Box oder hinter der Box steht. Gut, aber die Maui 5 hat auch ihre Qualitäten, gerade dann, wenn man ein zusätzliches Mischpult einsetzt und deswegen hatte ich mir dann noch diese auch zugelegt. Mein Plan war nämlich, ich wollte mit einem Gitarristen zusammen Musik machen, er sollte über die Bose L1 compact seine Gitarre spielen und singen und ich wollte eine Säule haben für meine Keyboard Musik und da wir mit seinem Auto gefahren sind, war es auch nicht mehr zwingend nötig, alles sehr kompakt zu halten. Diese Pläne hatten sich zwar zerschlagen, aber ich hatte andere Gelegenheiten, bei denen ich diese Kombination zum Einsatz bringen konnte. Neben Solo-Auftritten mit Keyboard hatte ich mit der Bose L1 compact auch etliche andere Anwendungen. Eine Gemeinde hat am See eine Taufe gemacht, besaß eine mobile Stromversorgung und ich hatte die Bose L1 compact zum Einsatz gebracht und den sonst üblichen Akku Lautsprecher noch an den Ausgang der Bose gehängt. Als erstes ist mir aufgefallen, dass der andere Lautsprecher von der klanglichen Bearbeitung des in der Bose eingebauten Mischpultes profitierte, zum anderen konnte ich diesen Lautsprecher aus sehr großer Entfernung, es müssen so 60 oder 70 m gewesen sein, noch sehr sehr deutlich hören und auch sonst ist mir aufgefallen, dass man dem Sound der Bose L1 compact sehr schwer entkommen kann. Auf einem großen öffentlichen Platz hatten wir einen Flashmob mit dem Cupid Dance, die Musik lief über die Bose L1 compact, es war welche von einem Handy, dieses hatte anscheinend eine Bass Enhancer Schaltung, welche dafür gedacht ist, Kopfhörer ein bisschen größer klingen zu lassen und diesen Sound gab die Bose L1 compact weiter und wirkte, als hätte ich mehrere PA-Boxen aufgestellt. Ich hatte dann noch zwei Anwendungen, bei denen ich die Bose L1 compact mit der Nano 300 kombinierte. In beiden Fällen spielte eine komplette Band mit E-Drums, der Bass Gitarrist hatte keinen eigenen Verstärker und spielte über das Mischpult und ich konnte diese ganze Band recht gut verstärken, die Leute konnten sich auch selbst sehr gut hören, sogar das war möglich. Oder ich sollte auch mal Tontechnik machen in einem Raum mit einer sehr schwierigen Akustik, wo die festinstallierte normale Beschallungsanlage immer eine Herausforderung gewesen ist. Die Bose L1 compact hatte das Problem behoben, die Band konnte sehr gut verstärkt werden. Meine Hauptanwendung war aber in der ganzen Zeit bei Auftritten in Seniorenheimen, ich habe ein Mikro angeschlossen, ich habe mein Keyboard angeschlossen und hatte einen guten Sound. Was mich immer noch am meisten beeindruckt, ist der sehr schnelle Aufbau, es braucht wirklich nur zwei Minuten. Als die Garantiezeit vorbei war, hatte die Bose Probleme im Mikrofoneingang, ich musste den Service in Anspruch nehmen. Zum damaligen Zeitpunkt war der Service noch so, ich informierte die Firma Bose, diese ließen das Lautsprechersystem abholen, setzen es instand, egal was kaputt ist und berechnen pauschal nur 200 €, die man dann an den Lieferanten bezahlt, ich kann jetzt nicht sagen ob der Service immer noch so ist, aber es ist wirklich sehr sehr günstig und wenn der Fehler sich hätte nicht reparieren lassen, hätten sie notfalls das ganze System komplett ausgetauscht. Ich spielte ursprünglich mit dem Gedanken, mir noch eine zweite Maui 5 zu holen, um mit dieser ein Twinset zu haben, diese dann mit der Bose L1 compact als Center zu kombinieren. Allerdings haben die Preise der Maui 5 angezogen, die Bose L1 compact ist deutlich günstiger geworden, ich konnte sie jetzt sogar auch als B-Stock noch ein bisschen günstiger bekommen, vor allem ist sie für mich am universellsten einsetzbar.

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