2012_Jahresrueckblick
Test
3
28.11.2011

DETAILS

Gehäuse

Das SK1 ist sehr kompakt und gerade so groß, wie ein 5-oktaviges Keyboard eben sein muss. Links und rechts der Tastatur ist sofort Schluss, alle Bedienelemente sind oberhalb angebracht. Dafür gibt es von mir schon mal den ersten Pluspunkt, denn Zugriegel links von der Tastatur machen Orgelkeyboards immer unnötig lang. Wer schon einmal eine alte Korg CX3, eine Hammond XK1 oder eine Roland VK8 quer in den Kofferraum eines Kleinwagens packen wollte, weiß, was ich meine. Das Gehäuse ist überwiegend aus Alu und mit 7 (SK1) bzw. 16 Kilo (SK2) sehr leicht. Also direkt der nächste fette Pluspunkt!

Böse Zungen sagen ja, das Gehäusedesign hätte Hammond sich von den erfolgreichen Clavia Nord Orgeln abgeguckt. Mag sein, aber dafür hat das SK1 echte Zugriegel an der Stelle, an der die Nords nur Druckknöpfe mit LED-Ketten aufweisen. Eine kompakte, leichte Orgel mit echten Zugriegeln hat meines Wissens bisher noch nicht gegeben, und der eine oder andere Orgelfreund wird diesen Test jetzt unter Umständen überhaupt nicht mehr weiterlesen, sondern den Computer ausschalten und in den Laden rennen. Tastatur Aber es kommt noch besser: Die Waterfall-Tastatur ist nämlich auch super. Sie spielt sich nicht zu leicht und nicht zu schwer und ist damit perfekt für Orgel und Piano, die Anschlagsdynamik ist sensibel und ermöglicht gute Kontrolle über beide Sounds.

Anschlüsse

Auf der Rückseite finden wir Line Out L/R, Kopfhörer, Dämpfer-Pedal (fürs Klavier), Fußschalter (für Leslie slow/fast) und eine Buchse für das Expressionpedal. Dieses kann in seiner Dynamik beschränkt werden, sodass bei geschlossenem Pedal die Orgel immer noch leise hörbar ist, so wie beim Schweller der echten Hammondorgeln. Dann wären da noch die Buchse für das (leider) externe Netzteil und ein spezieller 8-Pin-Anschluss, der eine Verbindung zu den dreikanaligen Hammond Suzuki Leslie Modellen herstellt. Das dazugehörige 8-Pol-Kabel überträgt Orgel- und Nicht-Orgelsounds getrennt, sodass die Orgel ins Leslie und die anderen Klänge zur Aux-Out-Buchse des Leslies geschickt werden und von dort in einen Keyboardverstärker oder in die PA weitergeleitet werden können. Alternativ können auch die Orgelsounds durch diese Kabel geschickt und alles andere an den Line-Out-Buchsen der Orgel abgegriffen werden. Die Slow/Fast/Stop-Befehle des Fußschalters werden übrigens auch über das 8-Pol-Kabel an das Leslie übertragen. Die USB-Buchse soll es ermöglichen, Soundupdates laden zu können. Bisher bietet Hammond allerdings keine an, aber das wird wohl irgendwann der Fall sein.

Aufbau

Das SK ist duo-timbral aufgebaut, es kann also zwei verschiedene Sounds gleichzeitig erzeugen. Das können zwei unterschiedliche Orgelregistrierungen sein, die entweder auf die beiden Manuale (SK2) oder per Tastatursplit (SK1) auf zwei Zonen verteilt werden, oder die Kombination Orgel und Extravoice. Extravoices heißen hier die anderen Sounds, also Piano, E-Piano, Strings usw. Orgel und Extravoice lassen sich auch layern. Was nicht geht- ist eine Kombination aus zwei Extravoices, also z.B. unten Piano, oben Strings. Und damit endet an dieser Stelle vorerst der eingangs erwähnte Traum vom All-in-one-Keyboard, sofern man nicht in einer Bluesband spielt und nur Klavier und Orgel braucht.

Bedienelemente

Zum einen ist die Bedienoberfläche des SK natürlich gespickt mit orgeltypischen Knöpfen, als da wären: Leslie Stop/Slow/Fast, Chorus, Vibrato, die Zuordnung der Zugriegel zum oberen oder unteren Manual, Percussion Second/Third/Fast/Soft sowie Overdrive und Reverb. Die Drawbars bewegen sich schön smooth und es ist keine Rasterung hörbar.

In der orgeluntypischen „Extra Voice“ Sektion wählt man die übrigen Sounds an. Hier finden wir Akustikpiano, CP70, Rhodes, Wurlitzer, FM Piano, Clavinet, Akkordeon, Bläser, Streicher und ein paar Extras wie Glockenspiel, Harfe, Synthpads und Synthleads.

Über die „Allocate Upper/Lower“ Buttons wird festgelegt, auf welchem Manual bzw. in welcher Splitzone die Extravoices liegen sollen. Wenn man die Tastatur splittet, ist die Transpose-Funktion praktisch, die über eigene Buttons verfügt und mit der man sehr schnell die Oktavelage der Splitzonen verschieben kann. Und das ist ja auch meistens nötig, sofern man in der linken Hand nicht nur Bass spielen möchte. Es gibt 100 Presets und 100 Userspeicher, in die sich komplette Setups inkl. Splits bzw. die Belegung der beiden Manuale abspeichern lassen. Die ersten 10 Userspeicher sind mittels der „Favorites“ Taster sofort abrufbar, was im Livebetrieb sehr nützlich ist.

Die Bedienung ist insgesamt relativ unkompliziert. In das Edit Menü muss man nur ab und zu eintauchen, um sich z.B. einen anderen Effekt auszusuchen als den, der dem jeweiligen Sound werksmäßig zugeordnet ist. Das Edit Menü ist auf den ersten Blick nicht besonders verständlich, aber ein Blick in die ausführliche 140-seitige Bedienungsanleitung wirkt Wunder.

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