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Test
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19.10.2020

Fender American Ultra Jazz Bass V Test

Fünfsaitiger E-Bass

Moderne Interpretation eines Klassikers!

Ganz nach dem Motto „Raider heißt jetzt Twix“ überarbeitete Fender in den letzten Jahren ihre gesamte Produktlinie und nutzte diese Gelegenheit, jeder Serie einen neuen Namen zu geben. Was früher die „Elite“-Serie war, heißt daher nun „American Ultra“. Dies steht für die modernste und fortschrittlichste Interpretation von Leo Fenders Bestsellern, dem Precision Bass und dem Jazz Bass, und soll der traditionsreichen Marke auch diejenige Kundschaft sichern, die zwar auf klassische Designs steht, aber trotzdem die Annehmlichkeiten eines modernen Instruments nicht missen möchte. Ob diese Gratwanderung gelungen ist, soll dieser Test eines Fender American Ultra Fünfsaiters zeigen!

Details

Die American Ultra Serie kommt in einem schwarzen Hartschalen-Case, das wirklich einen professionellen und „unkaputtbaren“ Eindruck macht. Öffnet man den Deckel, schlägt dem Jazz-Bass-Fan das Herz höher: Das sieht auf den ersten Blick richtig, richtig schick und edel aus!

Aber zu den nüchternen Fakten: Beim Holz geht es klassisch zu, denn ein Erlekorpus, ein Ahornhals und ein Palisandergriffbrett kommen wohl jedem Bassisten wohlbekannt vor. Letzteres trägt weiße Pearl-Blockinlays und wird durch ein ebenfalls weißes Binding eingefasst. Das Finish des Testbasses nennt sich „Ultra Burst“, andere Optionen gibt es ebenfalls, allerdings sind alle Farben stets an ein bestimmtes Griffbrett (Ahorn oder Palisander) gebunden.

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Beim fünffach verschraubten Hals, der übrigens mit einem schönen Vintage-Teint und einem matten Finish behandelt wurde, finden sich die ersten deutlichen Unterschiede zu den meisten anderen Serien von Fender: Das Profil entspricht einem modernen flachen D, was gerade beim Fünfsaiter aufgrund des breiteren Sattels Sinn macht.

Das Griffbrett hingegen besitzt einen sogenannten Compound Radius, ist also in den ersten Bünden runder und wird zum Korpus hin immer flacher. Dies kommt solistischen Ausflügen, Akkorden, Tapping etc. in den höheren Lagen entgegen.

Auch die Pickups wurden überarbeitet und umbenannt - sie heißen nun „Ultra Noiseless Vintage Jazz Bass“. Lässt man das Marketing weg, verbleibt als entscheidender Faktor „Noiseless“ – die guten Stücke sind also brummfrei und weitgehend immun gegen Einstreuungen.

Die grundlegend überarbeitete Elektronik bietet die Möglichkeit, den Ultra Jazz Bass ganz konservativ passiv zu betreiben. Hier hat der User Volume, Panorama und einen passive Tonblende zur Verfügung. Schaltet man per Kippschalter in den Aktiv-Modus, so gesellt sich eine 3-Band-Klangregelung mit Bässen, Höhen und Mitten hinzu. Geblieben ist die Stromversorgung der Elektronik mit 18 Volt, d. h. es sind zwei 9-Volt-Batterien für den Betrieb nötig. Dafür erhält man aber mehr verzerrungsfreien Headroom!

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Die Chrome-Hardware bietet ebenfalls ein paar Neuerungen: Lightweight Stimm-Mechaniken, drei Saitenniederhalter und eine Hi-Mass Bridge, welche an die gute alte Badass-Brücke erinnert. Bei dieser Bassbrücke befinden sich auf einer massiven Grundplatte fünf große einzelne Saitenreiter und die gesamte Konstruktion verspricht laut Fender ein verbessertes Sustain. Auf die Möglichkeit, die Saiten durch den Korpus zu ziehen, wurde dagegen verzichtet.

Bis hierher macht der neue Fender American Ultra V eine wirklich tolle Figur: Look, Haptik und Verarbeitung geben keinerlei Anlass zu Kritik und machen mich neugierig, wie er denn nun klingt.

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