Bass Hersteller_ESP
Test
7
22.09.2021

Praxis

Der ESP LTD AP-4 Black Metal wurde zwar für Schwermetaller konzipiert, erfreulicherweise handelt es sich bei dem Longscale-Viersaiter allerdings um einen relativ leichten Bass. Er wiegt nur 3,7kg und zeigt sich darüber hinaus in der Handhabung als überaus angenehm. Am Gurt hängt der schwarze Schönling sehr gut balanciert und der kompakte Korpus sorgt dank schmusiger Shapings nicht für Druckstellen.

Auch der Hals trägt seinen Teil zum guten Spielkomfort des Metal-Basses aus dem Hause ESP LTD bei. Das schlanke U-Profil lässt sich in allen Lagen leicht spielen und dank des seidigen Finishs auf dem Rücken entsteht auch mit schwitzigen Händen kein klebriges Gefühl.

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Grünes Licht kann ich außerdem beim Thema "Setup" geben: Sowohl die Saitenlage als auch die Halskrümmung waren ab Werk sehr gut eingestellt, sodass der Viersaiter quasi "aus dem Karton" sofort einsatzbereit bar.

Zudem leistet sich ESP bei der Verarbeitung des Basses keinerlei Patzer: Der Hals sitzt bombenfest in der exakt gearbeiteten Ausfräsung, die Lackierung wurde fehlerfrei ausgeführt, und die Bundierung erlaubt eine angenehm niedrige Saitenlage ohne Scheppergeräusche - so muss es sein!

Beim Sound stehen die Vorzeichen ebenfalls gut, denn der schwarze Viersaiter präsentiert sich bereits im Trockenmodus sehr schwingungsfreudig und verfügt in allen Lagen über ein sattes Sustain - hier spielt die sicherlich auch die Babicz-Bridge eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wirkliche Deadspots sucht man vergeblich, lediglich am fünften Bund auf der G-Saite erscheint der Sound ein Spur stumpfer und schlanker - damit kann man aber ohne Probleme leben, wie ich finde.

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Metal-Bassisten benötigen bekanntlich einen extrem durchsetzungsstarken Basssound, um sich im Bandsound Gehör zu verschaffen. Ob der ESP LTD AP-4 Black Metal hier liefern kann und klanglich genauso überzeugend abschneidet wie beim Spielkomfort, werden wir anhand der folgenden Klangbeispiele herausfinden:

Ich denke, die meisten unter euch werden mit diesem Sound bereits sehr vertraut sein! Ganz klar, der ESP LTD AP-4 liegt klanglich verdammt nah am Music Man Stingray und liefert aus dem Stand einen ausgesprochen straffen und präzisen Sound. Verwunderlich ist das sicherlich nicht, denn der EMG Humbucker wurde in etwa in der klassischen Stingray-Position installiert.

Beim EMG 35CS handelt es sich zudem um einen relativ warm und fett klingenden Humbucker mit gedimmten Höhen, der sich im Großen und Ganzen nicht allzu sehr vom Tonabnehmer aus dem Hause Music Man unterscheidet.

Der Slapsound des ESP LTD AP-4 Black Metal ist super knackig, was mich persönlich überhaupt nicht überrascht. Wer denkt, dass bei unserem mattschwarzen Testkandidaten nur Metal-Freaks auf ihre Kosten kommen, irrt sich also gewaltig!

Für den nächsten Clip habe ich den Bass mit der sogenannten "Palm Mute Technik" gespielt. Der Sound bleibt trotz starker Dämpfung der Saiten sehr artikuliert und klar. Schade finde ich jedoch, dass der AP-4 keine Höhenblende an Bord hat - mit einer leichten Absenkung im oberen Bereich wäre der Sound noch eine Spur schöner und runder!

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So, jetzt aber "Butter bei die Fische": Auf der Kopfplatte steht "Black Metal", also muss der Bass beweisen, dass er auch mit Plektrum und Verzerrer funktioniert. Voilà: Der Sound bleibt trotz relativ starker Verzerrung stets fokussiert und fundamentstark. Um die Durchsetzungskraft in der Band muss man sich mit dem AP-4 Black Metal also wirklich keine Sorgen machen. Für die Aufnahme kam übrigens der Sansamp Bass Driver von Tech21 zum Einsatz. 

Zum Abschluss gibt es noch zwei Beispiele im Fingerstyle mit subtileren Overdrives-Einstellungen auf die Ohren. Im ersten Clip kommt wieder der Sansamp Bass Driver zum Einsatz, für den zweiten Clip habe ich den AP-4 durch das Channel Strip Plugin meines Audio Interfaces gejagt.

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