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Workshop
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02.11.2011

Grundlagen der Dubstep-Produktion

Dubstep wird meistens auf 140 BPM produziert, dennoch variieren die Tempi zwischen 135 bis 145 BPM. Eine Ausnahme sind Dubstep-Parts in diversen Electro Produktionen wie z.B. Spencer & Hill - „Dub Disco“ (Lucky Date Remix): Hier liegt die Geschwindigkeit nur um die 130 BPM. Betont wird auf die erste und dritte Viertelnote, und teilweise erinnert diese Variante auch an Hip-Hop. Inzwischen haben sich aber vielerlei Rhythmen entwickelt, so z.B. Four-to-the-Floor.

Das zweite tragende Element im Dubstep ist der Snaresound, der seinen Platz auf der dritten Viertelnote hat und typischerweise mit Hall und Delay gewürzt ist. Dies hängt mit der Geschwindigkeit und dem Beatmuster zusammen: Im Dubstep ist viel Platz für Sound und Effekte in den Drums, da er ein Halftime-Feel hat, der Beat läuft gefühlt also nur auf 70 BPM (auch „Half-Step-Beat“). Ein weiteres markantes Merkmal des Dubsteps sind die „wobbelnden“ und basslastigen Basslines, die wie eine ganze Reihe weiterer stilistischer Merkmale zum Teil stark an Drum & Bass erinnern. Aufgrund des langsameren Tempos als bei Drum & Bass (174 BPM) können längere und noch tiefer wirkende Bässe eingesetzt werden. Dabei handelt es sich oft um sogenannte „Yoi“- oder „Talking“-Bässe.

Ein Dubstep Beispiel

Für einen ersten Eindruck, wie das Ganze in der Praxis klingt, hier ein Ausschnitt aus Roksonix - „Music In Me“, in dem die angesprochenen Elemente zu hören sind.

In diesem Workshop soll es nicht darum gehen, das eben gehörte Beispiel nachzubauen. Trotzdem möchte ich kurz zeigen, wie man einige der charakteristischen Sounds erzeugt. Ich nutze übrigens fast ausschließlich Massive von Native Instruments, weil dieser Synthesizer so einfach gebaut ist, dass ich schnell an mein Ziel gelange.

Aufbau eines Dubstep Tracks

Bevor wir uns den Sounds widmen, möchte ich zunächst kurz auf die Struktur eines Dubstep-Tracks eingehen. Diese haben bis auf wenige Ausnahmen den gleichen Aufbau wie Drum & Bass Tracks:

Intro
Drop
Main-Part 1
Break evtl. mit Drop
Main-Part 2
Outro

Yoi Bass

Im Dubstep tausendfach eingesetzt wird der Yoi-Bass. Und wie so oft gibt es auch hier verschiedene Ansätze, den Sound zu generieren. In diesem konkreten Fall habe ich einen Oszillator mit der Wellenform „Dirty Throat“ verwendet. Dieser wurde auf Filter 1 mit dem Typ „Daft“ geroutet. Dem Cutoff dieses Filters wurde eine LFO-Automation (nicht gesynct - LFO 5) mit Restart zur Seite gestellt – so beginnt der LFO bei jedem Tastendruck stets von vorn. Ganz wichtig ist der Insert 1, der direkt nach Filter 1 geroutet wird. Diesem muss der Filter „Sample & Hold“ zugeordnet werden. „Dry/Wet“ wird voll aufgezogen und „Pitch“ auf etwa auf 3 Uhr justiert. Im Grunde genommen war es das schon ... der Yoi-Bass ist nun fertig und kann z.B. über ein Poti am MIDI-Keyboard in seiner Geschwindigkeit geändert werden.

Der gleiche Bass mit einem zweiten Oszillator (A.I.). Er wirkt nun noch etwas massiver und kräftiger.

Wobbel-Bass

Als Nächstes soll kurz eines der fast schon wichtigsten Elemente des Dubsteps beschrieben werden: der „Wobbel-Bass“! Als Basis dient mir wieder der Massive. Ich benutze hier alle drei zur Verfügung stehenden Oszillatoren, die alle auf Filter 1 geroutet werden. Im ersten Oszillator setze ich eine „Square“-Wellenform ein und pitche diese 24 Halbtöne nach unten, im zweiten wähle ich die „Math III“- und im dritten eine „Saw“ Wellenform – stelle hier aber den Modus auf „Formant“. Danach wird der Parameter „Modulation OSC“ aktiviert und der Oszillator 12 Halbtöne nach unten gepitcht. Für Oszillator 2 schalte ich außerdem die Ringmodulation scharf, dabei wird das Poti nach rechts gedreht. Schließlich wird Filter 1 auf „Daft“ gestellt und der „Cutoff“ mit dem LFO 5 moduliert. Eine Prise Kompression und Hall auf den Sound – fertig ist ein schöner Wobbel-Bass.

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