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09.08.2019

Die besten Apps um Klavierspielen zu lernen

Per App und Online-Plattformen Klavierspielen lernen

Ist der Klavierlehrer noch wichtig?

Moderne Entwicklungen und technische Errungenschaften machen auch nicht vor dem Bereich des Instrumentalunterrichts halt. Und wo man selbst noch vor ein paar Jahren fest davon überzeugt war, dass eine Maschine, oder ein Computer niemals einen Lehrer aus Fleisch und Blut ersetzen könnte, gibt es inzwischen bereits ein recht großes Angebot an digitalen Lehrern, zum Beispiel in Form Apps und Online-Plattformen. 

Damit du dich nicht endlos selbst umschauen musst, und schnell und entspannt von zuhause aus Klavierspielen lernen kannst, haben wir die besten Apps und viele wertvolle Tipps für dich zusammengetragen. Somit kannst du deine ganze Energie in das Lernen deines Lieblingsinstrumentes stecken. Los geht’s!

Quick Facts: Klavierlern-App

Kann man Klavierspielen ohne Lehrer durch eine App lernen?

Gerade Anfänger können ruhigen Gewissens mit einer App starten. Damit kann der Schüler seine Entwicklung an seinen Zeitplan anpassen und die Apps bieten Lehrtechniken, die teilweise weit über den herkömmlichen Klavierunterricht hinaus gehen. Für Fortgeschrittene Schüler wird ein Lehrer aus Fleisch und Blut dann irgendwann unumgänglich, besonders, wenn es dann um musikalische Belange, wie den Ausdruck und die Gestaltung von Musik geht.

Was kostet eine Klavier-App?

Es gibt viele kostenlose Angebote, diese sind für den Einsteiger absolut ausreichend. Kostenpflichtige Apps nutzen fast immer das Abonnement-Modell. Die monatlichen Gebühren liegen zwischen ca. 9 € und 29 € pro Monat.

Worauf muss ich bei der Entscheidung für eine App achten?

Höre bei der Entscheidung für eine App einfach auf dein Gefühl. Gefällt mir die Optik? Wer präsentiert die Inhalte und wie tut er das? Was kostet das Ganze pro Monat/Jahr? All das solltest du sich im Vorfeld fragen. Um dir einen Eindruck verschaffen zu können, bieten viele Anbieter Probezeiträume an.

Welche Alternativen gibt es?

Zum einen bietet YouTube unzählige Kanälen zum Thema Klavierspielen lernen. Zum anderen biten wir auf Bonedo.de viele Artikel, die dir unzählige Tipps liefern und dich beim Klavierspielen lernen unterstützen.

Welcher Lehrer ist der Richtige?

Wer ein Instrument lernen möchte, geht zu einem Lehrer, entweder privat, oder einer Musikschule. So war es zumindest bisher. Für manche Schüler ist es in der Zeitplanung jedoch recht schwierig, regelmäßig zum Unterricht erscheinen. Besonders erwachsene Schüler sind davon schon aus rein beruflichen Gründen betroffen. Auch gibt es im Alltag eines Schülers Phasen, in denen er einfach nicht zum Üben kommt, dann macht in dieser Zeit auch der Gang zum Unterricht nicht wirklich Sinn.

An dieser Stelle bieten besondere Apps und Online-Plattformen Möglichkeiten, das Klavierspielen nach eigenen Zeitvorgaben privat für sich und zu Hause zu erlernen.

Bietet der Unterricht per App Vorteile?

Der Unterricht über ein Lern-Programm, entweder auf dem Computer oder dem Tablet, bringt viele Vorteile mit sich. Man ist zeitlich flexibel und der Ambitionierte entscheidet, wann der Unterricht stattfindet. Außerdem bieten einige Apps digitale Unterrichtsmethoden, die ein „normaler“ Lehrer oft nicht bereitstellen kann. Zudem schließt ein klassischer Lehrer auf privater Ebene, oder einer Musikschule auch nicht aus, dass man zusätzlich zu dessen Wissen und Lehrinhalten, auch noch mit einer App lernt und übt.

Gerade die digitale Ebene macht das Lernen und Üben recht unkompliziert, und eine Kontrolle des Lernerfolgs möglich, wenn man z. B. über ein MIDI-fähiges Instrument, wie ein Digitalpiano oder ein Keyboard verfügt. So, oder so macht der digitale Unterricht durchaus auch für den Anfänger Sinn, wenn er über die nötige Ambition verfügt.

Kostenpflichtig oder kostenlos?

Unglaublich aber wahr, aber der Markt bietet neben kostenpflichtigen auch kostenlose Apps, um das Klavierspielen zu erlernen. Wofür du dich entscheidest, bleibt dir selbst überlassen. Wir stellen dir nun die besten Apps und Lehrangebote aus den Bereichen kostenpflichtig und kostenlos vor.

Die besten kostenpflichtigen Klavier-Apps

Skoove

Skoove eignet sich für Anfänger und Fortgeschrittene und ist als App sowie als Online-Klavierkurs, der mit jedem Computer, oder Laptop genutzt werden kann, verfügbar. Beide Varianten sind übersichtlich und pädagogisch sinnvoll aufgebaut. Bei Skoove wird man schon nach kurzer Zeit in die Lage versetzt, Songs zu spielen. Hier kann man die Lektionen an einem akustischen Klavier, einem Keyboard oder E-Piano nachspielen. Das Programm ist in der Lage zu erkennen, ob du richtig oder falsch gespielt hast. Neben grundlegenden Lektionen findet man auch Inhalte zu spezifischen Themen. 

Kosten:

Die App an sich ist kostenlos, der monatliche Preis für die Lehrinhalte hängt von der Art des Abonnements ab. Einzelmonate kosten 13,95 EUR, bei einem 3-Monats-Abo werden 8,95 EUR pro Monat fällig, und wer sich auf ein ganzes Jahr bindet bezahlt noch 6,95 EUR im Monat.

Test auf Bonedo.de      Webseite des Anbieters

Flowkey

Flowkey gibt es als App und ist auch online vertreten. Nach einem leichten Start wird der Schwierigkeitsgrad sinnvoll gesteigert. In Videos wird anschaulich erklärt, was zu beachten ist und worauf es besonders ankommt. Und auch Flowkey überprüft, ob die Ausführungen des Schülers richtig oder falsch sind. In der Bibliothek findet man viele bekannte Songs zum Nachspielen.

Kosten:

Auch bei Flowkey wird der monatliche Beitrag durch die Länge der Bindung bestimmt, die man bereit ist einzugehen. Ein Monat kostet 19,99 EUR, bei einem Jahresabo bezahlt man 9,99 EUR pro Monat. Ein lebenslanges Abonnement kostet 299 EUR. 

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Jojas Piano Academy

Joja Wendt ist selbst erfolgreicher Musiker und das seit vielen Jahren. Selbstverständlich hat er sich viel Wissen in dieser Zeit angeeignet und das möchte mit Jojas Piano Academy an Interessierte weitergeben. Neben vielen Insider-Tipps liegt der Schwerpunkt des Programms auf dem Spiel ohne Noten, von dem fast jeder Klavierschüler träumt. Insgesamt ist Jojas Piano Academy professionell umgesetzt, und mit seiner lockeren Art bringt er die Lehrinhalte sympathisch rüber. 

Kosten:

Für die angebotenen Kurse muss man monatlich 29 EUR parat haben.

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music2me

Die Onlineschule music2me besticht durch ein stringentes Lehrsystem, dass nichts dem Zufall überlässt und ist wahrscheinlich das umfangreichste Angebot unserer Zusammenstellung. Yacine Khorchi hat viel Erfahrung und das spiegelt sich in seinem Online-Programm definitiv wieder. Auch hier sind die Videolektionen sinnvoll angeordnet. Besonders dabei ist die interaktive Videosteuerung, mit der sich viel Kontrolle über die Nutzung der implementierten Inhalte ausüben lässt. Musiktheoretisches Grundwissen wurde darüber hinaus mit in die Lektionen eingearbeitet.  

Kosten:

Bei monatlicher Abrechnung betragen die Kosten 15 EUR pro Monat, bei halbjährlicher Abrechnung sind es ca. 72 EUR für das Halbjahr, und das ganze Jahr kostet dann noch 120 EUR.

Test auf Bonedo.de      Webseite des Anbieters

Zapiano

Zapiano ist ein noch relativ neues Konzept, das Sven Haefliger entwickelt hat. Um ein ganzheitliches Lernen zu ermöglichen, werden in den Lektionen fünf Bereiche abgedeckt: Lesen, Tasten, Hören, Verstehen und Fühlen. Außerdem bietet es viele interaktive Möglichkeiten. Es können Fragen gestellt und Videos vom eigenen Spiel gesendet werden, zusätzlich werden interaktive Chats in Live-Sessions abgehalten. Das alles hat natürlich seinen Preis.   

Kosten:

Monatlich kostet Zapiano 29 EUR, für drei Monate noch 72 EUR, für sechs Monate 125 EUR, für zwölf Monate 230 EUR und der Lifetime-Zugriff lässt sich für 399 EUR sichern. 

Webseite des Anbieters      

Die besten kostenlosen Klavier-Apps

Natürlich sind der Aufbau, die Methode und die Inhalte eines kostenlosen Programms nicht mit denen einer kostenpflichtigen zu vergleichen. Dennoch sind die folgenden Apps für so manchen Anfänger wertvoll, besonders dann, wenn man sich erst einmal orientieren möchte, ohne gleich ein Abonnement einzugehen.  

My Piano Phone

My Piano Phone beschreibt eine recht unscheinbare App, mit der sich Klavier-Interessierte ganz ohne Abo ausprobieren können. Der Klang der Instrumente ist gut, es gibt außer dem Piano aber auch noch viele weitere Instrumente und die Tastatur ist gut bespielbar, weil breit genug.

Von Klassik bis Pop – es ist für jeden etwas dabei. Hier schaut man sich entweder erst einmal in Ruhe an, welche Tasten gedrückt werden sollen, oder man spielt die Melodie gleich selbst.

Nachteil:

Die App ist leider nur in englischer Sprache und ausschließlich für Windows-Systeme erhältlich.

Webseite des Anbieters      

Piano For You

Piano For You ist eine App, die ausschließlich für den Einsatz mit Android-Geräten vorgesehen ist. Auch mit dieser App gelingt der Einstieg in das Thema Klavierlernen sehr gut. Obwohl wieder kostenlos, kommt sie völlig ohne Werbung aus. Falls gewünscht kann später dann auf eine kostenpflichtige Vollversion umgestiegen werden.

Nachteil:

Kann nur auf Geräten mit Android-System verwendet werden.

Webseite des Anbieters      

Musica Piano

Musica Piano vom Könemann Verlag ist eine spezielle Form der Klavier-App und eher etwas für Fortgeschrittene, und solche, die es werden wollen. Die App beinhaltet umfangreiches Notenmaterial klassischer Musik. Damit müssen keine Noten mehr zum Unterricht geschleppt werden, diese sind somit überall und jederzeit bequem am Tablett oder Handy abrufbar.

Nachteil:

Die APP kann ausschließlich auf Geräten mit iOS-System verwendet werden.

Webseite des Anbieters

YouTube

Und auch wenn YouTube selbst keine Klavier-App ist, gehört es als Sammeltipp definitiv hier mit hinein. Es gibt inzwischen unzählige deutschsprachige Kanäle zum Thema Klavierlernen: Franz Titscher, Thomas Forschbach, und viele weitere. Dazu kommen noch mehr englischsprachige und weitere Kanäle aus der ganzen Welt.

Weitere Informationen zu diesem Thema findest du unter dem folgenden Link.

Artikel auf Bonedo.de

Schlusswort

Es gibt keinen festgelegten Weg, wie man Klavierspielen lernen muss. Jeder Instrumentalschüler muss deshalb seinen eigenen Weg finden. Wenn du dich für einen digitalen Lehrer in Form einer App entschieden hast, solltest du einfach so lange herumprobieren, bis du die richtige Plattform für dich gefunden hast. Falls du nach einiger Zeit merkst, dass deine Wahl doch nicht die richtige war, kannst du ja einfach wechseln. So würdest du das auch bei deinem Handy- oder Stromvertrag machen. Das solltest du dann aber nicht als Geldverschwendung betrachten.

Und egal, für welche Art von Unterricht, oder für welche App du dich im Endeffekt entscheiden wirst, es wird immer so sein, dass nicht alle Fragen beantwortet werden, oder im Umgang mit der Materie immer weitere entstehen. Deshalb möchte ich dir noch zum Schluss mit Inspiration und Hilfe zur Seite stehen, denn diese gibt es bei uns ganz umsonst.

Meine persönlichen Empfehlungen:

Lernst du alleine zuhause, musst du dich immer selbst motivieren und verstehen, wie du am besten vorgehst. Dabei ist die Gestaltung des Übeprozesses ein wichtiges Element, um zum Erfolg zu kommen. Es gibt auch immer wieder Phasen, in denen du spürst, dass du nicht recht weiterkommst. Ein Phänomen, das gerade Anfänger betrifft. 

Wer richtig und mit Freude Klavierspielen möchte, muss die fundamentalen Dinge kennen, die Musik ausmachen. Gerade das Klavier bietet enorme Möglichkeiten, seinem Ausdruck freien Lauf zu lassen. Zu den Möglichkeiten der Interpretation eines Musikstücks gehören u.a. das dynamische Spiel, ein korrekter Fingersatz, das regelmäßige Üben und was man oft vernachlässigt: Eine entspannte Körperhaltung vor dem Instrument.

Zu diesen gehören z. B. das Notenlesen, das Verstehen von Rhythmus, der Aufbau von Tonleitern und Akkorden. Auch eher trockene Themen, die unter die Schlüsselworte Kadenzen und Quintenzirkel fallen, gehören zu den grundlegenden Elementen der Musiktheorie, die aber gar nicht so schwer zu verstehen sind, wenn sie verständlich erklärt werden. Wenn du schon weitergekommen bist, fängst du sicherlich an eigene Melodien auf dem Klavier zu spielen, und sie mit den dazu passenden Akkorden zu begleiten. 

Aller Anfang ist schwer, aber nicht zu schwer, wenn man seine Begeisterung behält und mit Lust bei der Sache ist.

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