Test
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25.03.2016

Denon DJ HP600 und HP800 Test

DJ-Kopfhörer

Auf dem Prüfstand

Denon DJ hat mit dem HP800 und HP600 zwei neue DJ-Kopfhörer im Sortiment. Die Testkandidaten bringen neben stattlichen 40-Millimeter-Treibern, Doppeldrehgelenke für beide Ohrmuscheln mit und auch sonst sieht man ihnen die nahe Verwandtschaft zum Primus HP1100 deutlich an. Dieser war kürzlich bei uns im Test (hier: Link) und konnte mit seinem Mordspfund hinsichtlich seiner Pegelfestigkeit demonstrieren, wo der dB-SPL-Hammer hängt. Die wichtigste Produktabgrenzung zum Spitzenmodell findet sich beim flexibleren Drehgelenk, in der 53 Millimeter Treibergröße und der gut doppelt so hohen Leistungsaufnahme, doch war es das tatsächlich schon oder ist da noch mehr dem Rotstift zum Opfer gefallen? Dies und mehr erfahrt ihr im folgenden Test.

Details

HP600

Alles, was ich der Kartonage des 600ers entnehme, ist der Kopfhörer, eine Transporttasche aus einem samtigen Stoff sowie ein güldener Schraubadapter auf 6,35-Millimeter-Klinke. Der anthrazit-schwarze HP600 wirkt beim ersten „Befummeln“ leicht und fast schon ein wenig niedlich, aber trotzdem formstabil und widerstandsfähig. Die Relation der Dimensionen von Bügel und Kapsel erinnern mich an den Sennheiser HD-25. Mit einem Gewicht von 173 Gramm ohne und 246 Gramm mit Kabel ist der HP600 als sehr leicht einzustufen. Zum Vergleich: Ein HD-25 wiegt ohne Kabel 146 Gramm. Das Gewicht sollte einem also wohl keine Kopfschmerzen bereiten.

HP800

Der HP800 wird exakt mit dem gleichen Umfang geliefert, sprich Kopfhörer, Adapter und Stofftasche. Er erinnert hinsichtlich seiner Ausmaße schon eher an das Spitzenmodell und das Nettogewicht ist mit 310 Gramm schon ganz schön stattlich. Mit Kabel misst meine Waage 369 Gramm, das könnte einem nach gewisser Zeit schon mal zu viel werden. Insgesamt wirkt der 800er deutlich klobiger, aber auch erheblich widerstandsfähiger als sein kleiner Bruder. Der Kopfbügel ist dicker, die Gelenke ebenso und sie sind zudem stabiler ausgeführt. Die Kapseln sind tiefer und größer im Durchmesser, obwohl in beiden „Tondosen“ 40-Millimeter-Treiber werkeln. Beim größeren Modell sind aber Neodym-Magneten für den Hub verantwortlich, die für mehr Druck, vor allem im Bassbereich, sorgen sollen.

Kopfpolster und Kopfgrößenadaption

Die Kopfbügel sind zusammen mit der Ummantelung, die aus Kunstleder gefertigt ist, beim HP800 36 Millimeter, beim HP600 hingegen 25 Millimeter breit und beide sind im Halb-Oval geformt. Die Polsterung des Bügels übernimmt ein unter dem Kunstleder sitzender, grundsätzlich elastischer, aber fester Werkstoff, dessen Ursprung nirgendwo konkret erwähnt wird.

Denon spricht bei der Feature-Auflistung beim 800er von einer Kopfbügelpolsterung, beim 600er hingegen nicht. Tatsächlich finde ich den kleinsten aber am besten gepolstert vor. Wie sich das auf dem Kopf anfühlt, dazu später mehr.

Im Bügel selbst sorgt beim großen Headphone ein 20 Millimeter breiter und 1,1 Millimeter dicker Stahlbügel für Stabilität, im Inneren des HP600 immerhin ein 19 Millimeter breiter und 0,8 Millimeter starker Bügel aus Aluminium. Jene innenliegende Träger münden in der Kopfgrößenanpassung, die beidseitig beim kleinen Modell in zwölf Stufen, beim großen in zehn Stufen gerastert ist und genügend Anpassungsmöglichkeiten für jedwede Kopfgröße bereitstellen sollten. Die Rastungen wirken beim kostengünstigeren Modell ein wenig schwammig, beim großen Exemplar sind sie klar und eindeutig zu spüren.

Das fest fixierte, vier Millimeter starke Rundkabel mit Spiralanteil lässt sich bis auf 3 Meter ausziehen und mündet in eine gerade und lang gegossene, vergoldete 3,5-Millimeter-Klinke. Ein außen liegendes Gewinde nimmt den mitgelieferten, ebenso vergoldeten 6,35-Millimeter-Adapter auf, was über die Verschraubung für eine betriebssichere Verbindung sorgt.

Ein paar Techspecs

Der Hersteller beziffert den Übertragungsbereich mit 10 - 28.000 Hertz (HP600)  bzw. mit 10 - 30.000 Hertz (HP800), ohne Angaben von maximal zulässigen Abweichungen oder über den Versuchsaufbau anzuführen. Die Anschlussimpedanzen gibt Denon DJ mit 38 Ω für das großen bzw. 58 Ω für das kleine Modell an, sodass man in Kombination mit der relativ guten Abschirmung bei 1700 Milliwatt möglicher Leistungsaufnahme einen mindestens guten bis sehr guten Wirkungsgrad erwarten kann. Die Sensitivität (bei 1 mW) wird mit 99 bzw. 100 dB/mW (JEIT A) seitens Denon DJ angegeben, was meine Erwartung an eine hohe pegelfeste Lautstärke beider Modelle nochmals untermauert.

Bei beiden Modellen handelt es sich um geschlossene Systeme mit dynamisch arbeitenden Treibern. Die Ohrmuscheln des HP600 liegen auf den Ohren auf, die Trageweise des HP800 hingegen ist ohrumschließend. Beide Modelle verfügen über Kapseln, die drehbar, schwenkbar und klappbar sind. Die Gehäuse sind in der Horizontalen nach vorne um 90 Grad drehbar, nach hinten hin etwa um 30 Grad, was allemal ausreichend für eine komfortable Ohranpassung ist. Die Gondeln lassen sich auf beiden Seiten in der Vertikalen um 180 Grad nach innen kippen. Das Kabel wird einseitig geführt, mündet jeweils in der linken Muschel und ist am Übergang mit einer Gummitülle verstärkt und innenseitig zugentlastet.

Die Kapselgrößen unterscheiden sich trotz der Verwendung gleich großer Membrane erheblich. Die kleine Muschel beträgt 74 Millimeter im Durchmesser, die große 87 Millimeter. Auch die Tiefendimensionen der Druckkammern variieren mit 32 Millimetern (HP800) und 23 Millimetern (HP600) deutlich.

Der Innendurchmesser der Ohrpolster des großen Headphones beträgt 49 Millimeter und sollte selbst den größten Exemplaren menschlicher Ohrausprägung genügend Raum für eine ohmrumschließende Trageweise bereitstellen. Die Knautschzonen, sprich die Ohrpolster, sind 13 und 15 Millimeter stark (HP600/HP800) und verschaffen dem Deejay so einen angenehmen weichen Direktkontakt, den man auch durchaus länger aushalten sollte. Die Ohrkissen sind mit einem weichen Kunstleder überzogen, das sich auf angenehme Art und Weise an das Ohr schmiegt. 

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