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Workshop
5
02.08.2016

Das iPad im DJ-Einsatz - was geht?

Crashkurs Auflegen mit dem iPad #1

Ein Überblick

Grundsätzlich ist Apples iPad ja eine zwiespältige Angelegenheit, wenn es um den Einsatz als Audiowerkzeug geht. Auf der Habenseite zu verbuchen, ist das ziemlich stabile und performante Betriebssystem iOS, die robuste Hardware inklusive berührungsempfindlichem, sehr responsivem Display und natürlich das ziemlich gute Angebot an Software. Auch die ordentliche Klangqualität des Kopfhörer/Line-Ausgangs fällt positiv ins Gewicht. Eher nachteilig dagegen: der umständliche Weg über die iTunes Synchronisation, um Dateien auf das iPad zu transferieren sowie die spartanische Anschluss-Ausstattung mit lediglich einer Buchse (30-Pin/Lightning), die sowohl für den Datenaustausch, als auch die Stromversorgung herhalten muss.

Dies macht sich besonders im Verbund mit externer Hardware bemerkbar, denn sobald man ein USB-Gerät anschließen möchte, führt kein Weg an einem wackeligen Adapter vorbei (Stichwort: Camera-Connection-Kit), der dann auch noch die Stromversorgung blockiert. Clevere Firmen spendieren ihrem iPad-Zubehör dann auch direkt eine integrierte Stromversorgung (beispielsweise NI Traktor Kontrol Z1, Reloop Mixtour, Alesis I/O-Dock).

Das alles hat die Hersteller von Hard- und Software keineswegs davon abgehalten, das iOS-Gerät schnell in ihr Herz zu schließen und es mit einem erschöpfenden Angebot von Apps und externer Hardware zu bedenken. Von der DAW über unzählige Synthesizer bis hin zur DJ/VJ-Anwendung gibt es kaum einen musikalischen Bereich, für den nicht eine App bereit stünde. Auch an externer Hardware herrscht kein Mangel. Beginnend beim einfachen Audio- und MIDI-Interface, über die praktische Docking-Station, bis hin zum ausgewachsenen DJ-Controller ist so ziemlich für jeden Einsatzzweck und jedes Budget was dabei. Wie legt man nun aber mit dem iPad auf und welche Möglichkeiten gibt es?

iPad solo

Die einfachste Möglichkeit, mit dem iPad aufzulegen, ist immer noch das simple Mono-Split-Kabel, das den Stereoausgang des iPads zum Vorhören in zwei Mono-Signale aufteilt. Dazu noch eine DJ-App und fertig ist das Minimal-Setup. Die Kontrolle über das laufende Audiomaterial behält man über das Touch-Display. Wichtig ist dabei nur, die DJ-Software auf „Split-Mono“ zu stellen – eine Funktion, die aber fast alle iPad-DJ-Apps haben. Dass das natürlich nur eine klanglich und funktional sehr spartanische Lösung ist, dürfte klar sein. Dennoch bietet sich hier rüber eine sehr kostengünstige und einfache Möglichkeit, um mal ins DJing rein zu schnuppern.

Externes Audiointerface

Wesentlich professioneller wird die Sache, wenn man eine externe Soundkarte mit zwei physikalischen Stereoausgängen mit dem iPad verbindet. Nimmt man hier dann noch einen externen Mischer hinzu, hat man so – je nach Audiointerface – ein ausgezeichnet klingendes Setup gebaut, das auch im professionellen Bereich zum Einsatz kommen kann. Ein davon abgeleiteter Sonderfall ist es, zwei (oder mehr) iPads im Grunde wie einzelne Decks zu nutzen.

DVS

Ein selten in freier Wildbahn, sprich im Club – anzutreffender Weg ist es, das iPad als Host für die DJ-Software zu verwenden, dabei aber mit Steuervinyl zu arbeiten. Ein Thema, dem wir uns in Kürze ausführlicher widmen und es dann hier verlinken.

Controller und Controller Apps

Dann kommt auch schon der externe Controller ins Spiel, der in den meisten Fällen bereits über eine integrierte Soundkarte verfügt. Und es gibt noch einen weiteren Weg, bei dem man das iPad als ebenso kostengünstige wie leistungsfähige Ergänzung des DJ-Setups heranziehen kann: Wenn man es nämlich als Touch-Controller für eine DJ-Software verwendet. Die Möglichkeiten sind hier mehr als erschöpfend. Von fertigen, auf die Steuerung einer bestimmten Software spezialisierten Apps wie etwa TKFX bis hin zu kompletten Controller-Entwicklungsumgebungen wie Lemur von Liine oder Touch OSC, in die man dann Templates lädt oder seine eigene Controller-Oberfläche zusammen klickt. Die Kommunikation zwischen iPad und zu steuerndem Rechner lässt sich dann wahlweise via Kabel oder drahtlosem WiFi etablieren.

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