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Test
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09.12.2020

Darkglass Alpha·Omega 500 Test

Verstärker-Topteil für E-Bass

Reduced to the max?

Im Jahre 2017 brachten Darkglass mit dem Alpha·Omega ihren bisher flexibelsten Bass-Preamp auf den Markt. Im Unterschied zu den anderen Pedalen der finnischen Company bietet der Alpha·Omega zwei sehr unterschiedlich klingende Overdrive-Schaltungen, die sich mit einem Regler ganz einfach stufenlos mischen lassen. Entwickelt wurden die Schaltungen übrigens in Zusammenarbeit mit Jon Stockman, der die dicken Saiten bei der australischen Progrock-Band Karnivool malträtiert. Der extrem flexible Preamp stieß in der Szene auf großen Zuspruch - viele Tieftöner wünschten sich sogar sehnlichst ein Alpha·Omega-Bassverstärker-Topteil. Und siehe da: die Wünsche wurden erhört - zeitgleich mit der zweiten Generation des erfolgreichen Microtubes 900 stellten Darkglass das leistungsstarke Alpha·Omega 900 vor. Nun bekommt die Alpha·Omega-Familie erneut Zuwachs, denn mit dem Alpha·Omega 500 präsentieren die Finnen eine leicht abgespeckte 500 Watt starke Version ihres beliebten Topteils. In welchen Details sich der jüngste Alpha·Omega-Spross vom älteren Modell unterscheidet, erfahrt ihr in diesem Test!

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Details

Ausgeliefert wird der neue Alpha·Omega in einem extrem stylischen mattschwarzen Karton, der nicht nur den Amp, sondern auch viel Zubehör beinhaltet. Darkglass legen ein Netzkabel und ein USB-Kabel bei; außerdem finden wir eine Bedienungsanleitung und die Darkglass-üblichen Merchandise-Artikel, also einen Sticker und das altbekannte Darkglass-Plektrum.

Der Hauptdarsteller ist aber natürlich der Amp - und der wirkt logischerweise abermals edler und hochwertiger als die Verpackung. Die matte Gehäuseoberfläche in ihrem tollen Graublau ist wirklich sehr schön. Ich kann das relativ schlichte Design des Alpha·Omega 500 insgesamt nur als stimmig und gelungen bezeichnen!

Die grundsätzliche Bauform hat das jüngste Alpha·Omega-Top vom älteren Microtubes 500 geerbt. Die Abmessungen betragen dementsprechend 18 x 7,1 x 23 cm. Auf der Waage macht sich das handliche Top mit lediglich 2,4 kg bemerkbar - der Transportaufwand hält sich also sehr in Grenzen.

Bezüglich der Features auf der Front gleicht der neue Alpha·Omega 500 erwartungsgemäß der älteren 900-Watt-Version, lediglich der Gain-Regler wurde eingespart. Die Klangzentrale der Alpha·Omega-Tops ist ja bereits von den Alpha·Omega Preamp-Pedalen bekannt. Es handelt sich um eine äußerst flexible Overdrive-Schaltung, die zwei komplett verschiedene und beliebig mischbare Geschmacksrichtungen bietet.

Das Mischverhältnis der beiden Schaltungen wird ganz einfach mithilfe des MOD-Reglers eingestellt. Auf der Alpha-Seite des Reglerweges sitzen moderne Overdrive-Sounds mit leichtem Scoop-Charakter. Blendet man auf die Omega-Seite, so wird der Sound zunehmend mittenbetonter und rauer. Der Preamp bietet darüber hinaus zwei EQ-Presets, die mit kleinen Tastern aktiviert werden können.

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Hinter dem Growl-Taster verbirgt sich ein Shelving-Bass-Boost für mehr Sättigung und fettere Sounds, und der Bite-Taster boostet die Hochmitten bei 2,8 kHz, falls mehr Definition gefragt sein sollte. Der Alpha·Omega Preamp umfasst zudem einen Drive-Regler, einen Level-Regler und einen Blend-Regler.

Diese Funktionen kennen wir ja ebenfalls schon von den unzähligen Pedalen der Company: Mit dem Drive-Regler wird der Zerrgrad eingestellt, der Level-Regler bestimmt die Lautstärke des verzerrten Signals, und mit dem Blend-Regler kann der Overdrive-Sound mit dem cleanen Amp-Sound gemischt werden. Der Comp-Regler, hinter dem sich ein hochwertiger und effektiver Kompressor verbirgt, macht das Reglerfeld komplett.

Zur gezielten Anpassung des Sounds bietet der Alpha·Omega 500 einen flexiblen Sechsband-Equalizer mit beleuchteten Schiebereglern, der auf der rechten Seite der Front parkt. Rechts daneben finden wir den obligatorische Master-Regler für die Endlautstärke sowie den Mute-Taster, mit dem alle Ausgänge stummgeschaltet werden können.

Somit bleiben für die Front nur noch die Inputklinke zur Verbindung mit dem Bass, der Passive/Active-Taster zur Anpassung der Empfindlichkeit an passive und aktive Bässe, und schließlich der Distortion-Schalter, mit dem die Overdrive-Schaltung aus- oder eingeschaltet wird.

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Bei den Anschlüssen auf der Rückseite wurde im Vergleich zum 900 Watt starken Modell deutlich abgespeckt: Der kleinere Alpha·Omega verfügt nur noch über einen Lautsprecheranschluss (Speakon/Klinke) und über einen symmetrischen DI-Ausgang - der Alpha·Omega 900 bietet jeweils zwei davon. Eingespart wurden außerdem die Midi-Buchse und der Lautstärkeregler für den Kopfhörerausgang.

Geblieben sind der Effektweg, Anschlüsse für eine externe Audioquelle sowie für den Kopfhörer, eine USB-Buchse zur Verbindung mit dem Rechner, und eine Klinke für den optional erhältlichen Fußschalter (Distortion On/Off).

Mit an Bord ist selbstverständlich auch eine Boxensimulation - mit dem Cab-Selector-Switch kann eine der drei auf dem Amp gespeicherten Impulsantworten aufgerufen werden, weitere Simulationen stehen via Darkglass-Software zur Verfügung. Der Cab-Select-Swith dient zudem als Pre/Post-Schalter. Wenn keine Bassboxen-Simulation ausgewählt ist, wird das cleane Basssignal also direkt zum DI-Out geleitet.

Die wichtigste Neuheit und für viele vielleicht die größte Überraschung kommt zum Schluss der Beschreibung. Darkglass verbaut im Alpha·Omega 500 nämlich erstmals ein im eigenen Hause entwickeltes 500 Watt starkes Class-D-Endstufenmodul. Diese Endstufe mit der Bezeichnung "Sisu" arbeitet bis zu einer Mindestimpedanz von 2 Ohm und ermöglicht damit beispielsweise den Anschluss zweier vierohmiger Boxen.

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