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Test
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26.02.2019

Praxis

Workflow

Das Konzept der Touch-Bedienoberfläche ist gut gelungen, man muss sich allerdings daran gewöhnen: Ist das System einmal verstanden, kommt man schnell und meist unkompliziert an das gewünschte Sound-Ziel. Satt diverser Sub-Menüs im Display blitzt beim PX-S3000 eher eine neue „Leuchtschrift“ auf dem Bedienpanel auf, die dann per Touch bedient werden kann. Das schafft einerseits Übersicht und spart Verwirrung.

Andererseits bin ich gerade im Live-Betrieb auf Haptik und Dreh-Potis für eine intuitive Performance angewiesen. So richtig vertrauen möchte ich dem Touch-Panel im Live-Kontext auf Anhieb noch nicht, denn im Eifer des Gefechts im Live-Einsatz auf eine falsche Fläche des recht engen Touch-Panels zu gelangen, ist vorstellbar. Die zwei belegbaren Potis schaffen hier nur geringfügig Abhilfe. Im Heimgebrauch mit Ruhe und Muße ist die Bedienoberfläche sicherlich eine feine Sache. 

Klang

Dass Casio für deren ‚AiR‘-Klangerzeugung beim PX-S3000 vor allem im Pianobereich einige Verfeinerungen vorgenommen hat, kommt besonders (Heim)-Pianisten zugute, die ohnehin fast ausschließlich mit Piano-Sounds üben möchten. Die Optimierung zahlt sich aus: Besonders das Grand Piano klingt angenehm warm, weich und ist mit seiner Authentizität weit entfernt von digitaler Kälte, wie sie in anderen Modellen dieser Preiskategorie gerne auftritt. Diese Ästhetik schimmert bei den Attack-lastigen Pianosounds schon leicht durch, die sich dafür allerdings hervorragend im (Band)-Mix durchsetzen dürften.

Bei allen E-Pianos fällt mir eine gewisse Schärfe in den hohen Mitten auf, was einen etwas „pieksigen“ Sound erzeugt. Auch hier gilt: Dieser Klang könnte gerade im Band-Kontext genau den nötigen Biss entwickeln, um nicht im Gesamtmix unterzugehen. Hier könnten derartige Klänge also fabelhaft funktionieren, auch wenn sie mir einzeln ein wenig kalt und komprimiert vorkommen. 

Mit den internen Effekten kann den Sounds ein wenig Wärme beigefügt werden, wie mir dieses feine Wurlitzer bewies.

Je länger ich mich durch die 700 Klangfarben höre, wünsche ich mir immer öfter den warmen Grand Piano-Sound zurück, mit dem alles so schön angefangen hat. Auch bei den Orgeln fehlt mir eine Portion Feinschliff und ‚Feenstaub‘. Die Strings und Pads hingegen zaubern mir wieder ein Lächeln ins Gesicht, so auch die Solo-Violine, die mit ihrem vom Spieler erzeugten Vibrato aufgezeichnet wurde.

Schließlich werde ich in der Kategorie „Others“ mit einer Wand unterschiedlichster Sounds empfangen, von denen die vielen Bass/Lead-Synths eher eine Anwendung finden sollten, als beispielsweise die Saiten-Instrumente, wie Nylon-Gitarre oder Slap Bass. Das aber ist Geschmackssache. Die Brass-Sounds eignen sich für Einsätze in Cover-Bands und bieten eine vernünftige Grundlage für Arrangement-Layouts, wie auch die verschiedenen Drum-Sets. Inspirierend für derartige Arrangement-Versuche, aber auch einfach hilfreich zum Üben und Spielen sind die Begleitrhythmen, in denen die Drum-Sounds eingesetzt werden. Mit den Fill-In-Funktionen und den verschiedenen Stilistiken kann man viel Spaß und Inspiration finden.

Insgesamt würde ich einige Sounds aufgrund des mittigen Charakters und mangelnder Dynamik/Tiefe weniger in Solo-Momenten auf der Bühne verwenden, abgesehen vom herausragenden Klang des Klavieres. Genau dieser Fokus dürfte aber perfekt passen für einen Grand Piano-orientierten (Wohnzimmer)-Player, der sich jedoch nicht der Welt anderer möglicher Klangfarben komplett verschließen möchte. Denn einen Geschmack auf mehr geben die diversen Klänge definitiv, und viele lassen sich auch gut für Arrangement- und Recording-Zwecke nutzen. 

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