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Test
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15.05.2013

Casio Privia PX-850 Test

Digitalpiano

Preis-Leistungs-Champion

Das Casio Privia PX-850 ist das Spitzenmodell der Privia-Reihe von Digitalpianos. Casio-typisch setzt es ganz auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein Topmodell, das unter 1000 Euro kostet, sucht man bei anderen namhaften Herstellern vergeblich. Dabei kann sich die Ausstattungsliste zumindest auf dem Papier sehen lassen. Ob das Privia PX-850 auch mit Qualität punkten kann, soll dieser Test klären.

Den transportablen kleinen Bruder Privia PX-350 haben wir bereits getestet und für gut befunden. Im Privia PX-850 steckt die gleiche Piano-Klangerzeugung namens AiR („Acoustic and intelligent Resonator“), die für einen sehr natürlichen und in vielen Parametern beeinflussbaren Klavierklang sorgen soll. Während das PX-350 mit einer etwas vereinfachten Form dieser Technik auskommen muss, steht im hier getesteten Spitzenmodell die ganze Palette von AiR-Features zur Verfügung. Nach dem guten Eindruck, den das PX-350 hinterlassen hat, weckt das natürlich einige Erwartungen.

Details

Gehäuse und Design

Anders als das transportable PX-350 steckt das PX-850 in einem wohnzimmertauglichen, „klaviermäßigen“ Gehäuse. Wir haben es also mit einem ausgewachsenen Digitalpiano für den Hausgebrauch zu tun. Trotzdem fällt das in schwarz oder weiß erhältliche Instrument vergleichsweise kompakt aus. Das Oberteil, das die Tastatur und die Lautsprecher enthält, sitzt fest auf dem dazugehörigen Untersatz mitsamt 3-fach-Pedaleinheit. Es fällt auf, dass das PX-850 weniger tief ist als die meisten anderen Pianos in diesem Segment. Deshalb schmiegt es sich dicht an die Wand, nimmt nicht viel Platz weg und wirkt nicht klobig. Oben am Gehäuse wird das mitgelieferte Notenpult aufgesteckt. Ein besonderes Merkmal des PX-850 (und der Geschwistermodelle Celviano AP-650 und AP-450) ist der variable Gehäusedeckel. Das Piano lässt sich wie ein richtiges Klavier aufklappen, was einen spürbaren akustischen Effekt hat. Die beiden Lautsprechersysteme, die jeweils 20 Watt leisten, strahlen nach oben in das Gehäuse ab. Durch zwei Schlitze links und rechts oberhalb der Tastatur erreicht der Schall auch bei geschlossenem Deckel den Spieler. Macht man den Deckel auf, entweicht der Klang zusätzlich nach oben in den Raum. Das ist besonders in Kombination mit der softwarebasierten Deckelöffnungssimulation interessant.  

Bedienfeld

Die zweigeteilte Tastaturabdeckung wird durch einen Schiebemechanismus geöffnet und verschwindet im offenen Zustand im Gehäuse. Darunter kommt nicht nur die 88 Tasten umfassende Klaviatur zum Vorschein, sondern auch das Bedienfeld, auf dem nur wenige Knöpfe zu finden sind. Es beginnt auf der linken Seite mit dem Netzschalter und einem Drehregler für die Lautstärke. Rechts daneben liegen ein Function-Taster, über den sich verschiedenste Einstellungen und auch der Audiorecorder erreichen lassen (dazu später mehr) sowie zwei Taster und zwei LEDs für die Song-Player- und Aufnahmefunktionen. Es folgen ein Taster für das Metronom und den Duet-Modus und drei Knöpfe für die wichtigsten Klangfamilien „Grand“, „Pop Grand“ und „E-Piano“, die in Verbindung mit dem Function-Taster auch zum Einstellen verschiedener AiR-Klangparameter dienen. Das war's. Auch ein Display ist nicht vorhanden. Wie passt diese geringe Anzahl von Bedienelementen mit der doch recht umfangreichen Ausstattungsliste des PX-850 zusammen? Casio hat sich ein Bedienkonzept einfallen lassen, das mit einem absoluten Minimum an Knöpfen auskommt. Wie das in der Praxis funktioniert und ob das eine gute Idee ist, schauen wir uns später noch an.

Tastatur

Im PX-850 kommt die gleiche Tastatur zum Einsatz, die auch in allen anderen neuen Privia- und Celviano-Pianos von Casio verbaut wird. Die Hammermechanik mit drei Sensoren pro Taste ist skaliert gewichtet (die tiefen Tasten bieten also etwas mehr Widerstand als die hohen), was den Eigenschaften einer Flügelmechanik nachempfunden ist. Die Tasten sind mit einer speziellen Beschichtung versehen, die die haptischen Eigenschaften von Elfenbein und Ebenholz nachbildet („Ivory Touch“). Eine Druckpunkt-Simulation wie bei vielen anderen hochwertigen Hammermechanik-Tastaturen gibt es hier allerdings nicht. Das Spielgefühl lässt sich mit drei Velocity-Kurven und der in vier Stufen einstellbaren „Hammer Response“ individuell anpassen. Letztere imitiert die charakteristische, minimale Verzögerung beim Anschlag, die durch die Trägheit der Hämmer hervorgerufen wird. Die drei Pedale des PX-850 bieten die üblichen Funktionen Haltepedal, Leise / Una Corda und Sostenuto, wobei das Haltepedal einen stufenlosen Halbpedaleffekt ermöglicht.

Anschlüsse

Ein Heimpiano wird ja eher selten an eine Verstärkeranlage o.ä. angeschlossen. Trotzdem bietet das PX-850 einen Stereo-Ausgang (2x Klinke). Wichtiger dürften für die meisten Benutzer die beiden Kopfhörerbuchsen sein, die vorn links angeordnet sind und von einem praktischen Kopfhörerhalter begleitet werden. Außerdem stehen zwei USB-Anschlüsse zur Verfügung. USB-to-host ermöglicht die Verbindung mit einem Computer. So können nicht nur MIDI-Daten gesendet und empfangen werden, es lassen sich auch Songdateien vom Computer in den Speicher des Pianos kopieren und andersherum. Praktisch ist, dass sich das PX-850 zu diesem Zweck in einen Device-Modus versetzen lässt und sich als Laufwerk am Rechner anmeldet. Eine spezielle Software für die Datenübertragung ist also nicht erforderlich. Die zweite USB-Buchse ermöglicht den Anschluss eines Speichersticks. Er dient zum Aufzeichnen und Abspielen von Songs als MIDI-File oder Audiodatei (WAV). Klassische MIDI-Anschlüsse besitzt das PX-850 nicht, aber diese sind in Zeiten von USB ohnehin zunehmend entbehrlich – vor allem bei einem Heimpiano. Außer den Kopfhörerbuchsen befinden sich alle Anschlüsse an verschiedenen Stellen an der Unterseite des Pianos, sodass man anfangs etwas danach suchen muss. Vor allem der USB-to-device-Port wäre auf dem Bedienfeld meiner Ansicht nach besser aufgehoben gewesen.

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