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Test
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27.06.2018

Black-Nylon-Basssaiten im Vergleich

Verschiedene Tape Wound Strings im Direktvergleich

Kaufberater Tapewound-Saiten: Welche Black Nylon Strings soll ich kaufen?

Black-Nylon-Saiten (auch "Tape Wound Strings" oder "Tapewound Strings") für E-Bass besitzen einen magnetischen Stahlkern, der mit einem schwarzen Nylon-Flachdraht umwickelt wird. Die Saiten besitzen aufgrund des geschliffenen Drahtes ein sehr angenehmes und leichtes Spielgefühl sowie einen ausgewogenen Sound. Störende Fingergeräusche können aufgrund der flachen Umwicklung wirkungsvoll minimiert werden. Black-Nylon-Saiten eignen sich hervorragend für akustische und Fretless-Bässe, haben aber auch auf herkömmlichen Bundbässen viele Freunde gefunden.

Dieser Test soll zeigen, ob die schwarzen Drähte eine ernsthafte Alternative zu den uns bekannten herkömmlichen Saitensorten Roundwounds und Flatwounds bieten - und wie sich die Produkte einzelner Hersteller unterscheiden. Ich bin sehr gespannt, was da klanglich auf mich zukommt!

Details

Obwohl schon Bassheroes der ersten Stunde (wie etwa Larry Graham bei Sly & The Family Stone) gerne Tapewound-Saiten auf ihren Instrumenten einsetzen, haben bis heute viele Bassisten von dieser Art Basssaiten noch nicht viel bis gar nichts gehört. "Ok, die Wäscheleine meiner Oma ist auch aus Nylon - aber E-Basssaiten aus diesem Material? Und dazu noch in Schwarz?"

Die Wäscheleine ist dabei genau genommen kein treffender Vergleich, da in den Tape Wound Strings trotzdem Stahl als Kernmaterial verwendet wird. Der Grund: Ohne ein magnetisierendes Material könnten die Tonabnehmer des Basses die Saitenschwingung ja gar nicht abnehmen. Dieser Stahlkern der Saite wird im Herstellungsprozess mit schwarzem Nylonband umwickelt und dann noch einmal völlig plan geschliffen.

War es lange Zeit mitunter gar nicht so einfach, an diese außergewöhnlichen Saiten heranzukommen, haben mittlerweile fast alle renommierten Saitenmarken einen oder auch mehrere Sätze dieser Strings im Programm. Ich habe mir für meinen Vergleichstest fünf Kandidaten herausgesucht.

Dabei muss erwähnt werden: Das Thema Saiten ist grundsätzlich sicher kein leichtes, weil sehr viele Faktoren (wie Bespielbarkeit und Sound) sehr vom persönlichen Geschmack und der individuellen Wahrnehmung des Spielers abhängen. Mit der Wahl seiner Basssaiten bestimmt der Bassist von Anfang an, in welche klangliche Richtung die Reise geht: Nickelsaiten klingen etwas wärmer und knurriger, Stahlsaiten dafür etwas knalliger, Flatwounds (also geschliffene Saiten) kommen weich und warm daher, und Black-Nylon-Saiten versprechen einen warmen, akustisch geprägten Ton bei gleichzeitig langem Sustain.

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Ehe wir richtig einsteigen, zuvor noch eine kurze Anregung: Der YouTube-Bassworkshop-Papst Scott Devine von "Scott's Bass Lessons" hat sich ebenfalls bereits zum Thema "Tapewound Strings" geäußert und dazu einige Videos veröffentlicht. Der erste Link ist ein interessanter Vergleichstest unterschiedlicher Saitentypen (Tapewound, Roundwound und Flatwound), in den es sich durchaus lohnt, mal rein zu schauen. Die ersten sieben Minuten können dabei für unseren Zweck getrost übersprungen werden.

Video: The ULTIMATE bass string Shootout... tapes vs rounds vs flats

 

Die Black Nylon Tapewounds haben es Scott anscheinend angetan, da er seinen weißen Fender Preci inzwischen dauerhaft damit bestückt hat und mittlerweile auch in vielen anderen seiner Videos damit zu hören und zu sehen ist, wie zum Beispiel in diesem Workshop:

Video: The only 5 scales you'll EVER need to learn

Black Nylon Strings - Unterschiede zu herkömmlichen Basssaiten

Ein paar grundsätzliche Gemeinsamkeiten aller Black Nylons sind aufgrund des schwarzen Tapes ... na klar: die schwarze Farbe. Außerdem besitzen alle Black Nylons - entgegen meiner sonstigen Spielgewohnheiten - weitaus dickere Saitenstärken mit einer daraus resultierenden "andersartigen" Bespielbarkeit. Im Vergleich zu Roundwounds bringen die Black Nylons dafür aber einen weitaus geringeren Saitenzug auf den Hals - und damit auch eine geringere Saitenspannung, was sich beim Spielen deutlich bemerkbar macht: Sie lassen sich trotz der teilweise extremen Dicke überraschend leicht spielen! Manch einen wird es wundern, aber sogar Slapping ist ohne Probleme möglich und macht sogar richtig Spaß! Durch die geringere Saitenspannung fühlen sich die Saiten nämlich sogar vergleichsweise dünner an als entsprechende Roundwound-Saiten!

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Bei meinem Test gehe ich folgendermaßen vor: Zuerst spiele ich den Bass für mich "trocken", also ohne Verstärkung, um ein Gefühl für die Saiten und ihr Schwingverhalten am Instrument zu bekommen. Danach geht es an den Amp, und dafür habe ich mir ein paar Kriterien überlegt, um die Saiten zu beurteilen.

Testkriterien, Bewertungsaufbau und Anmerkungen Black Nylon Strings:

  • Saitenstärke
  • Saitenzug
  • Haptik & allgemeine Bespielbarkeit
  • Sound
  • Preis
  • Verpackung
  • Besonderheit
  • Weblink
  • Bemerkung

Die Reihenfolge der Saitensets habe ich alphabetisch angelegt:

  • D'Addario
  • Höfner
  • La Bella
  • Pyramid
  • Rotosound

Und so habe ich die Klangbeispiele für die Black-Nylon-Saiten gegliedert:

  1. Funky Fingerspiel (beide Tonabnehmer)
  2. Walking Jazz (Hals-Tonabnehmer)
  3. Slapping (beide Tonabnehmer)
  4. Chords (Bridge-Tonabnehmer)

>>>"Äh, wie wechselt man eigentlich gleich nochmal richtig seine Basssaiten?" In diesem bonedo-Workshop erfahrt ihr es!<<<

Darf ich vorstellen: der Testbass!

Als Bass dient mir mein "gepimpter" 74er Fender Jazz Bass mit Delano-Tonabnehmern, Babicz-Brücke und Richter-Passivelektronik - also eine eher "moderne" Klangprägung. Ich gehe über eine Radial pro48 D.I.-Box direkt in ein Presonus Studio 192 Interface. Minimale Parallelkompression und etwas Hall gebe ich dem Ton hinzu, eine Frequenzbearbeitung mittels Equalizer findet selbstverständlich nicht statt. Auf Backings habe ich bewusst verzichtet, damit ihr die Klangnuancen besser wahrnehmen könnt - was in einigen Fällen tatsächlich nicht ganz einfach ist! Daher empfehle ich auch, die Klangsbeispiele mit einem guten Kopfhörer oder über gute Boxen abzuhören. Na, dann mal los!

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