Hersteller_Behringer Keyboards ANL_DesktopSynth
Test
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19.12.2019

Praxis

Klang

Ich habe über viele Jahre einen Korg MS-10 besessen und die klanglichen Parallelen waren ohne Zweifel erkennbar, keine Frage. Besonders der schmutzige Rauschteppich von Filter Position 1 auf ganz tiefen Bässen hat Erinnerungen geweckt – denn so klingt es immer ein wenig nach zärtlich gestrichenen Snare-Besen – selbst beim tiefsten Low-Pass-Bass. Das Filter 1 verhält sich bei hoher Resonanz und hohem Cutoff aber etwas sonderbar und der Pegel fällt abrupt ab - zumindest bei meiner Unit.

Bei offenem Filter, Typ 1 und 2, klingt der K-2 ferner ‚bratziger‘ und höhenreicher als der nasal-nadelnde und knochige Original-Sound. Auch so richtig druckvoll ist der K-2 meiner Meinung nicht, geht aber irgendwie breiter. Anders erklärt: Der K-2 klingt modern, etwas nach SMD und somit beliebiger als der für seinen markanten Sound bekannte MS-20. Auch hochgestimmt quietscht und kreischt der K-2 nicht so extrem – besser als jedes Plug-In klingt er aber allemal!

Behringer K-2 vs. Korg MS-20 by Rob Papen

Und so ist der K-2 für sich betrachtet ein wirklich guter und natürlich sehr günstiger Synth. Wer das Original will, auch weil es sich fetter und solider anpackt, muss eben das vier- bis sechsfache auf die ebay-Theke legen. Auf den Vergleich von Punkten, die nicht wirklich zu vergleichen sind, habe ich deshalb bewusst verzichtet. Wer trotzdem Bock auf Unterschiede hat, dem sei obiger Netzfund empfohlen, wo die Kollegen von Megasynth zusammen mit Synth Guru Rob Papen sich auf Spurensuche machen.

Flat Beric

Mir stellt sich wieder eher die Frage, wieviel Authentizität muss sein und wo hätte man vielleicht besser moderner ansetzen können? Das Patchfeld des MS-20 war 1978 sicherlich richtig cool, heute scheint es eher nicht mehr so. Der K-2 hätte sich zunächst mal der Volt/Oktave-Logik unterwerfen können und auch ein paar mehr CV-Inserts wären sicherlich nicht schlecht gewesen: Pulsweiten-Modulation steht zum Beispiel ganz weit oben auf meiner Wunschliste.

Na, und wenn der Uli einmal dabei ist: So ein paar CV-Buchsen die man simpel über MIDI hätte ansprechen hätte können, wäre gerade bei einem Budget-Synth irgendwie auch geil gewesen. Nu gut, immerhin war ich so gezwungen mir endlich mal das CV-Tools Pack der Ableton Live 10 Beta zu Gemüte zu führen. Voraussetzung dafür ist übrigens ein DC-fähiges Interface mit genügend Ausgangspegel wie beim UA Arrow. Trotzdem: nah dran ist auch vorbei.

Behringer K-2 Sound Demo (No Talking)

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